Griechenland-Hilfen: Ifo-Chef Fuest sieht keinen Durchbruch, Fratzscher einen ersten Schritt

Die deutschen Ökonomen bewerten die Einigung zwischen Griechenland und den Geldgebern unterschiedlich. Dies auch deshalb, weil unterschiedliche ökonomische Denkschulen Einfluss auf die Sichtweise nehmen, wobei wichtige Fakten teilweise ignoriert werden.

Von Redaktion/dts

Die Einigung auf weitreichende Finanzmittel für die erneute Umschuldung Griechenlands wird von führenden Ökonomen in Deutschland unterschiedlich bewertet: Der Präsident des Münchner Ifo-Instituts, Clemens Fuest, widersprach dem Chef der Euro-Gruppe, Jeroen Dijsselbloem, der von einem "großen Durchbruch" gesprochen hatte. Das Wort "Durchbruch" sei ihm zu positiv, sagte Fuest dem "Handelsblatt". "Ich würde eher von `weiter durchwursteln` sprechen." Dabei ignoriert der Ökonom jedoch weitestgehend wichtige Fakten.

Fuest gab zu bedenken, dass das Griechenland-Programm offenbar alle sechs bis neun Monate neu verhandelt werden müsse, weil die Reformen nicht wie vereinbart umgesetzt würden und die Ankündigungen über die erzielbaren Primärüberschüsse nicht stimmten. Der Ifo-Chef rechnet daher in absehbarer Zeit mit Schuldenerleichterungen für das Mittelmeerland. Der IWF, so Fuest, habe gefordert, dass Griechenland Schulden in Höhe von weiteren 90 Milliarden Euro erlassen werden, das wären rund 25 Milliarden Forderungsverzicht für Deutschland. "Das ist nicht so beschlossen, aber darauf wird es wohl hinauslaufen", sagte der Ökonom und fügte hinzu: "Das Griechenland-Programm ist ein Transferprogramm auf Kosten der Steuerzahler im Rest der Eurozone."

Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, kommt hingegen zu einem anderen Urteil. "Der Deal der Finanzminister der Eurozone ist kein Durchbruch, sondern lediglich ein guter, erster Schritt um die Schulden Griechenlands tragfähig zu machen", sagte Fratzscher dem "Handelsblatt". "Viele Fragen bleiben unbeantwortet und Details ungeklärt." Die Bundesregierung habe aber "explizit" einer Schuldenerleichterung für Griechenland zugestimmt und im Gegenzug eine Verzögerung dieser Erleichterung bis 2018 erreichen können.

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4 Kommentare

  1. Jeroen Dijsselbloem hat immer noch nicht verstanden, daß es keine Steigerung von 'Bankrott' gibt, bankrott ist bankrott. Im Falle von Griechenland handelt es sich um die Variante des betrügerischer Staatsbankrott, welcher von Brüssel, mit der Beihilfe zur Insolvenzverschleppung, auf Kosten der europ. Steuerzahler, seit 2010 betrieben wird und mit einer weiteren Hinauszögerung immer teurer und am Schluß unbezahlbar wird.

     

    1. jep so is das. Mit den Worten eines Doktors der Physik, Alternativlos 😛

      Was in dem Fall sogar mal stimmt. Es gibt nämlich nur mehr noch die Wahl zwischen Pest und Cholera. Geht Griechenland in die Insovenz is die Deutsche Bank am Ende. Is die DB am Ende ist das gesamte Weltfinanzsystem am Ende. Aber wem erzähl ich das.  🙂

      Die Nummer wird also noch geraume Zeit so weiter gehen bis…….

  2. Was haben die Griechen zwischenzeitlich Neues an technologischem Fortschritt aufzuweisen? Nichts! Und einem kranken Mann kann man bekanntlich nicht in die Taschen greifen! Also wird sich nichts tun, außer dass Deutschland als Kolonialland und Geheiß von Soros bezahlen darf. So einfach ist das!

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