DGB: Brexit gefährdet vier Millionen Arbeitsplätze

Reiner Hoffmann befürchtet, dass Großbritannien nach einem Austritt aus der EU, vier Millionen Arbeitsplätze verlieren könnte. Außerdem sei die gesamte EU davon betroffen, weil es mit den Briten keinen freien Handel mehr geben wird. Wir stehen vor einer Zerreißprobe, schuld daran ist die Finanzkrise von 2007 und Fehler in der Konstruktion in der europäischen Währungsunion, so Hoffmann.

Von Redaktion/dts

Der Deutsche Gewerkschaftsbund warnt vor einem massiven Verlust von Arbeitsplätzen bei einem Austritt Großbritanniens aus der EU. In einem Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" sagte DGB-Chef Reiner Hoffmann: "Wenn die Briten nicht mehr die elementaren Grundfreiheiten des Binnenmarktes genießen wie den freien Waren- und Dienstleistungsverkehr, sind vier Millionen Arbeitsplätze auf der Insel gefährdet." Arbeitsplatzrisiken gebe es aber auch in den anderen EU-Ländern, wenn sie nicht mehr zu den Bedingungen des Binnenmarktes nach Großbritannien exportieren könnten. Hoffmann äußerte zudem die Befürchtung, dass Arbeitnehmerrechte in Großbritannien "geschreddert werden".

Da gehe es zum Beispiel um elementare Regeln zum Gesundheitsschutz. "Außerdem drohen den Briten deutliche längere Arbeitszeiten. Statt 40 Stunden in der Woche drängen die Arbeitgeber auf 60 Stunden." Dem britischen Premier David Cameron warf Hoffmann ein Spiel mit dem Feuer vor. Er habe die britische Bevölkerung in das Referendum über den EU-Austritt hineingetrieben – nicht, um irgendein europäisches Problem zu lösen, sondern seine hausgemachten Probleme innerhalb der konservativen Partei. Gleichzeitig erpresse er Europa und wolle ausgerechnet in sozialen Fragen Zugeständnisse erreichen. Das sei unverantwortlich.

Hoffmann betonte, er sehe mit großer Sorge, dass Europa vor einer Zerreißprobe stehe. "Wir erleben, dass die Finanzmarktkrise, die 2007 ihren Ausgang in den USA genommen hat, noch immer nicht überwunden ist. Gründe dafür sind eine falsche Krisentherapie und Webfehler in der Europäischen Währungsunion." Es fehle an einer koordinierten Wirtschafts- und Fiskalpolitik. Der DGB-Vorsitzende forderte unter anderem, Steuerflucht noch intensiver zu bekämpfen und die Unternehmensbesteuerung in der EU zu harmonisieren. Außerdem braucht Europa nach seinen Vorstellungen "eigene Steuereinnahmen, um die Ungleichheiten in der Währungsunion ausgleichen zu können, genau wie wir das in Deutschland mit dem Länderfinanzausgleich machen".

 

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14 Kommentare

  1. Brexit gefährdet vier Millionen Arbeitsplätze

    Und wieviel Arbeitsplätze die EU inkl. Euro vernichtet, sehen wir in Griechenland, Italien, Spanien usw, usw.

  2. Das ist billige Panikbewirtschaftung.
    Und dann tritt UK der EFTA bei und das ganze Verhältnis mit der EU ist wieder geregelt, da kann die EU nicht einmal was dagegen sagen…

  3. der DGB !!…..WER? ….WIE?… ODER WAS? …..ist… DAS ??????…….EIN PUDDINGS-PULVER HERSTELLER !!…….der fuer die REGIERUNGS-BONZEN … der GROSS-KOTZIGEN-KOA…..MILCH-BREI-NUDELN…..produziert !

    La tete logique et prudent !

     

  4. Ich mach jetzt einfach mal auf deutsche Mainstreampresse: Panikmacher, schüren unbegründete Ängste, Verschwörungstheoretiker……LOL!

  5. Denn eines hat EZB-Präsident Mario Draghi bei seiner jüngsten Pressekonferenz wieder einmal deutlich gemacht: Mit ihm wird es keine Rückkehr zu einer wenigstens halbwegs seriösen Geldpolitik geben. Dass auch die verantwortungslose Staatsschuldenpolitik weitergehen wird, hat EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker verkündet, indem die Kommission die Geltung des Stabilitätspakts für Frankreich um ein weiteres Jahr ausgesetzt hat. Sein lachhaftes, ja unverschämtes Argument: „Weil es Frankreich ist.“

    1. Draghi sitzt nicht zufällig dort wo er sitzt. Als Goldman-Sachs-Mann sitzt er im Auftrag der USA dort, um Europa finanzwirtschaftlich platt zu machen und ich finde das macht er gut.

  6. Bisher hat sich alles was die EU Betreiber behauptet haben und womöglich als "wissenschaftliche" Expertise dargestellt haben,  von A bis Z als erlogen herausgestellt! Rotgründunkelrot spielt den turbokapitalistischen Geldverleihern in die Hände die die Realwirtschaft  ruinieren und sägen damit an unser aller Existenzgrundlage. Schon vergessen "sparen" ist für die ein Schimpfwort und charakterloses Benehmen.

  7. Europa ist eine Chimäre, die der arbeitenden Bevölkerung nichts gebracht hat ! Hat es vor dem Euro eigentlich so viele  Arbeitlose in Europa gegeben ? Die Globalisierung, wie immer gesagt wird- ist nicht daran schuld-, es ist die Einheitswährung Euro.

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