Österreich: Die soziale Umverteilung bringt immer weniger

Eine Wifo-Studie zeigt auf, wie sehr der Sozialstaat umverteilt. Dabei zeigt es sich, dass diese zwar funktioniert, doch immer ineffektiver wird. Prozentual tragen Unter-, Mittel- und Oberschicht schlussendlich im Verhältnis zum Einkommen nämlich etwa gleich viel bei.

Von Marco Maier

Auch wenn die Wifo-Studie nur einen Teilaspekt berücksichtigt, so zeigt sich auf den ersten Blick eine stärker steigende Ungleichheit im Verhältnis zwischen den Ärmsten und den Reichsten im Land. Dabei wurden die Löhne und Pensionen, sowie die Einkommen von Selbstständigen und aus Vermögen berücksichtigt. Nicht berücksichtigt wurden hierbei Besitzsteuern (z.B. die Grundsteuer), die vor allem zulasten der ärmeren Schichten gehen, da diese jene über die Mieten mitbezahlen müssen.

Beim Haushaltseinkommen, gewichtet pro Kopf lag das Verhältnis vor der Umverteilung im Jahr 2000 beim Faktor 1:10,8, nach der Umverteilung bei 1:4,3. Im Jahr 2005 stieg das Einkommensverhältnis vor der Umverteilung schon auf den Faktor 1:14,0 und nach dieser auf 1:4,6. Im Jahr 2010 schließlich, mitten in der Wirtschafts- und Finanzkrise, hatten die obersten 10 Prozent vor der Umverteilung schon das 23,6-Fache an Einkommen, welches infolge der sozialstaatlichen Umverteilung dann auf ein Verhältnis von 1:5,1 zu Ungunsten der ärmsten 10 Prozent zusammenschrumpfte.

Damit zeigt es sich, dass die soziale Umverteilung infolge der doch sehr hohen Steuer- und Abgabenlast von rund 43 Prozent der Wirtschaftsleistung zwar funktioniert, dabei jedoch zumindest aus Sicher der Armen im Land Schwächen aufweist. Demnach offenbart sich in Sachen Steuern und Abgaben auf die Einkommen, dass beispielsweise das oberste Drittel 60 Prozent des gesamten Einkommens generiert, jedoch 63 Prozent Anteil an den öffentlichen Einnahmen aus diesem Bereich trägt, während das untere Drittel 12 Prozent des Einkommens erhält und 10 Prozent der Steuern und Sozialabgaben bezahlt. Das mittlere Drittel verdient 28 Prozent des Einkommens und zahlt 27 Prozent der Steuern und Sozialabgaben.

Über kurz oder lang kann man somit also auch sagen, dass die Gutverdiener zwar offiziell bei der Einkommenssteuer mehr bezahlen müssen, jedoch bei den Sozialabgaben (Höchstbemessungsgrundlage) und dem Umstand, dass viele Kapitaleinkommen lediglich KESt-pflichtig sind, nicht jedoch für die Sozialversicherung von Belang sind, auch Vorteile genießen. Gesellschaftliche Solidarität mit beschränkter Haftung, sozusagen.

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Sicher, eine völlige Gleichverteilung von Einkommen wird es niemals geben, doch wenn man für anständige Mindestlöhne sorgt, kann man auch bei der Steuer- und Abgabenbelastung die Schraube wieder zurückdrehen, weil dann weniger Geld für die Umverteilung aufgewendet werden muss. Zudem stärkt dies auch die Binnenkonjunktur.

Weiters müsste das Steuersystem insgesamt ohnehin mehr in Richtung Vermögensbesteuerung (inklusive einer stark progressiven Erbschaftssteuer) gehen und die Einkommen entlastet werden. Selbst deutlich marktwirtschaftlichere Länder wie die USA oder Großbritannien weisen einen deutlich höheren Anteil an vermögensbezogenen Steuern am gesamten Steueraufkommen auf. Schlussendlich sind ja nicht die hohen Einkommen selbst ein Problem, sondern vielmehr die wachsende Ungleichheit beim Besitz.

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6 Kommentare

  1. Nicht nur in Österreich auch in Deutschland wird es ob der wirtschaftlich negativen, ungerechten  Umverteilung der Einkommen  jämmerlich krachen. Vor allem wenn die muslimischern Infiltranten den deutschen, rechtschaffenen Bürgern noch das Geld mittelbar oder unmittelbar wegnehmen. Da benötigt die Regierung aber eine stark aufgestockte Bundeswehr, mit polizeilichen Befugnissen, um dieser künftigen Katastrophe Herr zu werden.

  2. Wie wäre es zur Abwechslung mal wenn die Menschen nicht einem System..sondern das System den Menschen dient..?!

    Ansonsten bleibt nur das Resümee Albert Einsteins:

    Wahnsinn..immer dasselbe zu machen aber andere Ergebnisse zu erwarten./Albert Einstein

  3. Die Art Wahlfälschung kommt langsam ans Licht: Offenbar wurden (mit Hilfe der EDV) in ganz großem Stil Stimmzettel von Nichtwählern mit Kreuzchen versehen als „Briefwahlzettel“ versandt und dann gezählt.

    1. sign !

      Da hat einer aufgepasst 🙂  Das ist auch einer der Gründe der letzten Wahlrechtsreform in Österreich (zufällig per 01.01.16 in Kraft getreten^^), welche mit den Stimmen von rot/grün/schwarz gegen die Opposition durchgepeitscht wurde.

  4. In Österreich wird vor allem in Richtung zu Gunsten von Parteifunktionäre und Parteigünstlingen umverteilt, ausgebeutet werden die Leistungsträger sowohl auf seiten der Arbeitnehmer als auch der Arbeitgeber (Realwirtschaft). Der Reichtum den der Nationalstaat Österreich nach dem Krieg erwirtschaftet hat wird international (auch in Richtung EU) in Fässer ohne Boden systematisch ausgeblutet. Das verursachende österreichische Parteienestablishment (rotschwarzgrün) liegt daher politisch in den letzten Zügen und versucht,  möglicherweise über Wahlbetrügereien, sich noch eine kleine Frist für ihr unheilvolles politisches  Tun zu erschwindeln.

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