Griechenland: Mehrwertsteuererhöhung vernichtet die Kaufkraft

Die ständigen Steuererhöhungen, welche von der Troika von Athen verlangt wurden, stürzten den griechischen Staatshaushalt noch tiefer in die roten Zahlen. Gleichzeitig würgte man so die Binnenkonjunktur ab.

Von Marco Maier

Steuererhöhungen haben nicht immer den gewünschten Effekt. Vor allem dann, wenn eine Volkswirtschaft ohnehin schon wirtschaftliche Probleme hat. Denn in diesem Fall würgt man die eigene Binnenwirtschaft noch mehr ab. Deutlich wird dies auch im Falle der Mehrwertsteuer in Griechenland. Seit 2009 wurde der reguläre Satz schrittweise von 19 auf 24 Prozent erhöht, der ermäßigte Satz von 9 auf 13 Prozent. Im Durchschnitt belief sich die Mehrwertsteuerbelastung in normalen Lebensmittelgeschäften im Jahr 2008 noch auf 10,5 Prozent und wird bis 2017 auf 18,8 Prozent ansteigen.

Zwar hat man es so geschafft, die gesamten Einnahmen aus der Mehrwertsteuer von 2,8 Milliarden Euro (2008) auf nunmehr 3,5 Milliarden Euro hochzuschrauben, doch gleichzeitig sinken die Umsätze von 25,6 Milliarden Euro im Jahr 2008 auf erwartete 18,6 Millliarden Euro im kommenden Jahr, wie das griechische Forschungsinstitut für Einzelhandelsgüter (IELKA) mitteilte. Trotz der Deflation seit 2013 liegt das durchschnittliche Preisniveau jedoch immer noch über jenem von 2008.

Auch wenn die Mehrwertsteuer als Massensteuer jene Art von Steuer ist, die der griechische Staat doch am leichtesten einheben kann, so trifft die Erhöhung derselben aufgrund der Degressivität die ärmeren Bevölkerungsschichten stärker. Schon seit einiger Zeit liegt das Preisniveau in Griechenland in etwa im EU-Durchschnitt und kann mit jenem in Deutschland locker mithalten. Wobei allerdings auch die "Inselpreise" mit berücksichtigt werden müssen. Allerdings sind die Löhne und Renten dort deutlich niedriger.

Diese Form der Politik, die eine völlige finanzielle Ausblutung der Menschen zum Ziel hat, kann auf Dauer nicht funktionieren. Man beraubt das Land damit jeglicher Möglichkeit, wieder auf eigenen Beinen stehen zu können. Dass Tsipras und seine Syriza dieses dreckige Spiel mitspielen, ist eigentlich wahnsinnig.

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9 Kommentare

  1. Tja…und Leuten denen so etwas einfällt, schimpfen sich z.B. Finanzminister. Schade dass diese Leute null Ahnung von Makro-Ökonomie haben. Ich würde denen mal einen Vortrag von Herrn Flassbeck empfehlen. Aber ganz ehrlich, so schwer zu verstehen sind diese Zusammenhänge nicht. Staatenlenker dürfen eben nicht als Kleinunternehmer denken aber offensichtlich kriegen sie das nicht in ihre verkalkte Birne. Die Griechen dürfens nun ausbaden….und danach wir.

  2. Lebensmittelpreisen in Griechenland außer Brot und Sesongemüse sind deutlich höcher.Deutsche Preise x1,5 oder 2 .Beispiel:Milch 1,20 und so weiter mit alle Milchprodukte.

  3. Das ist der Sinn der Übung

    so trifft die Erhöhung derselben aufgrund der Degressivität die ärmeren Bevölkerungsschichten stärker.

     An die Reichen, die Hunderte von Milliarden ins Ausland geschafft haben, traut sich keiner heran.

    In Deutschland dasselbe Spielchen mit der MWSt.

    1. @Deutscher Michel

      Von wegen "Sinn der Übung".

      Sie zielen zu kurz. Stellen Sie sich einmal die Malocher in der Dritten Welt, in den "Tigerstaaten", vor. 150 bis 500 USD per Monat. Keine Gewerkschaft, kein Sozialsystem usw., wohin blicken die? Richtig, auf die Länder der Weißen. Dämmert es?

      Und damit der Rassenscheiß hier wegfällt: Ich bin dort. Da, wo so preiswert produziert wird. Ich weiß, was Eure Zukunft ist.

       

      1. ….jep is so. In einer Globalen Wirtschaftswelt gibt es nur ein Maß für alle Dinge und das ist der Untere Wert der Lohnstückkosten. Ergo befindet sich alles im Wettlauf nach unten. Gewinner ist derjenige der es schafft in diesem Wettlauf schneller zu sein als die Entwicklung es in den jeweiligen Ländern ist. Also schnell im Billiglohnland fertigen lassen um ganz schnell noch in den reicheren Ländern zu verkaufen bevor diese ihren Wohlstand aufgeben und der Absatzmarkt dort wegbricht und das Spiel nun aufs Neue beginnt weil sich die Vorzeichen der Länder gedreht haben. Ein Narrenspiel das die Franzosen nicht mehr bereit sind weiter mit zu tragen. Mal sehen wer sich durchsetzt und zu welchem Preis. Spannend zu verfolgen ist das allemal 🙂 Zumal der einzige Sinn ganz offensichtlich darin besteht das eine kleine Gruppe sich die ganze Welt unter den Nagel reißen und absolutistisch, faschistisch Führen wollen. Hmm ob das wohl gelingt? Oder setzen sich am Ende die linken durch und der Laden implodiert von innen. Naja wie dem auch sein, ein Happyend wird's nicht geben. Jene mit Vernunft, Intelligenz und dem Vermögen logisch und unabhängig zu Denken und zu schlußfolgern sind leider in der Minderheit und werden dort wo sie sich zeigen diffamiert und bekämpft. Das Ende ist also bekannt und kann nciht wirklich überraschen.

  4. Tsipras spielt das dreckige Spiel, weil er selber von den Einschnitten nicht betroffen ist!! Ausbaden müssen es die Kleinen zu Gunsten einer verbrecherischen Elite-hauptsächlich Banken!

    Ich glaube aber nicht,dass der Grieche da auf Dauer mitspielt- Tsipras ist unter ganz anderen Vorrausetzungen gewählt worden,und handelt jetzt komplett gegensätzlich.

  5. Es soll ja Menschen geben, besonders in Deutschland, die beschimpfen andere Mitbürger als Parasiten wenn sie sich aus dem Wirtschaftskreislauf verabschieden. Ich finde das diese Lektionen wie sie hier von diesem raffgierigen Staat verteilt werden sehr lehrreich sein können. Da fängt man recht schnell an zu überlegen wer hier wirklich die Parasiten sind und sich zum Beispiel über Subventionen das Leben versüßen lässt. Letztendlich tut man alles um seine Abhängigkeit zu reduzieren um wieder selbstverantwortlich leben zu können. Das große Fressen ist halt vorbei, da helfen euch keine Beleidigungen, Erpressungen und tätlich Angriffe. Meinen Schätzungen nach leben in einem Land wie Deutschland 80% der Leute direkt oder indirekt von staatlichen Leistungen, das muss man dringend beenden, koste es was es will. 🙂

    1. Diese Dekadenz der Dummheit beendet sich ganz von selbst. Das war immer so. Bis dahin gönnen wir uns noch schnell ein paar fremdartige Menschen als Haustierersatz und zur Überbrückung der Langeweile. Ist ziemlich Exotisch, kurzweilig und schafft etwas Abwechslung inmitten des linken gutmenschlichen Kampfs um bedingungslose Grundeinkommen und dem Versuch durch Finanzbetrügereien mehr Luxus zu erwerben als uns zusteht.

      Also keine Sorge. Mit jedem vermeintlichen Schritt nach vorn steigt die Unzufriedenheit unter dem Pöbel der Schwachsinnigen. Am Ende können sie nicht anders als sich gegenseitig auf die Schnauze zu hauen und alles zu zerstören.

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