Nachdem die ukrainische Soldatin im Rahmen eines Gefangenenaustausches befreit wurde, jubelten die westlichen Mainstreammedien über den „Erfolg der Demokratie“, wohingegen über inhaftierte  Journalisten aus Russland oder der Ostukraine befohlenes Schweigen herrscht. Zwei Journalisten aus Odessa wurden nun dank Russland aus der ukrainischen Haft entlassen.

Von Christian Saarländer

Wie mehrere Medien aus Russland und der Ostukraine berichten, wurde die ukrainische TV-Journalistin Jelena Glitschtschinskaja und ihr Kollege Witali Didenko aus der Haft befreit. Beide wurden zuvor wegen „Separatismus“ inhaftiert und sind seit Dienstag wieder auf freiem Fuß. „Wir danken der Russischen Föderation, dass sie bei unserer Befreiung geholfen hat“, sagte Didenko nach seiner Ankunft in Moskau.

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko begnadigte die Journalisten, welche dann noch am selben Tag die ukrainische Haftanstalt verließen. Russlands Präsident Wladimir Putin begnadigte im Gegenzug zwei Inhaftierte aus der Ukraine, die wegen Terrorismus verurteilt wurden.

Die Journalistin kam mit ihrem zwei Monate alten Baby nach Russland, welches sie in der Haft geboren hatte. Die Haftbedingungen dort bezeichnete sie laut Sputnik als „unmenschlich“, weswegen ihr Kind nun medizinisch behandelt werden müsste. Auch eine UN-Mission in der Ukraine beklagte die Zustände in der ukrainischen Haft und warf dem ukrainischem Geheimdienst SBU systematische Folter vor.

Loading...

Die Journalistin Glitschtschinskaja wurde 2015 vom SBU verhaftet, nachdem sie sich zuvor für die Rechter nationaler Minderheiten in Odessa eingesetzt hatte, der Prozess gegen sie wurde noch nicht beendet. Auch der Kollege Didenko, Chefredakteur des regierungskritischen Portals Infocenter wurde wegen „versuchter Zersetzung der Ukraine“ zu drei Jahren Haft verurteilt.

Die beiden Journalisten beteuerten immer wieder ihre Unschuld. In der Ukraine ist es laut einem UN-Bericht gängige Praxis der Behörden, dass man kritische Journalisten wegen Terrorismus oder Spionage inhaftiert. Die zwei russischen Journalisten die gegen Sawtschenko ausgetauscht wurden, wurden beschuldigt, für den russischen Militärnachrichtendienst GRU „spioniert“ zu haben. Es ist gerade zu beachtlich, wie wenig westliche Leitmedien über solche Vorgänge in der Ukraine berichten, während man sich seit 2014 – wie auch viele Politiker – aufopfernd für die Befreiung von ukrainischen Soldaten in russischer Haft eingesetzt hatte.

Wir brauchen ihre Unterstützung!

Liebe Leser, wenn Sie keine Premiumartikel lesen möchten, aber uns dennoch unterstützen wollen, dann können sie das auch mit einer Spende auf unser Bankkonto tun. Fragen Sie per eMail: [email protected] nach den Bankdaten oder übersenden Sie einen Unterstützungsbeitrag einfach per Paypal. Danke für Ihre Hilfe!

Loading...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.