The Guardian: Briten finanzieren Propaganda syrischer Extremisten-Milizen

Mit britischen Steuergeldern wird Propagandamaterial syrischer Milizen finanziert, damit die Öffentlichkeit des Landes einem Kriegseinsatz der Royal Army zustimmt. Unter den Nutznießern sind auch salafistische Gruppen, die für ihre Brutalität bekannt sind.

Von Marco Maier

Die britische Regierung will um jeden Preis einen umfassenden Kampfeinsatz in Syrien durchführen. Doch ohne die Zustimmung der Öffentlichkeit ist dies nicht machbar. Deshalb, so Recherchen der britischen Zeitung "The Guardian", finanziert sie Propagandamaterial von oppositionellen syrischen Milizen. Darunter Videos, Fotos, Radiosendungen, gedruckte Medien, Kriegsberichte und auch Propagandapostings in den sozialen Netzwerken. Damit soll die angeblich "moderate Opposition" in dem vom Krieg gebeutelten Land möglichst gut dargestellt werden.

Nun haben Regierungsvertreter zwar auch öffentlich zugegeben, dass im Rahmen des "Conflict and Stability Fund" Finanzmittel an die bewaffneten Kräfte fließen, doch bestreitet man vehement, dass damit auch radikalislamische Gruppen wie die salafistische und von Saudi-Arabien (einem engen Verbündeten Londons) unterstützte Gruppe Jaish al-Islam unterstützt wird. Diese Miliz arbeitet eng mit der extremistischen al-Nusra-Front und Ahrar al-Sham zusammen und ist bekannt dafür, mit brutaler Gewalt vorzugehen, sowie Hass gegen die Schiiten zu propagieren.

Inzwischen ist längst bekannt, dass auch die sogenannten "moderaten" Gruppierungen in Syrien oftmals sehr enge Kampfbündnisse mit äußerst extremistischen Milizen eingehen. Selbst die intensiv vom Westen gesponserte "Freie Syrische Armee" arbeitet vielerorts mit solchen Kräften zusammen, um so den gemeinsamen Feind – nämlich vorrangig die Regierungstruppen – zu bekämpfen. Eine wirkliche Unterscheidung zwischen "moderat" und "radikal" ist inzwischen ohnehin kaum mehr möglich, zumal der seit Jahren andauernde Krieg zu einer zunehmenden Radikalisierung auf allen Seiten beigetragen hat.

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5 Kommentare

  1. Es ist schon himmeltraurig und äusserst empörend, wie der Westen die kriegerische Tragik des Nahen Ostens massgeblich mit verursacht hat und immer weiter in aller Bösartigkeit völkerrechtswidrig intrigiert. Und die Mainstream-Medien stellen das alles völlig verzerrt zu Gunsten des Westens dar. Zu guterletzt hängt ein Teil der Extremisten als Flüchtlinge in Europa, wo sich diese wieder für Geld zu Söldnerheeren formieren lassen, um Europa als Vertreter der Westmächte weiter zu destabilisieren.

    Wann nur jagen die West-Europäer ihre Regierungen sowie die EU samt der NATO zum Teufel???

  2. Ja klar USrael/GB gegen rechtmäßiges syrische Staatsoberhaupt/Rußland, zur Rationalmachung werden die grausamsten Märchen aufgetischt.Diesen Banditen geht es doch nur um die Totalzerstörung Syriens . Damit wird Menschenmaterial für den rassistischen, frankensteinschen  C-K-Plan geordert, gleichzeitig entsteht die syrische Vakuumisierung für Erez Israel !!! Und nebenbei geraubte Rohstoffe, das sind unsere Natofreunde und 7-Kinder-Uschi macht kräftig mit.

  3. Nachdem die Sache mit der sog. "moderaten Opposition" schon längst in die Hosen gegangen ist, werden einfach mal die Hosen gewechselt. Dann wird eben die Royal Army dem nicht existenten "moderate rebel" zur Seite gestellt. Die Öffentlichkeit ist doch kraft Propaganda immer empfänglich für "das Gute", hofft man jetzt wieder.

    "If it looks like a terrorist, if it acts like a terrorist, if it walks like a terrorist, if it fights like a terrorist, it’s a terrorist, right?" Dem Spruch Lawrows ist nichts hinzuzufügen. Auch Wortakrobatik ("moderate rebell") änderte daran nichts. Am Ende hatte Washington, nach eigener Bekundung noch weniger als 5 (!) solcher Rebellen mit einer Widmung von dreistelligen Millionenbeträgen finanziert (=Realsatire).

    Im Endeffekt wurde jede Unterstützung der sog. "freien syrischen Armee", zu einer Art umgekehrter "Waffenwäsche": "Gute"(!?!) Waffen wurden zu bösen Waffen, denn sehr schnell tauchten dieselben Waffen in den Händen der "echten Terroristen" auf. Ob sie das sollten, darüber darf spekuliert werden.

    Offenbar ist trotz "Friedensgesprächen" Eskalation erwünscht. Man kann nur hoffen, dass die Öffentlichkeit, und nicht nur die englische, nach all diesen Erfahrungen dazu gelernt hat, und die Honigfallen jetzt erkennen kann. Auch Flinten-Uschi ist ja zur Zeit in Sachen Eskalation emsig bemüht.

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