Michelle Müntefering verteidigt Armenier-Resolution

Die Resolution des Bundestags zum Völkermord an den Armeniern wird von der Vorsitzenden der deutsch-türkischen Parlamentariergruppe, Michelle Müntefering verteidigt. Man müsse sich kritisch mit der Geschichte auseinandersetzen.

Von Redaktion/dts

Wenige Tage vor der geplanten Armenier-Resolution des Bundestags hat die Vorsitzende der deutsch-türkischen Parlamentariergruppe, Michelle Müntefering (SPD), den geplanten Beschluss verteidigt, aber auch zu Schritten der Versöhnung zwischen Türken und Armeniern gemahnt.

"Ich weiß, dass die Resolution nicht nur in der Regierung, sondern auch in großen Teilen der türkischen Bevölkerung und auch unter vielen Deutsch-Türken kritisch betrachtet wird", sagte Müntefering den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Die Resolution mache aber kein Gesetz und sei keine Vorgabe, sondern sie solle ein Signal aussenden, kritisch mit der Geschichte umzugehen und so für die Zukunft Versöhnung zu ermöglichen.

Der Bundestag will trotz Kritik aus der Türkei am Donnerstag einen Antrag verabschieden, in dem die Vertreibung und Vernichtung von bis zu 1,5 Millionen Armeniern aus dem Osmanischen Reich zwischen 1915 und 1917 als Völkermord verurteilt wird. Sie glaube aber, dass es mit einer solchen Resolution nicht getan sei, sagte Müntefering. "Versöhnung braucht die Bereitschaft der Menschen. Als deutsche Parlamentarier können wir sie auffordern, zwingen aber können wir sie nicht. Deswegen müssen wir diesen Prozess mit Bedacht unterstützen, nicht mit dem Holzhammer – den Frieden betonen, nicht den Zwist."

Das autorisierte Müntefering-Statement: "Aus meiner Arbeit als Vorsitzende der deutsch-türkischen Parlamentariergruppe weiß ich, dass die Resolution nicht nur in der Regierung, sondern auch in großen Teilen der türkischen Bevölkerung und auch unter vielen Deutsch-Türken kritisch betrachtet wird. Wichtig ist zu sagen, diese Resolution macht kein Gesetz, keine Vorgabe, sondern sie soll ein Signal aussenden: Geht kritisch mit Eurer Geschichte um. Schaut, was in der Vergangenheit passiert ist, damit die Zukunft Versöhnung findet. Denn auch wir Deutschen haben etwas damit zu tun. Darum wird es auch eine einheitliche Abstimmung dazu geben. Ich persönlich glaube aber, dass es mit einer solchen Resolution nicht getan ist. Versöhnung braucht die Bereitschaft der Menschen. Als deutsche Parlamentarier können wir sie auffordern, zwingen aber können wir sie nicht. Deswegen müssen wir diesen Prozess mit Bedacht unterstützen, nicht mit dem Holzhammer – den Frieden betonen, nicht den Zwist."

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7 Kommentare

  1. Und das nächste große Problem der deutschen Politik sind dann die Untaten des belgischen König Leopold im Kongo. Woran sich anschließt die Beschäftigung mit dem Umgang der Spanier mit den Südamerikanern. Und ganz sicher wird viel Zeit und Mühe investiert werden, die Verbrechen der Dänen an den Grönländern aufzuklären. Sind sie wenigstens beschäftigt, da in Berlin.

  2. Mich grault es vor Frauen, wenn Frauen 40 Jahre ältere Männer heiraten, die gut und gerne auch deren Ur-Großvater hätten sein können!

  3. Kurzer Nachtrag:

    In einem Punkt gebe ich der Müntefering Recht. „Man müsse sich kritisch mit der Geschichte auseinandersetzen!“ Völlig korrekt, Frau Müntefering! Es ist immer wieder amüsant, wie sich westdeutsche Politiker mit der Geschichte anderer Staaten auseinandersetzen, aber mit der eigenen, der deutschen Geschichte, entweder nicht verstehen, nicht verstehen wollen oder aber nicht verstehen können! Schuster, bleib bei deinen Leisten!

    1. Den Sozialisten ist unbedingt daran gelegen, dass die deutsche Erbschuld für immer erhalten bleibt! An der offiziellen Geschichtsschreibung der Besatzer ist also nicht zu rütteln! Deutsche sind und waren immer nur Täter, niemals Opfer!

  4. Ich dachte, die müsste den ganzen Tag ihren alten Sugardaddy beglücken und für ihn die Lolita spielen! Das da noch so viel Zeit für ein solches Engagemnet bleibt! Na wenigstens wird sie ein gutes Auskommen haben, wenn der alte Sack dann endlich den Hintern zu kneift!

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