Die Erfolge in Syrien führen dazu, dass der "Islamische Staat" seine Aktivitäten zunehmend in andere Länder verschiebt. Unter anderem auch nach Libyen. Dort wird Russland wohl als nächstes helfen müssen.

Von Thomas Roth

Im Zuge der syrischen Antiterroroperation hat sich die Situation in der Region immerhin verändert. Das vom IS beherrschte Territorium wurde verkleinert, die Möglichkeit, den Kämpfern Sicherheit zu geben, hat sich deutlich verringert, es sind Probleme entstanden. Es ist bekannt, dass sich jetzt der Kern des IS aus der euroasiatischen Region verlagert, es werden Kämpfer in anderen Regionen der Erde untergebracht.

Im Falle ihrer beginnenden Verdrängung aus der Region fingen die Kämpfer an, einen Nachfolgebrückenkopf für das weitere Leben vorzubereiten. Als Land wurde Libyen ausgewählt. Die Gründe sind offensichtlich: es gibt viel Erdöl, eine schwache, tatsächlich geschäftsunfähige Regierung, weit abgelegene Regionen, eine bequeme Lage und eine Menge von potentiellen Kämpfern. Die Auswahl der Kämpfer ist gerechtfertigt und logisch.

LibyenEs ist schon längere Zeit bekannt, dass der IS mittlerweile starke Positionen in Libyen hat. Viele der Kämpfer sind Einheimische, es gibt aber auch Zugewanderte, die bereits durch die "gute Schule" auf dem Territorium des Irak und Syriens gegangen sind und die jetzt den Ton angeben. Zusätzlich sind nach unbestätigten Angaben, viele Führungskräfte der terroristischen Organisation in den Norden Afrikas – heute eine sichere Stelle – hinübergekommen.

Der IS hat der NATO in Libyen schon große Schäden zugefügt. Die israelische Aufklärung hat darüber informiert, dass die IS-Kämpfer in Libyen eine große Abteilung der italienischen und britischen Sondertruppen zerschlagen haben. Die NATO hat Verluste von Gefallenen und Gefangenen infolge eines plötzlichen überfallartigen Angriffes auf der Trasse Missurata–Sirte erlitten. Dabei bereiten sich tausende Militärs der NATO auf die Landung an der libyschen Küste vor. Nach den Schätzungen der israelischen Aufklärung befinden sich tatsächlich heute schon bis zu 600 Militärangehörige auf libyschem Gebiet, dazu kommen noch amerikanische und britische Spezialeinheiten.´Eines der Hauptziele der Sondereinheiten der NATO ist die Durchführung der Aufklärung für eine zukünftige Militäroperation, in der Tausende Militärs von der NATO eingesetzt werden.

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Eine große Kolonne – im Bestand von italienischen und britischen Sondertruppen, die in Begleitung von den Kämpfern der so genannten Regierung der nationalen Einheit waren – sind nach Sirte unterwegs gewesen. Sirte ist eine Art Hauptstadt des libyschen IS. Die Kolonne wurde auf der Trasse Missurata-Sirte zuerst von den Todeskandidaten auf den Sprengstoff-Autos angegriffen und dann haben die Terroristen getarnte Sprengminen und Artillerie in Betrieb genommen. Nur die Luftflotte der NATO hat die Kolonne vor der vollen Zerschlagung gerettet, weil sie die Feuernester des Gegners unterdrückt hat und damit den Militärs aus Italien und Großbritannien ermöglicht hat, sich mehr oder weniger organisiert vom Standort wegzubewegen. Nichtsdestoweniger, nach den Informationen der israelischen Aufklärung, haben die westlichen Militärs nicht nur Verluste an Gefallenen erlitten, sondern auch Soldaten in Gefangenschaft verloren.

Die Informationen über die Zerschlagung der Kolonne sind zur Zeit noch von den Strukturen der NATO geheim gehalten. Aber Italien hat sich beeilt, sein Kontingent in Libyen auf bis zu 6.000 Militärs auf Kosten der 1. Brigade der Sondertruppen zu vergrößern, Großbritannien wird sein Kontingent um bis zu Tausend Militärs vergrößern. Die Militärs der NATO befinden sich alle in ca. 200 Kilometer Entfernung von der libyschen Küste auf dem Fliegerhorst Tscherwija.

Die westlichen Experten meinen, dass Libyen das nächste Land wird, wo Russland erscheinen muss, um Ordnung zu schaffen. Diese Informationen rufen bei den westlichen Partnern Brechreiz hervor. Der elementare Gedanke, dass der IS mittelfristig eine Bedrohung Russlands werden könnte, wird konsequent ausgeblendet. Selbst bei der Einschätzung des Tschetschenienkrieges geniert sich der amerikanische Publizist Rajan Bol nicht, die Regierung des Extremismus im Kaukasus nur für ein politisches Spiel Putins um die Macht zu halten. Die Einschätzung dieser blutigen Schlacht gegen die Oberherrschaft des Terrors auf tschetschenischem Territorium gebend, nennt Bol es "den zweiten russischen Einfall in Tschetschenien". Er meint den Wunsch des Präsidenten Russlands zu erkennen, "der nächste autoritäre" Führer zu werden.

Und die Geschichte mit dem Angriff Georgiens auf das russische Friedenskontingent in Ossetien, begleitet vom Versuch der totalen Vernichtung der friedlichen Bevölkerung, wird nur in den Grenzen der Ambitionen Putins bewertet. Niemand hat bis jetzt die schreiende Verletzung der internationalen Normen durch Georgien (der Angriff auf die Friedensstifter) und den Genozid an der ossetischen Bevölkerung getadelt, dafür wurden aber die Handlungen Russlands getadelt.

Ich bin froh, dass Russland die Schlussfolgerungen aus der Geschichte gezogen hat und anfing, seine militärische Macht wie das Instrument für die Lösung der Aufgaben auf dem Planeten zu verwenden. Und das nicht einfach wie irgendein Instrument, sondern wie ein sehr teueres Instrument, dass man vorsichtig und ordentlich verwenden muss, sich dabei bemühend, nichts zu beschädigen und keinen Schaden zu verursachen. Und schließlich haben sie es gelernt, ihre treuen Stützen – die Armee und die Flotte – für den Schutz ihrer Interessen und nicht wie ein Mittel zum Festzurren der Oberherrschaft dieser oder jener Ideologie zu verwenden.

Die Wut der Analytiker, dass Russland mit minimalem Aufwand die Reputation eines sicheren Verbündeten bekommt, löst keine Probleme und besetzt auch den Platz des Führers der weltweiten antiterroristischen Front nicht richtig. Das demonstriert die wahrhafte Beziehung der westlichen Gesellschaft zu Russland sehr anschaulich.

Was sie alle am meisten beunruhigt ist, wem die Lorbeeren zufallen werden. Die blutigen Opfer des Terrors sind erst in zweiter Linie wichtig. Das ganze hypothetische Drehbuch um Libyen und die russische antiterroristische Operation ist auf die vorläufige Diskreditierung einer jeden beliebigen antiterroristischen Operation Russlands in der Welt gerichtet. Gegen Russland hat die nächste informative Kampagne angefangen. Das banale Ziel dieser Handlung ist, für die USA und die westliche Gesellschaft den Titel des Oberkämpfers gegen den Terror zu bewahren und die Reputation Russlands und ihrer Leitungsstrukturen zu verleumden. Ich denke, dass man darauf eine würdige Antwort finden wird. Und wir werden uns dabei an die Aussprüche von Papa Joe erinnern: "Wenn uns unsere Feinde schelten, dann bedeutet das, wir machen alles richtig".

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8 thoughts on “Wer wird Sieger im Kampf gegen den Terror?”

    1. Inga

      Quatsch das kommende neue Deutsche Kaiserreich!

      * Mein Land

      * Meine Heimat

      * Meine Kultur

      Vorher werden alle Hochverräter und Moslem verjagt!

  1. Krieg gegen Terror bzw. Terroristen kann man weder mit Waffen verlieren noch gewinnen, würd ich jetzt meinen. Die Schlacht um Sympathie und Propaganda hingegen schon. Das die Lektion die die neuen Jungs im Kreml als erstes verstanden haben. Mittlerweile führt Putin die Westlichen Führer am Nasenring durch die Manege wie und wann es ihm beliebt. Diesbezüglich sind die Russen im Augenblick klar in der Vorhand und der Westen verliert mehr und mehr von seinem Selbstbewusstsein. Ob das wirklich stabilisierend wirkt darf bezweifelt werden. Naja man wird sehen. Jedenfalls den Terror zu besiegen ist ne Illusion.

  2. "…Ich bin froh, dass Russland die Schlussfolgerungen aus der Geschichte gezogen hat und anfing, seine militärische Macht wie das Instrument für die Lösung der Aufgaben auf dem Planeten zu verwenden…"

    Ja, klar. Würde Moskau doch damit der Tradition weltweiten bolschewistischen Terrors treu bleiben.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Kommunistische_Internationale

    Bleibt nur zu hoffen, daß Putin die Russen nicht noch in das Dreckloch Libyen schickt. Sterben für Brüssel?

  3. Die Frage in der Überschrift "Wer wird Sieger im Kampf gegen den Terror?"
    ist schon mal voll daneben!

    Die Frage sollte sein: " Wer oder was ist Terror und wer WILL/Bezahlt/Fördert diesen!
    Ich persönlich GLAUBE, dass Terror eine Patentamt geschützte Erfindung der Amerikaner ist, den die haben die meiste Erfahrung mit TERROR – von Anfang an und da wusten die noch nicht mal das sie  Amerikaner sind oder später mal werden. 
    "Gehen" wir in ein Land, machen die UR- Einwohner und Regierungen platt, sagen dann wie es vor Ort weiter geht. Bis heute haben DIE doch nur die Schwachen oder geschächten angeriffen und können KEINE Erfolge gegen den Terror vorzeigen – KEINE!

    Ist WER nur auf AUGENHÖHE ziehen die "WELTRETTER" doch den Schwanz ein.
     

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