Am Montag ist auf den Philippinen der große Wahltag. Vom Präsidenten bis hin zu den Stadträten werden die Karten neu gemischt. Mit Rodrigo Duterte als wahrscheinlichstem Sieger liegt ein Hauch von Revolution in der Luft.

Von Marco Maier

Noch ist es auf den Straßen vergleichsweise ruhig. Doch vielerorts macht man sich schon Gedanken darüber, wie es mit dem größten katholischen Land Asiens nach dem großen Wahltag wohl weitergehen wird. Vor allem jedoch stellt sich die Frage, was nach einem – sehr wahrscheinlichen – Sieg von Rodrigo Duterte geschehen wird, der sich ja den Kampf gegen das korrupte Establishment und gegen die Kriminalität verschrieben hat.

Seine Anhänger wünschen sich ja, dass Duterte eine kleine Revolution auslöst, welche die Macht der alten Eliten brechen wird – seine Gegner fürchten genau dies. Denn seine Pläne – darunter die Föderalisierung und eine wirtschaftliche Öffnung des Landes – treffen das Establishment voll ins Mark. Immerhin entscheiden derzeit die Eliten in Manila, welche Provinz und welche Stadt wie viele Pesos erhält und die Oligarchen erfreuen sich durch die vielen Mono- und Oligopolen satter Renditen.

Auch wenn er keine Verbündete in Manila hat, so kann er doch auch auf die Unterstützung von Teilen der Sicherheitskräfte hoffen, sowie auf die kommunistische Untergrundarmee NPA, die im Falle seiner Präsidentschaft die Waffen niederlegen (oder wohl eher: zu seinen Gunsten einsetzen) will.

Dementsprechend aggressiv versucht das Establishment auch, ihn mit möglichst viel Schmutz zu bewerfen. Erst gestern begann man schon damit, mit Anti-Duterte-Spots im Fernsehen Stimmung gegen ihn zu machen und auch zuvor schon gab es diverse Unterstellungen (z.B. die Bankkonten-Affäre), nur um ihm noch Wähler zu entziehen. All das nur, weil die Eliten Angst vor einer wirklichen politischen Veränderung haben.

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Auf den Philippinen liegt ein Hauch von Revolution in der Luft. Wie sich das Ganze jedoch schlussendlich entwickeln wird, werden die kommenden Wochen und Monate zeigen. Viele Millionen Filipinos legen ihre Hoffnungen für eine wirkliche Wende, von der auch sie endlich einmal profitieren, in seine Hände.

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3 thoughts on “Philippinen: Ein Hauch von Revolution liegt in der Luft”

  1. Viele Millionen Filipinos haben Hoffnung…! Das ist zu verstehen, jedoch werden die Eliten wie Wölfe sein. Wölfe die man in die Ecke drängt. Und deswegen wird es schwer für einen Präsidenten, solch ein korruptes Rudel zu bändigen, ohne zerfleischt zu werden. Wir werden sehen wer hinter ihm steht, um einen Umschwung für dieses gebeutelte Land zu bringen.

  2. Es wäre ein Wunder wie in Latein-und Südamerika auf Dauer soziale Reformen durchführen zu können ohne auf den erbitterten Widerstand der Großkopferten und dann gibt es ja noch die NGOs im Auftrag des Kapitals.Es wäre den Filipinos zu wünschen aber das ist ein dickes Brett.Wenn ich mich nicht irre sind die Philippinen auch im TIP und somit auch in der Zwangsjacke wie wir nach dem TTIP.

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