Immer mehr Erkrankungen wegen giftiger Kabinenluft

Immer häufiger werden Fälle von Vergiftungen durch die Kabinenluft in Flugzeugen gemeldet. Seit Januar 2014 seien bereits rund 1.000 Fälle bekannt geworden.

Von Redaktion/dts

Flugbegleiter und Piloten erkranken offenbar weit häufiger an Giftstoffen in der Kabinenluft als bisher angenommen. Der Berufsgenossenschaft (BG) Verkehr liegen für den Zeitraum von Januar 2014 bis Februar diesen Jahres rund 1.000 Fälle vor, bei denen das Bordpersonal geltend gemacht hat, durch Giftstoffe aus der Atemluft in der Kabine vergiftet worden zu sein. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage des grünen Bundestagsabgeordneten Markus Tressel hervor, die der "Welt" vorliegt.

Die BG veröffentlichte diese Zahlen bislang nicht, mehrere Anfragen der "Welt" blieben in den vergangen Jahren unbeantwortet. Der Bundesregierung gegenüber ist die BG jedoch rechenschaftspflichtig. 1.000 Fälle seien "eigentlich schon ein Skandal für sich", sagte Tressel der "Welt" und fügte hinzu: "Aber trotzdem tut die BG alles, um das Problem weiter runterzuspielen. Wie hier mit Erkrankten umgegangen wird, ist für mich geradezu zynisch." In keinem Fall hat die BG bisher eine Anerkennung als Arbeitsunfall oder Berufskrankheit ausgesprochen.

Zumindest das Bundesministerium für Arbeit und Soziales will sich jetzt im Rahmen der Aufsicht über die BG Verkehr die Ergebnisse der aktuellen Ermittlungen vorlegen lassen. Dies bestätigte das Ministerium auf Anfrage der "Welt". Grünen-Abgeordnete Tressel sieht neben Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) in der Pflicht: "Es mutet schon sehr merkwürdig an, dass Besatzungen nach solchen Kabinenluftvorfällen einzeln oder geschlossen ins nächste Krankenhaus gebracht werden und in ihrem Blut Giftstoffe nachgewiesen werden, aber die Passagiere völlig ahnungslos bleiben", so Tressel. "Alle atmen doch die gleiche Luft. Dass die Bundesregierung hier weiter untätig bleibt, halte ich für grob fahrlässig und verantwortungslos", so der Grüne.

Die Berufsgenossenschaften haben seit 1885 die Aufgabe, Arbeitsunfälle, Berufskrankheiten und arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren zu verhüten. Gleichzeitig sind sie auch die Träger der gesetzlichen Unfallversicherungen der deutschen Privatwirtschaft und deren Angestellten. Diejenigen, die einen Arbeitsunfall erlitten haben oder an einer Berufskrankheit leiden, sollen durch die zuständige BG medizinisch, beruflich und sozial rehabilitiert werden.

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4 Kommentare

  1. Das ist aber eine äußerst wichtige Nachricht. Da muß doch außer dem beruflich abhängigen keiner drinnsitzen. Wer dennoch schlechte Luft einatmen will, der kann kann sich auch zum Picknik neben der Stadtautobahn niederlassen, Das ist billiger und hat den selben Effekt. Überhaupt, was soll das ganze. Die Flugzeuge sind große Umweltverschmutzer und trotzdem sitzen alle drinn. Welch ein Widerspruch. Wer schon  privat reisen will könnte auch die Bahn benutzen. Mit der Magnetschwebebahn haben wir das ideale Verkehrsmittel erfunden. Das wurde aber systematisch kaputtgemacht, denn wer würde dann noch außerhalb der Langstrecke fliegen.

  2. Zu jedem Käse wichsen sich die BG's doch immer sofort eine neue Vorschrift heraus. Wo bleibt hier die flächige Kabinenluftuntersuchung mit anschließender Feststellung der MAK's. Würde da vielleicht der Kostengünstigen Boing-Zapfluft der Hahn abgedreht?

  3. Vielleicht hängt das auch mit den nicht existenten Chemtrails zusammen.

    Kabinenluft kommt von draussen, also nehmen Flugzeuge, wenn es denn diese Trails gibt, diese Giftstoffe (möglich: Aluminum- Nanopartikel, Strontium, Barium) konzentriert auf.

    Wenn Chemtrails im Spiel sind, ist es logisch, dass hier weder BG´s nocht sonstewer tätig werden darf!!!

  4. Giftige Kabinenluft wird ja immer häufiger zum Problem für die Gesundheit der fliegenden Bevölkerung.

    Nichtsdestoweniger gefährdet ist zudem der nicht (unbedingt) fliegende Anteil der Bevölkerung: Durch die eben hochgiftigen Abgase von X Düsentriebwerken, die die Welthimmel kontinuierlich befahren.

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