Mit Investitionen und Finanzhilfen in Milliardenhöhe arbeitet China an der Entwicklung Südamerikas mit und sichert sich so auch politische Freundschaften in der Region.

Von Marco Maier

Die Volksrepublik China sucht verstärkt die Kooperation mit den südamerikanischen Ländern. In Besprechungen zwischen der chinesischen Delegation unter Führung von Pekings Sonderbeauftragtem für Lateinamerika, Yin Hengmin, und dem Generalsekretariat der Union südamerikanischer Nationen (Unasur/Unasul) wurden bei mehreren Integrationsprojekten in den Bereichen Infrastruktur, Wissenschaft und Technologie vereinbart, wie das Portal amerika21 berichtet.

So wurde vereinbart, dass China für acht regionale Infrastrukturprojekte einen Sonderfonds in Höhe von 20 Milliarden Dollar auflegt, Vorzugskredite in Höhe von 10 Milliarden Dollar bereitstellt, sowie ein Kooperationsfonds in Höhe von 5 Milliarden Dollar bereitgestellt wird. Weiters wird zur Stärkung der wirtschaftlichen Entwicklung der Region und zur Erhöhung der Produktionskapazitäten ein Fonds in Höhe von 30 Milliarden Dollar eingerichtet. Alleine so umfasst das Programm eine Summe von rund 75 Milliarden Dollar. Weitere Vorzugskredite und multilaterale Kooperationen für den Kampf gegen Hunger, Armut und Drogenhandel sollen folgen.

Die chinesischen finanziellen Unterstützungen für Lateinamerika seit 2005 belaufen sich auf mehr als 119 Milliarden Dollar und somit sogar jene von Weltbank, Interamerikanischer Entwicklungsbank und der US-Export-Import-Bank zusammen übertroffen. Weiters will China den Handel mit den lateinamerikanischen Ländern in den nächsten 10 Jahren auf 250 Milliarden Dollar verdoppeln.

China läuft den USA in Lateinamerika zunehmend den Rang ab, was Investitionen, Finanzhilfen und Handel anbelangt. Dies könnte in der Region auch zu einer Verschiebung der politischen Kräfteverhältnisse führen. Immerhin gilt der Doppelkontinent seit der Ausrufung der (inzwischen ohnehin obsoleten) "Monroe-Diktrin" auch als "Hinterhof der CIA" und direktes Einflussgebiet Washingtons, wie die unzähligen Putschversuche und Staatsstreiche der Vergangenheit und Gegenwart zeigen.

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3 thoughts on “Südamerika: China weitet Finanzhilfen und Kooperation aus”

  1. Das sehe ich ähnlich wie das Erscheinen der Juden in Europa. Man hatte Geld und weltweite Verbindungen, kaufte sich Adel und Bürger. Beliebt machte man sich nicht, hatte nichts Sympathisches zu bieten.

    Sieht man einmal von der Frage uni- oder multipolare Welt ab, ist China in keinem Fall das große Los. Eher der Griff in ein anderes Klo.

    1. Ihre Aussage finde ich – mal höflich formuliert – doch ziemlich zu kurz gegriffen!

      Sie meinen also, egal ob USA oder China, es ist immer nur ein Griff in's Klo?

      Da vergessen Sie ganz offensichtlich die Geschichte! Die USA beanspruchen Südamerika gegen JEDES Recht als "Hinterhof" und haben in den letzten Jahrzehnten mit ihren Militär- und Geheimdienst-Aktionen dort nichts als Chaos, Unrecht und Armut hinterlassen und die Länder ausgeplündert!

      China dagegen beginnt gerade erst, dort mit wirtschaftlicher und finanzieller Hilfe Fuß zu fassen. Ganz sicher nicht ausschließlich aus völligem Uneigennutz, da gebe ich Ihnen Recht.

      Allerdings doch mit ERHEBLICH anderen Mitteln, vor allem mit Hilfe zur Selbsthilfe! Ohne Terror und ohne Putschversuche! Wer anderen darin hilft eine eigene, starke Wirtschaft aufzubauen, gehört meiner Meinung nach nicht unbedingt zu den "Bösen", oder? Denn die Folge dieser Politik dürfte sein, dass es den Menschn dort auch irgendwann mal besser geht und sie nicht mehr in unzähligen Slums versauern.

      Da sehe ich doch eher einen entscheidenden Unterschied zu den "westlichen Werten" und keinen Griff ins Klo!

      Und wenn China daraus dann eben auch einen eigenen Vorteil ziehen kann – warum nicht? 

      Alles, was die südamerikanischen Länder und China gemeinsam erarbeiten entziehen sie den USA. Das allein ist für mich schon Grund genug, mich darüber zu freuen! Und das aus einem Grund: Ganz offensichtlich beabsichtigen die USA nicht, ihre jahrzehntealte, menschenverachtende Politik zu ändern! Deshalb muss man ihnen schaden wo man nur kann. Das nenne ich menschliche Pflicht!

      Wie ich sehe geistern in vielen Köpfen immer noch solche dumpfen Parolen wie die von der "gelben Gefahr", der "roten Gefahr", der "braunen Gefahr" – und wie sie alle heißen – herum. Aber egal aus welcher Richtung die Demagogen wettern – hilfreich ist das nicht! 

      Man sollte stattdessen seinen gesunden Menschenverstand arbeiten lassen und sich einfach fragen: Wem nützt es – und wem schadet es!

  2. Während Europa sich uneins und führungslos darstellt, weitet das "Reich der Mitte" seine Einflußsphäre aus und provoziert zudem noch die Führungsmacht der "westlichen Wertegesellschaft". Man fühlt sich den USA ebenbürtig, hat man doch deren Spielgeld in solchen Mengen, daß damit massiv Einfluß genommen werden könnte.

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