Foto: Wkimedia Commons - World Economic Forum/Moritz Hager CC-BY-SA-2.0

Wie viele vorhersahen, brachte die britische Abstimmung über den Verbleib des Königreiches innerhalb der EU nicht den gewünschten Erfolg, den sich Organisator David Cameron eigentlich wünschte. Das Versprechen, die Bürger der Insel über Verbleib oder Austritt bezüglich EU-Mitgliedschaft entscheiden zu lassen, hatte sich als Eigentor erwiesen.

Von Uwe Ostertag

Obwohl führende Politiker Brüssels vor dieser Abstimmung warnten, zog Cameron es vor, die „Politik der tauben Ohren“, durchzuziehen. Vielleicht war sich Cameron in seiner Arroganz auch zu siegessicher.  Schuld an diesem Debakel ist und bleibt, dass die Mehrheit der Wähler Ungehorsam gegenüber der politischen Direktive zeigen. Eine Schwäche, welche sich auch in vielen EU-Staaten offenbart. 

Bürger entscheiden zu lassen, das kommt einem Eigentor gleich

Das zeigt doch, dass die Bürger im Vergleich zu früher, nicht mehr die braven Untertanen sind, welche in einem Zweiparteiensystem die Wahl zwischen Apfel und Apfel hatten – lediglich die Farbe war anders. Wer eine genaue Analyse macht, der weiß auch, dass statt des pragmatischen und bequemen Zweiparteiensystemes nun Parteien im Kommen sind, welche die alte Hierarchie zerstören wollen. Im Königreich ist es die UKIP unter Nigel Farage, in Frankreich der Front National unter Marie Le Pen und in Österreich die FPÖ unter Heinz Christian Strache.

Es gibt viele Faktoren, warum solche Querulantenparteien das alte Politgefüge zerstören. Der größte Faktor ist die Aufgeklärtheit des modernen Bürgers. In Zeiten des Internets haben alle die Möglichkeit, sich mannigfaltig zu informieren. Die gleichgeschaltete Presse verliert zunehmend Einfluss, obwohl diese den historischen Auftrag des Staates hat, die Bürger mit ihrer Art der Berichterstattung zu erziehen. Darum bezahlen sie auch mit Zwangsgebühren das Umerziehungsprogramm des staatlichen Bildungsfernsehens. 

Es gibt mittlerweile immer mehr freie Medien im Internet, welche nicht nur nicht im Interesse des Staates berichten, sondern dermaßen aggressiv die schlechte Politik in den Schmutz ziehen. Daher geht vielen Menschen mit der Zeit ein Licht und sie beginnen sich von den etablierten Parteien abzuwenden. Es entstehen immer mehr Netzwerke, in denen sich die Bürger austauschen können, wo der Staat es bis jetzt noch versäumte, hier auch noch die Aufsicht zu übernehmen. 

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Ein Rezept dagegen gefällig?

Die einfachste Möglichkeit wäre es, die Wahlen komplett abzuschaffen, was aber auch mit einem Volksaufstand enden könnte, da man damit den Bürger die Illusion raubt, dass sie eine Stimme hätten, welche sie in einer Demokratie abgeben könnten und das Wahlen wirklich was verändern würden. Die andere Möglichkeit wäre, die Informationsfreiheit der Bürger staatlich einzuschränken. Empfehlenswert wäre hier der „Kampf gegen den Terror“, welcher nur alibihalber vorgegaukelt wird. 

In der Türkei praktiziert man das hervorragend. Staatspräsident Erdogan hat sämtliche Medien im Griff, kommt es dennoch zu einer regierungskritischen Berichterstattung, wird der Sender im Rahmen einer Terrorismusprävention abgeschaltet. Des Öfteren kommt es auch zu Facebook- und Twittersperren, etwa wenn die Gefahr besteht, es könnten unbequemen Nachrichten über Erdogans Machenschaften in die Welt hinausgehen. Man müsste dann nur noch sämtliche Seiten im Internet sperren lassen, welche nicht mit der Ideologie des Staates konform gehen und die sozialen Medien unter staatliche Aufsicht stellen. Daran wird garantiert gearbeitet. 

Dieses System der totalen Kontrolle hat sich in Deutschland bei der Community Nummer Eins – bei Facebook – sehr bewährt. Vielleicht wäre ein Innenminister mit den Fähigkeiten eines Heiko Maas bestens prädestiniert für sämtliche EU Staaten, die Kontrolle der sozialen Medien zu übernehmen, um den Fortbestand dieser Friedensunion zu gewährleisten. 

Aus den Fehlern lernen

Die EU-Innenminister werden sich bald schon zusammensetzen, sie werden die Ursachen der Volksentscheidniederlage genau analysieren und auch die richtigen Schlussfolgerungen daraus ziehen. Vorerst gilt es, weitere Volksentscheide zu verhindern, damit die Europäische Union nicht noch weiter bröckelt und am Ende wie ein Kartenhaus in sich zusammenfällt. In der Zwischenzeit darf man allerdings in der EU nicht untätig sein, sondern muss auch versuchen, sämtliche Medien – egal ob Zeitungen, Fernsehen, Rundfunk und Internet – unter staatliche Kontrolle zu bringen, um dann erzieherisch auf die Bürger einzuwirken.

Die nächste Stufe wäre Politquerulanten – wie unliebsame Parteien und Organisationen – verbieten zu lassen, da diese Verrat an der freiheitlich demokratischen Friedensunion mit Sitz in Brüssel betreiben. Erst wenn diese Bedingungen erfüllt sind, kann Brüssel auch wieder positiv Volksentscheiden entgegensehen. Wenn es hierbei nicht um existentielle Fragen der EU geht. Ironie off!

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13 KOMMENTARE

  1. Vielleicht war der österreichische Auszählmodus in GB vorgesehen, aber es gab da eine Panne, die das erwartete Ergebnis verhinderte  ? Achtung Satire!

  2. Wenn sie die totale Kontrolle über die Bevölkerung wollen ist dies vielleicht machbar, die Ansicht des Einzelnen ändert sich dadurch nicht. Im Gegenteil, das wirkt wie ein Brandbeschleuniger und wird dann im Untergrund völlig unkontrollierbar und solange die Bürger noch ein Ventil haben öffentlich ihren Frust anderen mitzuteilen ist die Gefahr von Aufständen weniger groß, als nach Einführung repressiver Mittel. Wenn der Leidensdruck größer wird, geht irgendwann einmal der Deckel hoch und in der Geschichte gibt es dutzende von Beispielen, daß auch die Macht eines repressiven Staates nur begrenzt und auf Dauer nicht haltbar ist, das wird auch die Regierung in der Türkei irgendwann erfahren müssen.

    • "Man kann einen Teil des Volkes die ganze Zeit täuschen und das ganze Volk einen Teil der Zeit. Aber man kann nicht das gesamte Volk die ganze Zeit täuschen."

      Abraham Lincoln

  3. Die EU-Innenminister werden sich bald schon zusammensetzen, sie werden die Ursachen der Volksentscheidniederlage genau analysieren

    Gauck hat doch dazu schon alles gesagt, was gesagt werden musste: "Das Problem sind nicht die Eliten, sondern die Bevölkerung."

  4. Wenn Brüssel die EU so gelebt hätte wie sie es den Europäern mal vor 24 Jahren (Masstrich-Vertrag) so vollmundig schmackhaft gemacht hatten, wären sicher auch nicht so viele Bevölkerungsschichten frustriert. Aber im Nachhinein hat sich das ganze Konstrukt als ein verselbstständigter, extrem bürokratischer Haufen, volksentkoppelter Politbonzenapparat herausgestellt, egal aus welchem Land kommend. Wenn man mal nach der Herkunft und den wirtschaftl. Verbindungen der ganz oben Sitzenden forscht, wird einem schlecht. Wenn man dann noch die korrupten Machenschaften, z.B. des Präsidenten der EU Kommission Juncker – z.T. heimlich mitgeschnitten – erfährt, dann will man einfach nur noch AUSWANDERN!!!:

    http://newsbote.com/politik/die-neuen-lugen-des-jean-claude-juncker/

     

     

  5. Man muß die Wahlen ja nicht gleich wie einst der dumme Adolf abschaffen. Es ist viel besser, diese nur zu manipulieren.

  6. Kartenhaus EU!

    ——-

    Treffend ausgedrückt!

    Natürlich versuchen jetzt die Oberpuppets der Hochfinanz- und Big Corporate Business 'Eliten', Merkel und Hollande, potentielle Abweichler und Rebellen innerhalb der US-Israel Kolonie EUdSSR, mundtot zu machen und 'auf Kurs' zu bringen.

    Es wird nicht gelingen!

     

     

    Eine Weisheit der Dakota-Indianer sagt:

    "Wenn Du entdeckst, dass Du ein totes Pferd reitest, steig ab!"

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