Eine ukrainische Website, die von nationalistischen Personen betrieben wird, hat nun auch Daten von westlichen Journalisten veröffentlich, die aus Donezk und Lugansk berichteten und diese als "Terror-Kollaborateure" bezeichnet.

Von Marco Maier

Die ukrainische Website "Mirotworets", was ins Deutsche übersetzt so viel wie "Friedensstifter" (welch Zynismus) heißt, dient den Extremisten in der Westukraine als Propagandainstrument im Informationskrieg gegen die Widerständler in der Ostukraine. Wurden bislang vor allem russische Journalisten verunglimpft, so traf es dieses mal auch westliche Journalisten.

Offenbar drangen Hacker in die Server der Donezker Behörden ein und erbeuteten dabei eine Datei, welche über 7.000 Einträge aus den Jahren 2014/2015 aufweist, in denen Namen, Telefonnummern, E-Mail-Adressen und Aufenthaltsdaten von ukrainischen und ausländischen Journalisten aufgelistet wurden. Weil diese bei den Behörden der Aufständischen um eine Arbeitserlaubnis ansuchen mussten um eine Akkreditierung zu erhalten, gelten sie für die ukrainischen Rechtsextremisten jedoch als "Kollaborateure" von "Terrororganisationen".

Für die westlichen Medien ist dies ein Affront und plötzlich spricht man auch hier von "alarmierenden Entwicklungen" in der Ukraine. Wohl wissend, dass diese Entwicklung schon seit dem Putsch 2014 alarmierend ist und es in der Ukraine so etwas wie eine Pressefreiheit gar nicht gibt. Gleichzeitig hat man sich nie darüber aufgeregt, dass russische Journalisten schon längst im Visier der ukrainischen Extremisten stehen. An Doppelzüngigkeit ist das kaum zu überbieten.

Es ist auch für die westlichen Medien an der Zeit, die politische und gesellschaftliche Entwicklung in der Ukraine genauer zu betrachten. Während man in Deutschland oder Österreich schon die Nazikeule zückt, wenn jemand nur ein "falsches" Wort in den Mund nimmt, übt man an der völlig von Rechtsextremisten durchsetzten Politik in der Ukraine, welche weiterhin einen blutigen Krieg gegen die eigenen Bevölkerung im Osten führt, so gut wie keine Kritik. Diese kommt erst dann zum Vorschein, wenn man selbst von den Vorgängen dort negativ betroffen ist.

Loading...

Wir brauchen ihre Unterstützung!

Liebe Leser, wenn Sie keine Premiumartikel lesen möchten, aber uns dennoch unterstützen wollen, dann können sie das auch mit einer Spende auf unser Bankkonto tun. Fragen Sie per eMail: [email protected] nach den Bankdaten oder übersenden Sie einen Unterstützungsbeitrag einfach per Paypal. Danke für Ihre Hilfe!

Loading...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.