Warum muss ein Parlament über historische Begebenheiten befinden und Resolutionen verfassen? Die Politik mischt sich zu gerne in Dinge ein, die man Historikern überlassen sollte.

Von Marco Maier

Ob die Begebenheiten damals, in den Jahren 1915/16 tatsächlich als Völkermord eingestuft werden können, müssen eigentlich Historikerkommissionen klären. Egal ob nun die Französische Nationalversammlung oder auch der Deutsche Bundestag – sie alle können Resolutionen als Form von politischer Pädagogik beschließen, doch ist das tatsächlich notwendig?

Selbst wenn es sich hierbei um einen Genozid gehandelt haben sollte, dann ist es nach wie vor eine Sache der Türkei, wie sie mit diesem Thema umgehen wird. Man muss ja nur einmal vergleichen, wie unterschiedlich beispielsweise Deutschland und Japan mit ihrer Geschichte in Sachen erste Hälfte des 20. Jahrhunderts umgehen. Eine Einmischung in die internen Angelegenheiten anderer Staaten ist hier völlig unangebracht.

Wenn man in Sachen Geschichte irgendwelche Resolutionen beschließt – ab wie vielen Jahren zeitlichem Abstand wird eine Grenze gezogen? Kann man die heutigen Nordamerikaner für ihre Abschlachtung der Indianer, den damaligen Landraub und die Sklavenhaltung überhaupt noch verantwortlich machen? Wie steht es um die Franzosen und Napoleon? Wie mit Stalin, Pol Pot, Mao Zedong & Co? Was ist mit all den Kolonialreichen der Vergangenheit?

Geschichte ist Geschichte. Man sollte daraus lernen, nicht aus politisch motivierten Gründen darauf herumreiten. Vor allem kann man die heutigen Generationen nicht für das verantwortlich machen, was Vorgängergenerationen gemacht haben. Auch eine Verantwortungskultur braucht ein Ablaufdatum.

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8 thoughts on “Armenien-Resolution: Das unnötige politische Theater”

  1. "Geschichte ist Geschichte. Man sollte daraus lernen, nicht aus politisch motivierten Gründen darauf herumreiten."

    Das sollte sich jeder Deutsche und die gesamte Welt in Bezug auf Deutschland zu Herzen nehmen!

     

  2. Aber bei uns wird doch auch von vielen laufend auf dem "Holoquaust" herum geritten, vor allem in letzter Zeit. Unsere Generation kann doch nichts dafür. Die das verantwortet haben sind längst tot. Da müssen sich da andere auch mal gefallen lassen, auch wenn es nicht unbedingt notwendig gewesen wäre.

  3. Wenn ich als Kind eine Hausaufgabe nicht lösen konnte, habe ich erst einmal die Music angemacht. Das hilft zwar nicht-aber lenkt ab !

  4. "Auch eine Verantwortungskultur braucht ein Ablaufdatum." Sehr richtig ausgedrückt! Vor alllem hat das in jedem – wie auch immer gearteten Fall – zu gelten.

  5. "Vor allem kann man die heutigen Generationen nicht für das verantwortlich machen, was Vorgängergenerationen gemacht haben. "

    Nanu!? Aber bei uns Deutschen ist das anders? Wir sollen nach Meinung unserer "Vorreiter" mit der Geißel durch die Stadt laufen und uns für die deutsche Vergangenheit schämen?

    Aber mal im Ernst: Ich lasse mich eh nicht dafür verantwortlich machen, was ich nicht begangen habe! Und das furchtbare Holocaust-Gejammer geht mir wenigstens noch so lange gehörig auf den Sack, solange über die restlichen über 50 Mio. Opfer des 2. WK nicht im gleichen Atemzug gesprochen wird – insbesondere die über 27 Mio. Opfer, die die Sowjetunion zu beklagen hatte!

    So lange ist das für mich nur geheuchelte und gequirrlte Scheisse!

    Warum nicht auch mal anderen Ländern klar machen, dass sie Dreck am Stecken haben!?

    Insbesondere den verpeilten Türken gönne ich das!

               ————————-

    Was nun aber die Amerikaner angeht: Gerade sie sind es, denen ich mit ihrer langen "Tradition" genauso lange die Verantwortung gebe! Denn die heutige Generation dort hat sich keinen Deut weiterentwickelt! Oder glaubt jemand im Ernst, sie würden heutzutage nicht genauso mit den Indianern umgehen, wenn es um Gold, Erdöl und Erdgas ginge?

    Dabei spielt es für mich keine wirklich wichtige Rolle, ob es nun deswegen eine Resolution gibt oder nicht.

  6. Kann man die heutigen Nordamerikaner für ihre Abschlachtung der Indianer, den damaligen Landraub und die Sklavenhaltung überhaupt noch verantwortlich machen? Wie steht es um die Franzosen und Napoleon? Wie mit Stalin, Pol Pot, Mao Zedong & Co? Was ist mit all den Kolonialreichen der Vergangenheit?

    dafür, dass das Deutsche Reich seine kolonien nicht durch krieg sondern durch kauf erworben hat und diese nicht ausbeutete sondern in sie investierte, kann man die heutigen generationen, denen alles inklusive ihrer geschichte und ihren nationalen identitäten alles weggenommen wurde tatsächlich immernoch verantwortlich machen – zumindest macht man es schon fast 100 jahre.  

  7. Die vom Bundestag aufgewendete Energie für die Armenien-Resolution hätte lieber für die Ausarbeitung und den Beschluß eines Einwanderungsgesetzes verwendet werden sollen, welches bei der Bewältigung ähnlicher Vorgänge in der Zukunft wesentlich nützlicher wäre, als Ereignisse 'aufarbeiten' zu wollen, die bedauerlicherweise nicht mehr zu ändern sind.

  8. Zum Artikel: Kann man Amerika verklagen wegen der Geschichte mit den Indianern, und wegen den Irak – Krieg, NEIN, weil Sie die Welt beherrschen und einen ständigen Sitz im Sicherheitsrat haben. Und außerdem hat es mit der Kolonisierungen von den Europärern (Deutschland) angefangen. In dieser Zeit sind die Ureinwohner durch eingeschleppte Krankheiten gestorben. Man will mit sowas eigentlich zeigen, das Verbrechen auch später bestraft werden, damit solche Ereignisse nicht wieder vorkommen. 

    Klar hat Deutschland in seiner Geschichte als Hitler-Deutschland Fehler gemacht, und haben sich Entschuldigt und Reparationen bezahlt bzw. erbracht. Man soll es nicht vergessen, aber man soll nicht draufrumreiten.

    Die Welt ist klein, und leider waren unbeteiligte deutsche Ofizierre vor Ort gewesen und haben diese beobachtet

    Bitte fachlich bleiben und kein Mist erzählen, wenn einem dieses Thema nicht interessiert ind keine Ahnung von der Geschichte hat.

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