Kretschmann: AfD-Wähler müssen differenziert gesehen werden

Baden-Württembergs Ministerpräsident Kretschmann kritisiert die pauschale Diffamierung der AfD-Wähler. Er forderte in Sachen Flüchtlings- und Migrationspolitik einen Mittelweg ein und übte auch Kritik an Merkels Kurs.

Von Redaktion/dts

Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat sich dafür ausgesprochen, die AfD in der politischen Auseinandersetzung nicht nur zu dämonisieren. "Wir müssen damit aufhören, uns dauernd über die AfD zu empören. Wir müssen die Wählerschaft dieser Partei differenziert sehen. Ein Teil der AfD ist rechtsradikal, den muss man in der Tat dämonisieren, aber alle anderen nicht", sagte Kretschmann im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (F.A.Z.).

Alle, die das Gefühl hätten, nicht mehr richtig dabei zu sein, müssten integriert werden. Der "verkürzte Integrationsbegriff" meine nur Einwanderer. "Aber jemand, der `Ausländer raus` ruft, ist auch nicht integriert", sagte Kretschmann. Auch die Grünen müssten bei diesem Thema dazulernen. Es gebe eine Mitte der Gesellschaft. Ein Gesellschaftsverständnis, dem die Annahme zugrunde liege, dass man nur Minderheiten addieren müsse, reiche nicht mehr aus.

Kretschmann übte im Gespräch mit der F.A.Z. für ihn seltene Kritik an der Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU): "Man muss in längeren Linien denken." Das sei seinem Eindruck nach "nicht so sehr der Beritt der Kanzlerin", sagte Kretschmann. Es fehle der Bundesregierung "manchmal schon das Proaktive". "Nur Karl Popper, nur Stückwerktechnologie, reicht nicht. So groß mein Respekt vor der Bundeskanzlerin ist", sagte Kretschmann. Ein Konsens in der EU-Flüchtlingspolitik könne "nicht in Abschottung bestehen, aber auch nicht in offenen Grenzen", sagte Kretschmann der F.A.Z. "Wenn man immer gleich die oberste Latte anlegt, kommt man nie realpolitisch weiter", sagte der Ministerpräsident mit Blick auf das EU-Türkei-Abkommen. In der Flüchtlingspolitik werde die Bundeskanzlerin weiterhin seine Unterstützung finden. "Aber wer findet schon den Erdogan gut oder das, was in der Türkei stattfindet", sagte Kretschmann.

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Zur Aufnahme der Maghreb-Staaten in die Gruppe der "sicheren Herkunftsstaaten" sagte Kretschmann, die Bedenken der Grünen seien berechtigt, es gelte nun, diese abzuwägen. Die Aufnahme von Nigeria in die Gruppe der sicheren Herkunftsstaaten, wie es die CSU fordert, lehnte er ab. "Was Horst Seehofer da gemacht hat mit den 17 Staaten, das geht nicht", äußerte Kretschmann. Er machte auch deutlich, dass er nicht gewillt ist, den Kompromiss zum Länderfinanzausgleich, den die 16 Ministerpräsidenten gefunden haben, aufzuschnüren und Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) somit entgegenzukommen.

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7 Kommentare

  1. So wie ein Teil der Grünen Kommunisten sind, so gibt es in der AFD sicherlich auch Rechte, was man auch immer darunter versteht. Die sollen sich mal mit ihrer eigenen verdrehten Weltsicht befassen, die in ihrer Verlogenheit durch nichts zu überbieten ist. Wer diese Typen von anfang an miterlebt hat, wird sich hüten, diesen Systemveränderern nur ein Wort zu glauben, denn unter dem Mäntelchen des Umweltschutzes und der Nächstenliebe verbirgt sich die Fraze ihrer kommunistischen Vordenker und deren Vorstellungen sind das Gegenteil von einer freien Gesellschaft.

  2. Ja,ja der Obergrüne. Für mich ist Er ein Wolf im Schafspelz. Während Er  im Vordergrund die Bürger mit Seinem vermeintlich verantwortungsbewußten Breitmaulgequatsche vollumfänglich einseift führen die nachgeordneten Chargen die ganzen Zersetzungsmaßnahmen durch. Als eines der widerlichsten Beispiele sei hier die sog. Frühsexualisierung genannt!

  3. Die exzessive Überfremdungspolitik der Bundeskanzlerin mit dem Einverständnis  a l l e r  Bundestagsparteien hat natürlich bewirkt, daß einer breiteren Öffentlichkeit die volkszersetzenden und verräterischen Absichten der Altparteien bewußt geworden sind. Und es sind  die dadurch importierten realen Verwerfungen   beim Bürger im Alltag verhältnismäßig abrupt angekommen. Nur das stört Kretschmann, er macht es in seiner Äusserung ja auch deutlich. Er ist dafür, daß die bittere Medizin tröpfchenweise und möglichst unbemerkt eingegeben werde. Grundsätzlich ist die Politik die Merkel umsetzt für die Grünen ein Highlight wie Ostern und Weihnachten gleichzeitig. Merkel setzt genau jene Politik (Deutschland verrecke)um die die Grünen seit ihrer Gründung herbeipolitisieren.

  4. Dieser Lump ist einer der gefährlichsten Strategen , die Deutschland hervorgebracht hat.        Der steht für mich auf der Liste der top 10 Nürnberg 2.0  mit in allererster Reihe. Ein Politterrorist allerersten Ranges. Ich darf hier nicht schreiben , was ich mit dem am liebsten machen würde.

  5. Die neue Strategie vom Kohn Banditen in einem Interview geäußert.

    Zusammengefaßt:

    Vermehrt rechts blinken und dann links abbiegen.So wollen sie vorgehen,

    um aufgewachte Wähler zu verunsichern.

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