Quer durch die USA zeigt sich laut Pew Research Center eine gewaltige Erosion der Mittelschicht. Die US-Politik sorgt zunehmend für eine Gesellschaft, in der es nur noch Arm und Reich gibt.

Von Marco Maier

Wer die vom Pew Research Center erhobenen Daten analysiert, wird sich über die politischen Entwicklungen in den USA der letzten Monate nicht mehr länger wundern. Egal ob man den Triumphzug des populistisch agierenden Milliardärs Donald Trump heranzieht, oder die vielen Siege von Bernie Sanders im Vorwahlkampf der Demokratischen Partei – sie beide sind ein Resultat dessen, was sich in den letzten Jahren immer deutlicher abzeichnete: Die US-Mittelschicht steht vor der völligen Erosion.

Insgesamt 229 Ballungsgebiete (von 381 "metropolitat statistical areas", die von der US-Bundesregierung definiert wurden) in den USA wurden vom bekannten Forschungsinstitut untersucht. Das ernüchternde Ergebnis: In 203 dieser Regionen – also rund 9 von 10 – ging der Anteil der Menschen die zur Mittelklasse zählen (teils deutlich) zurück. Gleichzeitig wuchs in rund 160 Regionen der Anteil der Unschicht (ebenfalls teils deutlich) an. Aber auch die finanzielle Oberschicht konnte in 172 Metropolregionen zulegen. Dies ergab sich aus einer Untersuchung von Behördendaten aus den Jahren 2000 bis 2014.

Inzwischen stellt die klassische Mittelschicht schon nicht mehr die Mehrheit der Bevölkerung. Stellte diese noch im Jahr 1971 61 Prozent der Bevölkerung und erhielt 62 Prozent des Gesamteinkommens, so sank der Anteil bis zum Jahr 2015 auf 49,9 Prozent der Bevölkerung mit nur noch 43 Prozent Anteil am Gesamteinkommen. Gleichzeitig stieg der Anteil der Unterschicht (inkl. unterer Mittelschicht) von 25 auf 29 Prozent der Bevölkerung, während diese statt damals 10 heute sogar nur noch 9 Prozent des Gesamteinkommens für sich beanspruchen kann. Die Oberschicht (inkl. oberer Mittelschicht) hingegen wuchs von 14 Prozent im Jahr 1971 auf 21 Prozent im Jahr 2015 an – und erhielt mit 49 Prozent des Gesamteinkommens deutlich mehr als damals (29 Prozent).

Inzwischen gehen einige Experten angesichts der bisherigen Entwicklungen und der Aussichten für die nächsten Jahre davon aus, dass die unteren Einkommensschichten bis zum Jahr 2020 gar ein Drittel der Bevölkerung ausmachen werden. Sollte die gewaltige Finanzblase an den Kapitalmärkten bis dahin geplatzt sein, wäre sogar ein Anstieg auf bis zu 40 Prozent – vor allem auf Kosten der oberen Einkommensschichten – denkbar. Hinzu kommt der Umstand, dass vor allem die US-Amerikaner 65+ zu den Gewinnern gehören, was sich jedoch angesichts des desaströsen Zustands der Pensionskassen durchaus bald schon wieder ändern kann.

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Weiterführende Links: Pew 1 & Pew 2

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17 thoughts on “USA: Die Vernichtung der Mittelschicht hält an”

  1. Hallo ? Als wenn es nur in der USA so wäre ? Nein, egal in welchen Land, arbeitet fast jede Regierung daran, das die Mittelschicht verschwindet.

    Auch in den meisten EU Ländern wie auch in Deutschland ist von Jahr zu Jahr mehr zu erkennen, wie Brüssel und Regierungen dafür sorgen das es bald nur noch Arme und reiche gibt.Die Völker sollen regelrecht versklavt werden. Und die Demokratie vernichtet werden,so dass das Volk absolut nichts mehr zu melden hat.

    Zurück ins Mittelalter, deswegen auch die arabische,muslimische Massen Einwanderung mit ihrer zu Teil mittelalterliche Kultur, die uns total fremd ist.

    Immer mehr Frauen mit lange mittelalterlichen Röcken, die bis zum Boden reichen und Köpfe die mit Tücher verdeckt sind.

    Ist das noch unser modernes Europa ???

    1. Wenn Amerika hustet..liegen wir bald im Bett..sagte man früher.

      Bisher ist fast alles vom 'grossen Teich 'zu uns geschwappt.

      Übrigens..wenn die Mittelschicht verschwindet..ist kein System mehr zu halten.

      Was die speziell nach Deutschland geschleusten Migranten betrifft…die werden auch kräftig an der deutschen Mittelschicht knabbern.

      Aber Intelligenz ist ja bekanntlich bei unseren Regierenden Glückssache.

    2. So sehe ich das leider auch so. Es wird nicht mehr lange dauern und wir haben Zustände wie in Amerika. Es wird Zeit, dass wir dagegen angehn. Ich meinerseits wähle die AfD. Würden noch mehr Bürger diese Entwicklung sehen, hätten wir keine Probleme, dass die AfD die Mehrheit bekäme und es würden wieder demokratische Verhältnisse herrschen. Merkel steht unter der Fuchtel der USA – Obama.

  2. ………..nur diese Drecks-Politikschauspieler verschwinden nicht, die Wurzel allen Übels, gierige gewissenlose verbrecherische ,kaltherzige Blutsauger!

  3. Wenn ich in einen Walmart in Denver einkaufe, stelle ich mir vor wieviele Einzelhandler nur mit einer Filiale zerstoert wurden. Dafuer werden einige wenige schlechtbezahlte Stellen geschaffen. Die Entwicklung der Computer macht eine Zentralisierung der Wirtschaft moeglich, die ungeahnte Ausmahsse annahm. Dabei ist es oftmals effizienter, jedoch wenn die Kaufkraft weitflaechig abnimmt, ist der Effekt dahin.

  4. Pinksliberal: Endlich geht es in der Brexit-Debatte um das wahre Problem.

    Es wurde in der Brexit-Debatte eher immer wirtschaftspolitisch argumentiert. Doch nun drucken die Medien das Hauptproblem der EU ab: Die radikalen Euronazis.

    Die radikalen Euronazis wollen nämlich mehr Macht,Staat und Zentralisierung……sie streben nach Macht über andere (EU) Menschen.

  5. Tja, in Deutschland nicht anders. Die MITTELSCHICHT schrumpft seit Jahren, aber die CDU und CSU will davon nichts wissen, und argumentieren immer damit: DEUTSCHLAAND GEHE ES GUT ! 

    Sowie MERKEL immer sagt: TTIP (und CETA) NÜTZE DEUTSCHLAND !

    Pinksliberal: TTIP: Freihandel braucht keinen Vertrag !!!!!!!

    Man braucht keinen Vertrag,um Freihandel zu treiben.Denn würde Es tatsächlich nur um den Freihandel – und nicht um die Beförderung und Schutz der INTERESSEN MÄCHTIGER INDUSTRIEN mit besten Beziehungen,zu den MACHTHABERN – gehen, würde eine DIN-A5-Seite mit zwei Sätzen ausreichen:

    1.Alle Handelstarife und Zölle sind abgeschafft.

    2.Wer immer – Handel treiben will, ist ohne jede Einschränkung dazu berechtigt, das über jedwede Grenzen hinweg in jedem beliebigen Umfang zu tun .

    Wozu also Tausend Seiten umfassendes Vertragswerk,das NICHT die Interessen der BÜRGER sondern ausschließlich der "Großindustrie nutzt" ? !!!!

    Diese 2 Parteien, sind schon immer Parteien der ELITEN und der Großkonzerne gewesen, und daran wird sich auch nichts ändern. 

  6. Die s.g. Freihandelsvertraege, u.a. TTIP, ist nichts Anderes, als der Versuch der USA zumindest den ihr noch freundlichgesinnten Teil der Welt an sich zu binden. Die WTO ist ein allumfassendes Vertragswerk, welches weitestgehend alle Handelsfragen loest – sonst gaebe es ja nicht den Welthandel im gegenwaertigen Umfang.

    Vorallem China und Russland sollen ausgesondert werden, um deren Entwicklung zu behindern.

    Und da man schon dabei ist, warum nicht den riesigen US Firmen einen Vorteil beschaffen, um die gewuenschte totale Hegemonie zu verfestigen.

  7. ttip ist wirstchaftsNATO!!!

     

    die völker sollen geknechtet und ausgebeutet werden von der missgeburt USRAEL mit angel-sächsischen wurzeln!(uk!)

    wie wäre es, wenn sich alle welt zusammenschließt  GGEN die Sata.in.sten!!

    1. Israel leidet an den Handlungen der NATO-Klicke mehr als Europa. Aber im Gegensatz zu der EU, hat sich Israel noch zumindest ein Haeppchen an Souverenitaet erhalten. So hat es einen visafreien Einreiseregime mit Russland und ausgezeichnete Handelsbeziehungen.. ferner sagt Israel offen den USA die Meinung ueber die Iranannaeherung – diese geschah, weil Russland eine Energieleitung richtung China baut, und deswegen Iran als ehemals einzigster Ueberlandenergierversorger der Chinesen seine strategische Stellung veerloren hat. Die EU hat sich dagegen vollends unter die USA gelegt. WAntisemitische Wirkoepfe tragen der Klaerung nicht besonders bei, LOL

       

  8. Die Mittelschicht geht in allen Industrieländern langsam aber sicher den Bach runter. Dafür gibt es dutzende von Gründen und die alle aufzuzählen ist müßig. Das Ergebnis aber wird sein, daß es dann nur noch zwei Fraktionen gibt, die Besitzenden und die ihren Besitz verlierenden und das führt zwangsläufig zu Auseinandersetzungen und wir fangen anschließend wieder da an, wo die Arbeiterschaft begonnen hat um ihre Rechte zu kämpfen. Geschichte wiederholt sich anscheinend immer wieder.

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