Auch wenn Großbritannien aus der EU austritt, muss dennoch das europäische "Friedensprojekt" fortgeführt werden, verlangt Asselborn. Ungarns Victor Orban ist anscheinend auch ein glühender Europäer, er wird noch zum Wochenbeginn eine Kampagne in britischen Zeitungen starten, welche für den Verbleib in der EU aufrufen soll. Und die Wirtschaft malt andauernd neue Untergangsszenarien aus, falls der Brexit Wirklichkeit werden sollte. 

Von Redaktion/dts

Am 23. Juni werden die Briten in einer Volksabstimmung über einen EU-Verbleib entscheiden. Nach Ansicht von Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn muss die EU auch nach einem "Brexit" an ihrem Integrationskurs festhalten. "Der Austritt Großbritanniens wäre ein gravierender Einschnitt, aber trotzdem müsste bei einem `Brexit` das europäische Friedensprojekt fortgesetzt werden", sagte Asselborn dem "Tagesspiegel am Sonntag". Zugleich wandte sich Asselborn gegen Nachverhandlungen zur Wahrung der britischen EU-Mitgliedschaft für den Fall, dass sich die Briten beim Referendum für den Austritt aus der Gemeinschaft entscheiden sollten. "Nachverhandlungen sind keine Option, allein schon deshalb, weil man das demokratische Votum achten muss", sagte er. "Wenn sich die Briten für den `Brexit` entscheiden, dann ist der `Brexit` Realität."

Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán greift als erster EU-Regierungschef des Kontinents in den Kampf um den "Brexit" ein: Wie die "Bild" berichtet, wendet sich Orbán in einer für nächste Woche geplanten Anzeigenkampagne in britischen Zeitungen direkt und persönlich an die Briten und erklärt: "Ihr habt die Wahl, aber ich möchte, dass ihr wisst: Ungarn steht mit Stolz zu euch als Mitglieder der Europäischen Union." Am Rande eines Treffens mit deutschen Unionspolitikern sagte Orbáns Staatskanzlei-Minister Antal Rogan: "Bei allen Differenzen in der EU muss Europa zusammenhalten. Die Briten sollten uns nicht den Rücken kehren. Wir brauchen sie – nicht zuletzt, um auf die Einhaltung von Regeln zu pochen."

Der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag und Transatlantik-Koordinator im Auswärtigen Amt, Jürgen Hardt (CDU), warnt britische "Brexit"-Befürworter, dass es auch im Falle eines "Leave"-Votums keine weiteren Sonderregelungen für Großbritannien geben werde. In einem Gastbeitrag für den "Tagesspiegel am Sonntag" schreibt er, es beunruhige ihn, dass sich Wähler von taktischen Überlegungen leiten lassen könnten in der Hoffnung, dass Großbritannien im Falle einer Entscheidung für den "Brexit" weiter reichende Sonderregelungen erreichen könnte, als es Premierminister David Cameron im Februar gelungen ist. Auch CSU-Vorstand Markus Söder und CDU-Bundesvize Armin Laschet sprachen sich gegen einen "Brexit" aus. "Die europäische Familie muss zusammen bleiben. Ohne England ist Europa nicht komplett", so Söder und Laschet.

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Industriepräsident Ulrich Grillo hat vor erheblichen negativen Folgen eines britischen EU-Austritts für die deutsche und europäische Wirtschaft gewarnt: "Ein britischer Austritt würde eine hohe Rechtsunsicherheit für die Wirtschaft bedeuten. Gerade deutsche Unternehmen wären dramatisch betroffen", sagte Grillo der "Rheinischen Post". "Deutschland ist das wichtigste Lieferland Großbritanniens und zweitwichtigster Absatzmarkt für britische Produkte", sagte Grillo. "Als Folge würden Investitionen stark schrumpfen", so der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI).

Auch die politischen Folgen eines "Brexit" wären aus Sicht der Wirtschaft verheerend. "Die Briten sind für uns auf dem Kontinent entscheidende Partner. Wir brauchen sie, um strukturelle Reformen durchzusetzen und wettbewerbsfähiger zu werden", betonte der Industriepräsident. Europa habe "unendlich viel von einem starken britischen Partner in der EU". Denn nur gemeinsam "werden wir Europäer in der Welt noch erfolgreich sein können. Sonst versinken wir getrennt in der Bedeutungslosigkeit", warnte Grillo. "2050 wird voraussichtlich kein einziges europäisches Land allein mehr zu den neun größten Volkswirtschaften weltweit zählen", sagte der BDI-Präsident.

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) erwartet "gravierende Folgen" für die Handelsbeziehungen im Fall eines "Brexit". In einem Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" erklärte Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben, sechs von zehn deutschen Unternehmen, die in Großbritannien tätig seien, würden ihre Geschäfte "herunterfahren". Das habe eine Umfrage der deutsch-britischen Auslandshandelskammer ergeben.

Das Vereinigte Königreich ist laut DIHK drittgrößter Abnehmer deutscher Exporte weltweit. Die deutsche Wirtschaft liefere jährlich Waren für rund 90 Milliarden Euro auf die Insel. Etwa 750.000 Arbeitsplätze hingen hierzulande davon ab, betonte Wansleben. Er wies ferner darauf hin, dass Großbritannien weltweit gesehen der größte Direktinvestor in Deutschland sei. Über 200.000 Beschäftigte arbeiteten bei britischen Unternehmen in Deutschland. Bei einem "Brexit" könnten solche Investitionen erheblich erschwert werden.

Für die deutsche Wirtschaft bliebe die Insel im Falle eines britischen EU-Ausstiegs zwar ein wichtiger Markt, aber der Handel würde eindeutig schwieriger, sagte Wansleben. Dies liege nicht zuletzt an der weiteren Abwertung des Pfunds. Ob ein "Brexit" zu einem gegenseitigen Aufbau von Zöllen führe, sei offen. "Klar ist jedoch: Selbst, wenn die EU in diesem Fall auf Zölle verzichten würde, kommt auf die Unternehmen definitiv viel mehr Bürokratie zu", sagte der DIHK-Hauptgeschäftsführer. Innerhalb der EU abgeschaffte Außenhandelsvorschriften würden bei Im- und Exporten mit Großbritannien wieder greifen.

 

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10 KOMMENTARE

  1. Und wie sie alle immer lauter krächzen..die Geier..soviel Angst das ihnen jemand ihre Beute aus den Krallen entreisst.

  2. ich kann,s nur wiederholen…………….Die EU-Diktatur ein diktatorisches Zwangssystem . Die EU-Kommission hat kein Mandat von den EU-Bürgern. Sie ist, ähnlich dem Politbüro der KPdSU, eine monolithische Machtkonzentration, die selbstherrlich und von niemandem autorisiert als von sich selbst, eine Politik gegen hunderte Millionen Menschen ihres Einflussbereichs macht. Von Linken beherrscht, bedrohen" EU-Kommissare" Einzelpersonen, Organisation und ganze Staaten in der EU, die sich ihren Anordnungen nicht beugen.Islamisierung Europas, massive Einwanderung von meist moslemischen Immigranten, Auflösung der Nationalstaaten des ältesten Kulturkontinents der Welt, Gleichschaltung aller Kulturen, Zerstörung der christlichen Wurzeln und der familiären Strukturen unseres Kontinents.Die heutigen Despoten kennzeichnen sich durch einen ausgesprochenen Rassismus gegen ihre eigenen Völker: Werfen sie Kritikern ihrer Massenimmgitaions-Politik regelmäßig Fremdenfeindlichkeit vor, so erfüllt ihre Politik, die sie gegen den Willen der Mehrheit ihrer Völker durchziehen, den Tatbestand der Feindlichkeit gegen die eigene Rasse. Das einst so hoch gepriesene geeinte Europa wurde mit der schleichenden Übernahme des europäischen Machtzentrums durch herrschsüchtige "Sozialisten" zu einem Horrorszenario: Die EU wurde das, was sie einst  abzuwehren gedachte: ein diktatorisches Zwangssystem. Wenn ein oder mehrere Länder beschließen aus diesem Zwankskorsett auszubrechen, haben verdammt nochmal diese Diktatoren nicht das Recht, die Länder mit aller Gewallt in diesem Käfig zu halten.

    • Ernst..

      .''.die EU wurde das,was sie einst abzuwehren gedachte:ein diktatorisches Zwangssystem.''

      Ein Satz den man sich gaanz langsam auf der Zunge zergehen lassen sollte.

  3. – ohne England ist Europa nicht komplett – ????

    Wenn nicht einmal mehr diese 'glühenden Europäer' erkennen, daß ein Europa nichts mit einer 'EU' zu tun hat und sich gehaltsmäßige 1.800 Bundespräsidenten und 4.400 Bundeskanzlerinnen seit 1990 in Brüssel, im Rahmen der EUROsion, um die Inbesitznahme der europ. Gesamtkasse, bisher vergeblich, bemüht haben, dann dürfte da etwas mehr als faul im Staate Dänemark sein. So kann man mit dem 'Brexit' nur hoffen, daß es mehr England als 'EU' in diesem verfahrenen Eurokratensystem gibt, um nicht in sich anbahnende Gesamtpleite dieser Animal Farm mit hineingerissen zu werden.

  4. Es fällt auseinander,  was von Anbeginn nicht zusammengehörte !  Flickschusterei von Anfang an -, wie soll daraus ein tragbarer Schuh werden ? Rette sich wer kann, so heißt jetzt die Devise.

  5. Alles was von den EU Drahtziehern den europäischen Völkern vorgespiegelt wird sind niederträchtige Lügen. Es geht ausschließlich um die ideologischen Interessen einer Politclique die an der imperialen Machtausbreitung interessiert ist. Es sind in Wahrheit Faschisten! Darum rette sich wer kann!!!

  6. Hab gestern das Interview in Phoenix (aus der Asche haha) mit diesem Professor von der Uni Oxford, der sagte die Leute hätten Angst vor den Eliten aber die Probleme könnten auch auf nationaler Ebene nicht gelöst werden blablabla: yES sIR, Lügen haben kurze Beine, Auftragsagent.

  7. Sachpolitisch haben diese EU Drahtzieher absolut nichts aufzuweisen,  ganz im Gegenteil seit die sich in Brüssel (mit tatkräftiger Unterstützung der nationalen Altpolitiker)  schmarotzend festgesetzt haben ziehen sie eine Spur der Verwüstung durch ganz Europa. Ich möchte nocheinmal betonen ausserhalb eines Chaos isoliert zu sein, ist ein  G l ü c k s f a l l  !

  8. Die EU ist ein Prasiten- und Schmarotzer-Konglomerat. Höchste Zeit, dass diese marode hochverschuldete Kloake trocken gelegt wird und die einzelnen Länder ihre wirtschaftlichen Einnahmen wieder für ihre eigene Infrastruktur verwenden können. Nichts wie raus aus diesem stinkenden Sumpf!

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