Offenbar haben die Ergebnisse der russischen Streitkräfte in Syrien Früchte getragen. Natürlich, die Früchte sind bei weitem nicht die erträumten, aber konnte man denn auch wirklich auf wohlwollende Beziehungen zu den westlichen Partnern rechnen?

Von Thomas Roth

Es ist heute so wie es ist. Und zwar hat der Westen den Wunsch, die Russen ins nächste Wettrüsten und damit zur ökonomischen Niederlage zu treiben, wie es mit der UdSSR geschah. Deshalb ist es der Wunsch der Herrn der NATO, möglichst viele von ihren Waffen direkt an der russischen Grenze zu platzieren. Dabei sagen sie, dass sie ganz sicher diese Grenze nicht verletzen werden. In Syrien ist das ganz anders. Da kann man alle Sendungen der NATO-Raufbolde  mit einer Markierung erwarten: "Made in USA".

Der neue NATO-Oberbefehlshaber in Europa, General Curtis Scaparrotti, übertrifft seinen Vorgänger Philip Breedlove noch im Heißmachen. Mit der Äußerung, "die NATO müsse immer bereit sein, ‚schon am Abend‘ gegen Russland Krieg zu führen", hat der neue Oberbefehlshaber der Allianz seinen Vorgänger im Anheizen der Kriegshysterie noch weit übertroffen. Scaparrotti hatte Russland gestern als eine der Hauptbedrohungen genannt, mit denen sich die Allianz konfrontiert sehe. Es gibt in seiner Welt niemanden, der ihn hinterfragt.

Da er mindestens dieselbe Politik weiterführen wird, muss er sich auch bemühen, den Vorgänger zu übertreffen. Und es ist vollkommen natürlich, dass gerade die baltischen Limitrophe neue Energie daraus ziehen. Das, was alle Feldherren aus den baltischen Mikrobildungen mit kalten Schweiß auf der Stirn nachts schreien: "Die Russen kommen!", ist allgemein bekannt. Und gerade jetzt wünschen sie sich die "anwachsende" äußere Bedrohung seitens Russlands widerzuspiegeln. Und schließlich müssen die ständigen Manöver unter Leitung der westlichen Kollegen endlich mal Früchte tragen. Das Thema Ausbildung eines Zuges sollten die Balten jetzt wirklich endlich beherrschen und damit zur Kompanieübung übergehen können.

Die Tatsache der Unterbringung der amerikanischen Bataillone an den russischen Grenzen ist ihnen natürlich unangenehm. Es ist auch unangenehm, wenn sie in dir ständig den Aggressor sehen und sich dann den Anschein geben, dass das Bataillon gerade das ist, was diese Aggression aufhalten kann. Irgendwie ist das auch hochgradig respektlos und nicht zielführend.

Loading...

Wahrscheinlich hat gerade deshalb Minister Schoigu am 4. April angekündigt, dass in der westlichen Richtung, wo sie sehr gern ihre Manöver durchführen, noch zwei Divisionen gegründet und stationiert haben und bei Rostow am Don eine dritte. Das geht richtig schnell. Selbst die Unterkünfte zu errichten (aus Fertigteilen) dauert nicht länger als insgesamt 14 Tage. Man geht dort von vorhandenen Brigaden wieder auf die schon vor Jahren erprobte Divisionsstruktur zurück (ca. 10.000 Mann, 3 MSR, 1 PR, 1 AR, 1 FlaSFLR mit modernst möglicher Technik ausgerüstet). Und die Russen werden auch Manöver durchführen. Herzlich gerne und mit den berühmten russischen Maßstäben. Wer will – schließt sich ihnen an, wer nicht will – zieht seine Schlussfolgerungen.

Lange fragte ich mich, warum stellen sie dort Bataillone auf. Um die russischen Truppen anzuhalten? Damit doch ganz sicher nicht.
Eine ähnliche Situation gibt es auch in puncto Luftwaffe. Ja, so ein Pärchen F-22 ist ein wichtiger Beitrag für die Verteidigungsfähigkeit der Balten. Und sie können da fliegen bis zur Abschreibung. Später werden sie Denkmäler aus ihnen machen.

Also immer wieder die Kardinalfrage: Warum? Warum diese Hektik? warum dieses Russlandbashing? Warum die Hysterie in der deutschen Presse? RT (Dr. Ritz) gibt dazu heute die folgende Antwort: Wegen der ideologischen Schwäche des heutigen Westens. Von Jahr zu Jahr wird immer deutlicher, dass sich die heutige westliche Welt in einer tiefgreifenden geistigen und kulturellen Krise befindet, die sich immer weiter vertieft, weil sie völlig ziellos ist. Die Ausstrahlungskraft des westlichen Systems ist im Abnehmen begriffen. Seine Versprechen tragen nicht mehr und seine Überzeugungen werden zunehmend hinterfragt. Man könnte auch sagen, der Westen ist mit einer Krise seiner Ideologie konfrontiert.

"Diese ideologische Krise des Westens hat viele Ursachen. Der wichtigste Grund besteht darin, dass die westliche Welt ein falsches Bild von sich selbst und damit auch eine falsche Vorstellung von ihren Beziehungen zu anderen Kulturen entwickelt hat. Diese Fehlentwicklung kam zustande, weil die USA und ihre Verbündeten in den 1990er Jahren die Entwicklung einer außenpolitischen Strategie für die Zeit nach 1989 lediglich einer sehr kleinen Gruppe von Menschen anvertraut hatten, im Überschwang des Sieges über die UdSSR war das nicht wichtig.
Es handelte sich hauptsächlich um in so genannten Think Tanks oder auch Denkfabriken beschäftigte Akademiker, die größtenteils einen ähnlichen wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Hintergrund hatten. Die meisten von ihnen hatten bereits während des Kalten Krieges ihre Karriere begonnen und deshalb die westlichen Positionen in der Systemauseinandersetzung tief verinnerlicht. Da es sich bei ihnen in der Mehrzahl um Akademiker und nicht um Intellektuelle handelte, legten sie sich keine grundsätzliche Rechenschaft über die Grundkategorien ihres Denkens ab. Dafür gibt es heute die Quittung.

Weil die Öffentlichkeit ebenso wenig an der Ausarbeitung beteiligt war wie unabhängige Intellektuelle, schlichen sich Wunschvorstellungen in die Konzeption der 'Grand Strategy 12' nach 1989 ein. Der erhebende Glaube an die unumschränkte Vorherrschaft des Westens wurde so zum Leitmotiv. Hinzu kam das Bedürfnis, die eigene Karriereplanung zu befördern. Es wurde veröffentlicht, was dem Zeitgeist entsprach und der eigenen Karriereplanung dienlich war.

Am Ausgangspunkt dieses neuen Kalten Krieges, den wir heute erleben, steht somit eine – vorsichtig ausgedrückt – nicht sehr realistische Grundidee: nämlich die, dass es möglich wäre, die gesamte Welt mit ihren vielen, oft Jahrtausende alten Kulturen zu verwestlichen. Diese Vorstellung ist eigentlich zu unrealistisch, um zum Ausgangspunkt einer groß angelegten außenpolitischen Strategie zu werden. Und doch ist in den vergangenen 25 Jahren genau das passiert." Dr. Hauke Ritz

Nichtsdestoweniger muss man daran denken, dass das Bataillon der amerikanischen Raufbolde nicht das Äußerste ist, was in Suomi passieren kann. Und wenn dann Handlungen gegen Russland beginnen, dann werden es keine Scherze sein. Sie wissen wie weit Peter von der russisch-finnischen Grenze entfernt liegt. Deshalb, wie ich es auch drehe, man muss das Geld ausrechnen, das Regiment "Iskander" aufstellen (besser zwei), sie auf das friedliche finnische Territorium richten, wo die Fachkräfte der NATO und ihre Brüder im Geiste sitzen werden.

Ich habe, wenn ich ehrlich sein soll, über die Balten seit langem das Kreuz geschlagen. Aber den Schweden und den Finnen hätte ich dringend empfohlen, über sich und ihre Zukunft nachzudenken. An einem schönen Tag spazieren zu gehen, sich an der frischen Luft zu erfreuen, zu atmen. Dann noch einmal auf die russische Seite zu kommen und da das Gleiche zu tun.
Und dann später, am nächsten Tag, nüchtern darüber nachzudenken, ob das alles notwendig ist.

Wir brauchen ihre Unterstützung!

Liebe Leser, wenn Sie keine Premiumartikel lesen möchten, aber uns dennoch unterstützen wollen, dann können sie das auch mit einer Spende auf unser Bankkonto tun. Fragen Sie per eMail: [email protected] nach den Bankdaten oder übersenden Sie einen Unterstützungsbeitrag einfach per Paypal. Danke für Ihre Hilfe!

Loading...

17 thoughts on “Wohin will die NATO? Provokation oder Suizid?”

    1. Jedesmal, wenn die NATO mal wieder mit dem Säbel rasselt, fällt mir ein, was Pr.Putin auf dem Höhepunkt der Ukraine-Krise in einem kurzem Interview singemäß sagte: Unsere "Partner" sollten sich nicht täuschen, wenn unser Territorium vom Territorium der Ukraine aus angegriffen werden sollte, wird sich unsere Antwort nicht auf Kiew, Charkow, Lemberg etc. erstrecken; dann werden entspr. westliche Hauptstädte eingeäschert. Diese Aussage muss man nur geografisch modifizieren,dann wird die Strategie klar.

       

  1. Ich glaube die Russen lassen sich nicht provozieren, sondern verstärken ihre Bemühunge -auf allen Ebenen mit China- zum entscheidened Enthauptungsschlag dieser kriminellen Vereinigung.

  2. Russland und China müssen eine Militärallianz Gründen und den Erstschlag gegen das Verbrecher Regime durchführen. Diese Provokationen stinken schon bis zum Himmel. Wenn Europa nicht aufpasst versinkt es in Schutt und Asche. 

  3. Ich glaube vielmehr, dass der westliche Finanzkollaps der eigentliche Grund für die Eile im Säbelrasseln gegen Russland ist. Dem Westen geht buchstäblich die Puste aus, weil das Casino in immer kürzeren Abständen immer mehr Futter verlangt.

    So schnell können die Computer keinen Nachschub generieren, nicht einmal virtuell und die geplünderten Ölquellen in Südwestasien mit ihren Kulturschätzen sind auch bereits verfeuert.

    Wall Street, die City und auch Frankfurt und Tokio stehen vor dem finalen Bankrott, deswgen wird jetzt – einmal mehr, mit Krieg abzulenken vesucht.

    Es ist die immer wiederkehrende alte Leier des angelsächsischen Finanzfaschismus. Im Gegensatz zu dem was früher, also vor WKI und II Deutschland repräsentierte und heute China/Russland. Nämlich physische Entwicklung zu betreiben und nicht nur eine Handvoll virtueller Milliardäre zu schaffen.

    1. Volle Zustimmung! Die Zeit fäuft denen davon und wenn die nicht auf die Russen losgehen, und Sie werden im September auf die Russen losgehen, sind Sie zum Jahresende Bankrott im alt hergebrachten Sinn des Wortes.

  4. ich denke, die nato wird wegen ihres aggressiven verhaltens sehr bald so auf die fresse bekommen, dass sie nie wieder aufsteht. die haben noch nicht kapiert, wie stark die russen sind, auch technologisch.

  5. "die Nato wird………. auf die Fresse bekommen"

    Alle ,die diese Einstellung haben,bitte ich zu bedenken,dass Krieg immer auch das Ende der menschlichen Vernunft bedeudet.Im Krieg wird auch der friedliebenste zum Tier. Und genau das sollten wir uns nicht wünschen.

    Wenn Putin trotz der vielen Messer im Rücken noch von "Partnern" redet,wenn er die "Westmächte"meint,zeugt von einem starken staatsmännischen Selbsbtbewustsein und den absoluten Willen den Krieg zu vermeiden.

  6. @bernhard, mir gefällt das mit dem krieg auch nicht, und zwar gar nicht, aber ich bin inzwischen zu der überzeugung gekommen, dass nur ein starkes militär die agressive hegemoniale nato von ihren dreckigen handlungen abhält, nämlich andere souveräne länder zu überfallen und auszurauben. deshabl bin ich froh, dass die nato in den russen einen überlegenen gegner hat. oder zumindest der preis bei einem angriff der nato selbst dabei unterzugehen zu hoch ist. eine andere sprache versteht die nato leider nicht. man kann nicht vernünftig mit ihr reden. russland (putin) versucht es doch ständig und wird immer wieder abgewiesen.

  7. Die Amerikaner verhalten sich wie Hunde. Sie pinkeln alle Länder an, die nach ihrer Ansicht, zu ihrem Herrschaftsbereich gehören. Das alles gehört zur einkreisung Russlands und China.

  8. Das ist doch nur Irre, was die NATO unter der Führung der USA veranstalten. Das geht solange gut, bis Putin Ernst macht. Die Nato ist doch nicht wirklich davon überzeigt, auch nur den Hauch einer Chance gegen Russland zu haben, oder sind die wirklich so dämlich ?

    1. Zu den bescheuerten gehört ganz sicher das besatzungskonstrukt BRiD, denn von den US-Basen hier werden Drohnenangriffe koordiniert, die Geheimdienste aktiviert und private US-Konzerne helfen ihnen. Wir hingegen ZAHLEN DAFÜR!

      Die BRiD spielt natürlich auch eine wichtige Rolle bei der Operation Atlantic Resolve, die nach der Ukraine-Krise ins Leben gerufen wurde. Militärgeräte werden aus den USA nach Bremerhaven verschifft. Von dort aus werden die Geräte und Truppen nach Polen, in die baltischen Staaten, Rumänien und Bulgarien weiter verlegt, berichtet die US Army of Europe in einem Factsheet.

  9. Man sollte diesen geistesgestörten Spirelli sein Gehänge in das kriegshetzerisches Maul stopfen, und ihm eine Plastik-Tüte über den Kopf ziehen.

  10. Diese NATO wird eine der Letzten sein, die erkennen werden, daß weniger die Gefahr von weggesperrten Psychopathen ausgeht, sondern von Leuten wie Scaparotti, die noch frei herumlaufen und man  ihnen erst in den Arm fallen wird, wenn alles zu spät sein wird.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.