Deutsche Wirtschaft leidet unter Spannungen im Verhältnis zur Türkei

Erst die Sanktionen gegen Russland, nun noch wegen einer unsinnigen politischen Resolution zu einer historischen Sache eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Beziehungen zur Türkei. Die bundesdeutsche Politik kann sowas. Aber auch die innenpolitischen Probleme der Türkei lasten auf dem Geschäft.

Von Redaktion/dts

Die deutsch-türkischen Wirtschaftsbeziehungen haben durch das belastete Verhältnis beider Staaten Schaden genommen. Die Geschäftsaussichten deutscher Unternehmen in der Türkei für 2017 seien "nur noch gedämpft positiv", sagte Volker Treier, Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), der "Welt am Sonntag". "Die Sicherheitslage erschwert die Reisetätigkeit von Wirtschaftsvertretern und verzögert somit die Durchführung von Projekten."

Zudem hätten die Äußerungen von Präsident Recep Tayyip Erdogan zuletzt immer wieder zu Wechselkursschwankungen und damit zu höheren Absicherungskosten für deutsche Firmen geführt, sagte Treier. "Gerade die mittelständischen Betriebe sind deshalb bei ihrem Türkeigeschäft aktuell zurückhaltend." Ähnlich ist die Stimmungslage beim Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI): "Wir betrachten die aktuellen Entwicklungen in der Türkei mit Sorge", sagte Präsident Ulrich Grillo. "Für die Wirtschaft sind verlässliche Rahmenbedingungen und Planbarkeit zentral, von ihnen hängen Investitionsentscheidungen ab."

In den vergangenen zwei Jahrzehnten sind die deutsch-türkischen Wirtschaftsbeziehungen immer enger geworden. Gab es Mitte der 1990er Jahre nur 500 Firmen mit deutscher Beteiligung in der Türkei, sind es heute weit über 5.000. Allein 2014 investierten deutsche Anleger mehr als neun Milliarden Euro in der Türkei und waren damit hinter den Niederlanden zweitgrößter Auslandsinvestor. Zudem ist Deutschland für die Türkei der wichtigste Handelspartner. Das Handelsvolumen erreichte 2015 einen Rekord in Höhe von 36,8 Milliarden Euro.

Die deutsche Politik schafft es durchaus problemlos, es sich mit immer mehr Ländern zu verscherzen und der deutschen Wirtschaft stets neue Probleme aufzuhalsen. Aufgrund der Wirtschafts- und Finanzkrise folgten erst die anderen EU-Partner im Süden, in Sachen Flüchtlingskrise dann vor allem jene im Osten, dann kamen die von den USA angeleierten Russland-Sanktionen und nun mit einer hirnrissigen politischen Resolution zu einem historischen Vorgang (dem Armenier-Genozid vor 100 Jahren) noch Probleme mit der Türkei. Was folgt danach? Will man vielleicht Japan noch wegen seiner Nicht-Bücklingshaltung wegen seiner Geschichte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ans Bein pinkeln?

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11 Kommentare

  1. Sorry aber so hirnrissig ist diese Resolution m. E. gar nicht. Der Genozid an den Armeniern ist Fakt und wurde nun als solcher anerkannt/bestätigt. Blenden wir mal die Historie aus und bleiben in der Gegenwart. Die Reaktion von Erdogan ist, ich sage mal interessant. Er zeigt nun nicht mehr sein bekanntes Präsidialverhalten sondern das eines absoluten Diktators.

    Mit einfachen Worten ausgedrückt… wo bleibt die Rechtssicherheit für Deutsche Unternehmen die in der Türkei investieren wenn nicht alles nach dem Kopf von Erdogan geht? Ein Schritt in die richtige Richtung wäre es die Türkei zu sanktionieren und die Sanktionen gegen Russland aufzuheben. Ein Traum, ich weiss. 

     

    1. Trotzdem ist es eine Sache für Historiker, nicht für die Politik. Zudem braucht diese Bundesregierung mit ihrer Unterstützung der US-Drohnenmorde, den Waffenlieferungen rund um die Welt und der aktuellen Weltpolitik gar nicht mit Moralimperialismus kommen.

    2. Fakt ? und du wars mit dabei als täter ? idioten ! seid ihr internationales Gerichtshof und nicht aufgabe von Bundestag ! Vorallem, diese möchte gern türken die ihre eigene geschichte verleugnen um tagesgültige profit im leben zu ergattern sich heuchler ! die türkei und die türken haben sie nicht vor internationelam gerichtshof gedrückt, seltsam aber das die armenier und andere staaten die hinter dieser angeblicher völkermord stehen und unterstützen wolen keinesweg einen internationalen gerichtshof ! weil deren lügen aufegdeckt würden! heuchler gibt es zugenüge ! Und diese möchte gern türken im parlament sollten vertreter des türken in detuschland stellvertreten und nicht den wählern von hinten erdolchen ! wenn sie von türken gewählt worden sind sollten sie auch diese bürger unterstützen und nicht durch heucheleien eigenes volk und eigene geschichte verleumden ! MORD ist MORD hat je ein Staat seine eigene soldaten aufgehängt oder erschiessen lassen da einige soldaten , weil sie ihre familien bei der ermordung der armenischen freischerlern und das nachweislich über 850.000 muslime ermordet worden sind auf rache gesinnt und sich gerächt haben kann mann diesen soldaten nicht überl nehmen, schade ist natürlich das die unschuldigen getöten worden sind, zudem kommt auch noch hungern, krankheit was nicht nur den armeniern ergangen ist sondern alle bevölkerung im osmanischen reich ! man muss wirklich sich richtig schämen ! und diese vaterlandsverräter …naja…und bei muhammad ali dieser jüdischer priester, was soll man diesem idioten noch sagen, die türken sollen aufhören die kurdne zu ermorden? wer ermordet eigentlich wem ? der angebliche kurden ermordet die kurden selbst ! aber komisch ist diese getöten mördern sieht man kreuze , armänische zeichen etc. also die meisten von denen tragen den namen kurde , wahrheit ist, das israel, armenien, deutshcland, frankreich, engll#nder, griechen  und viele andere die was gegn türken haben unterstützen alle die gegen die türken kämpfen ! bei den mördern sind genug juden, deutsche, amis, armenier und viele andere beteiligte die dort im süden der türkei als mörder agieren ! schämt euch aber das habt ihr wohl wahr nie gemacht seit mittelalter ! die geschichte wiederholt sich …mal sehen was passiert…

      1.  weil sie ihre familien bei der ermordung der armenischen freischerlern und das nachweislich über 850.000 muslime ermordet worden sind auf rache gesinnt und sich gerächt haben 

        ——-

        Waren es nicht 85 Millionen Muslime oder 850 Millionen Moslems, welche die bösen, christlich armenischen Freischärler getötet haben?

        Ich fasse es nicht!

         

    3. Der Genozid an den Armeniern ist Fakt und wurde nun als solcher anerkannt/bestätigt

      ——-

      Das der Fakt ist, ist so klar wie Kloßbrühe und so sicher wie der Genozid an min. 66 Mio. ukrainischer und russischer Christen durch die in ihrer absoluten Mehrheit jüdischen Bolschwiken in der Sowjetunion (s. dazu Alexander Solchenitsin '200 Jahre zusammen-Juden in der Sowjetunion' und 'Archipel Gulag'), wovon komischerweise auch nicht gesprochen wird. Geschweige, dass dieser einzigartige Genozid der neueren Geschichte als Völkermord anerkannt würde.

      Dass sich der Obertürke, Erdowahn gegen den 'Armenien Genozid' wehrt, ist verständlich und ich bin wahrlich kein Freund von Erdowahn und seinen chauvi Türken.

      Dazu muss man aber wissen WER die eigentlichen Drahtzieher waren. Der Oberdrahtzieher hieß Talaat Pascha oder Talaat Bey , seines Zeichens Großwesir und Innenminister. Talaat Pasche war 'Juntürke' (Revolutionär) und gleichzeitig gehörte er der Sekte der Dönme oder Donmeh an. Alle Jungtürken waren Dönme!

      Hier gibts Infos über die Dönme Sekte:

      https://books.google.es/books?id=ncg4sMAxalgC&pg=PT51&lpg=PT51&dq=Talaat+Pascha+%2B+D%C3%B6nme&source=bl&ots=LkLa08yuMm&sig=OgZKUoQXlaubXEONk77U_Glr-SA&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwjCnJeUsNPSAhWmB8AKHUDaBycQ6AEIMjAG#v=onepage&q=Talaat%20Pascha%20%2B%20D%C3%B6nme&f=false

       

  2. Wenn Wirtschaftswachstum nur im Paket mit blutrünstigen …

    Diktatoren zu haben ist, verzichten wir eben auf Beides.

    Die Armenien-Resolution war nicht unsinnig, sondern notwendig.

    Auch wenn sich der Verdacht nicht ausräumen lässt, dass das ganze Theater eine verabredete Inszenierung ist : Der Kalif kann auf den Putz hauen, und die deutsche Gastropoden-Politik sieht für einen Moment lang aus, als habe sie Rückgrat, bevor sie sich wieder in den Quallenstatus zurücksinken lässt.

    Insbesondere die deutsche Verfallenheit an Siegermärchen anstelle von Geschichtsbüchern nährt so einen Verdacht.

  3. Wer glaubt allein durch Handel den Frieden zu erhalten..der glaubt auch das dieser Raubtierkapitalismus alle reicher macht.

    Unsere Merkel spricht immer von Werten..jedoch nur als Phrase..denn sie hat keine.

    Doch Politiker sollten tatsächlich Werte haben und sie vertreten,anstatt nur ihrem eigenen Mammon zu fröhnen.

    Ansonsten fällt uns diese falsche Politik..wie wir immer öfter sehen..auf die Füsse.

  4. habe soeben das erste mal einen artikel von ihnen gelesen. hut ab, ich bin sehr davon angetan. gut geschrieben. machen sie weiter so

  5. Allein 2014 investierten deutsche Anleger mehr als neun Milliarden Euro in der Türkei und waren damit hinter den Niederlanden zweitgrößter Auslandsinvestor.

    ——-

    Was nichts anderes heißt, als dass für Neun Milliarden Euro deutsche Arbeitsplätze in das Billiglohnland und Steuerparadies Türkei ausgelagert wurden (outsorcing).

    Die Türkei ist nur die Werkbank Europas, Chians und Japans. Eigene, innovative Produkte, die auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig sein könnten, stellt die Türkei nicht her.

    Auf unmoralische Geschäfte (wie mit der Türkei oder China) verzichte ich gerne.

    Lieber schnalle ich den Gürtel etwas enger, obschon wir das garnicht brauchen, denn wenn man bedenkt, das an die Schwerstbereicherer allein 23 Milliarden (das sind allerdings nur die 'getürkten' offiziellen Zahlen), und an die Hochfinanzbankster allein per anno 40 Milliardenfür nix als heiße Luft- gehen, können wir uns den Ausfall des Türken- und China-Geschäfts locker leisten. 
     

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