Rodrigo Duterte. Bild: Youtube

Während die aktuelle Regierung unter Benigno Aquino strikt dem US-Kurs folgt und auf Konfrontation gegen China setzt, will sein Nachfolger Rodrigo Duterte auf Gespräche setzen und den Disput um das Südchinesische Meer beenden.

Von Marco Maier

Der neue Präsident der Philippinen, Rodrigo Duterte, will die Philippinen nicht mehr als Püppchen der USA gelten lassen, sondern pocht viel mehr auf eine eigenständige Politik. Schon in Sachen Enhanced Defense Cooperation Agreement (EDCA), welches von seinem Vorgänger abgeschlossen wurde und die militärische Zusammenarbeit der Philippinen mit den USA regelt, zeigte er auf, dass er sich da nicht als Washingtons Handlanger geben will. Die USA müssen der philippinischen Führung bei der Umsetzung einer militärischen Vereinbarung zustimmen, welche mehr US-Truppen im Land erlaubt. Diese wurde in der Verfassung vereinbart.

Bezüglich des Disputs um die Inseln im Südchinesischen Meer sagte er: "Ich denke nicht, dass jetzt irgendwer daran interessiert ist einen Krieg zu führen. Und so wie wir Alliierte der Amerikaner sind, werden wir einer multilateralen Teilnahme zustimmen, wenn eine solche kommt". Er betonte, dass Peking die exklusive Wirtschaftszone in den Gewässern vor der Küste respektieren müsse und anstatt eine Konfrontation zu suchen, beide Länder eine Zusammenarbeit in Sachen Ausbeutung von Öl und Gas in Form eines Joint-Ventures anstreben sollten. "Ich werde China sagen, beansprucht dort nichts und ich will nicht darauf bestehen, dass es unseres ist. Dann aber werde ich ein Auge zudrücken und bin für ein Joint-Venture um Öl und Gas zu fördern", so Duterte in Davao City.

Duterte, der sonst für seine markigen Sprüche bekannt ist, zeigt sich insbesondere in Sachen Außenpolitik als Realpolitiker, der nicht einfach nur eine US-Marionette sein will, sondern eine eigenständige Linie zugunsten der Philippinen fahren möchte. Dazu gehört auch eine Verbesserung der Beziehungen zu China. Gleichzeitig weiß er auch, dass er den Amerikanern nicht gleich voll über die Füße fahren darf, wenn er nicht auf der Abschussliste des Pentagons landen will. Auf jeden Fall kommt mit ihm etwas Bewegung in die Sache – und das nicht unbedingt zum Vorteil der USA.

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5 KOMMENTARE

  1. Klingt vernünftig was Duterte von sich gibt. Natürlich werden die Philippinen ein Interesse daran haben ein gutes Verhältnis gegenüber China aufrecht zu erhalten – immerhin liegt es quasi vor der Haustür

    Allerdings bin ich dennoch der Meinung dass die Philippinen eher ein Anrecht auf die Spratley-inseln haben als wie China (also geographisch betrachtet)

  2. Da hoffen wir mal, dass das Imperium VSA nicht wieder mit einer Destabilisierung beginnt oder die Nachbarstaaten gegeneinander aufhetzt und einen Putsch bezahlt.

  3. Vielen Dank, Euch Ländern, die Ihr die Seidenstraße erbaut, um unabhängiger von dem Imperium VSA zu werden. Sollte der Warenaustausch gen Osten vorteilhaft gelingen, so könnte ich mir vorstellen, daß D (nicht die BRD Finanzagentur GmbH) einen starken Kurswechsel vollzieht. Danke, daß Ihr diesen Wahnsinn auf der Welt aufhalten wollt!

  4. Hört hört. Was heißt schon echte Demokratie. In welchem Land gibt es die denn?

    Gibt es die überhaupt? Immerhin hatten wir einmal ein Grundgesetz in dem Stand, dass die BRD eine Republik nach demokratischer Grundordnung sei.

    Eine Demokratie ist etwas anderes und funktioniert nur in kleinstem Rahmen.

  5. Die Frage der Spratley-Inseln müßte nach internatiolem Recht von einem UN-Gericht entschieden werden und nicht durch Kriegsschiffe. Aber China weiß, daß es dann verlieren würde. Und so wird eine Karte aus dem 17. Jahrhundert hervorgeholt, aus der hervorgehen soll, daß die Inseln zu China gehören. Wenn man in Europa eine Karte aus dem 17. Jahrhundert herausholen wollte und diese Grenzen verlangen würde, hätte man sofoft den 3. Weltkrieg. Deswegen tut das in Europa niemand.

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