Pariser Polizisten. Bild: Flickr / Grace CC BY 2.0

Seit Jahren kämpft Frankreich mit einer schwierigen Wirtschaftslage, die infolge der Finanzkrise deutlich schlimmer wurde. Streiks, Proteste und Störmaßnahmen könnten nun zu einem Kollaps führen. Lange kann sich die "Grande Nation" den gefährlichen Mix in den Rahmenbedingungen nicht mehr leisten.

Von Marco Maier

Frankreich brennt an allen Ecken und Enden. Die zweitgrößte Wirtschaft der Eurozone kämpft sowohl in Sachen Staatsfinanzen als auch auf wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Ebene mit massiven Problemen. Verschärft wird das Ganze durch die Protestaktionen von Gewerkschaften und anderen linksorientierten Gruppen, die selbst kleinste Aufweichungen der EU-weit wohl zu den striktesten zählenden Arbeitsmarktgesetze zu verhindern versuchen.

Der jüngste Gewerkschaftsaufstand gegen die Reform des französischen Arbeitsmarktes durch die sozialistische Regierung, ist nur die Spitze des Eisbergs. Quer durch das Land wird gestreikt und protestiert und sogar die Stromversorgung angegriffen. Die Raffinerien sind schon seit längerer Zeit blockiert, so dass die Spritversorgung schon ins Stocken gerät.

Die streitbaren Franzosen verschlimmern damit jedoch nur die ohnehin schon äußerst angespannte wirtschaftliche und finanzielle Lage des Landes. Sollten die Maßnahmen noch ein paar Wochen andauern, kostet dies unter Umständen bis zu einem Prozent der Wirtschaftsleistung – entsprechende Steuerausfälle inklusive. Und das sind nur die direkten Folgen.

Denn für internationale Konzerne wird Frankreich immer unattraktiver und auch immer mehr französische Unternehmer denken darüber nach, ihre Produktion ins Ausland zu verlegen. Zu viel Bürokratie, sehr starke Arbeitnehmerrechte, hohe Lohnnebenkosten, extrem hohe Steuern und eine hohe Streikbereitschaft der Gewerkschaften sind eine schwierige Mischung. Sollten die bestehenden Missstände anhalten, wäre sogar ein BIP-Minus von mehr als fünf Prozent und mehr bis 2020 denkbar. Schlechte Zukunftsaussichten für die Franzosen.

31 KOMMENTARE

    • Da kann man schon ein wenig neidisch werden..die Franzosen rebellieren..und bewirken was.

      Französische Regierung signalisiert Gesprächsbereitschaft..na also..geht doch.

      Wir deutschen hoffen auf Wahlen..und haben hoffentlich gelernt und wählen richtig.

      • Genau. Jedes Wahlkreuz heißt JA, Bitte so weitermachen. Der Trog bleibt nämlich der gleiche, nur die Fackn wechseln.

        • Das ist dummes Zeug. Nicht wählen heißt: "Dangge, Basst scho! Ihr gönnt das besser. Des sog der i"

          Sich hinsetzen und darauf warten dass nazi Flugscheiben, Außerirdische, feste wünschen und warten auf Putin wird nix ändern. Aktiv teilnehmen ist angesagt.

          Mal mit der Bürgerinitiative http://www.einprozent.de auseinandersetzten,

          Interessanten Leuten zuhören: Heiko Schang, Prof. Michael Vogt oder Peter Feist zum Beispie,

  1. Sollen sie ruhig ihre Produktion ins Ausland verlagen. Aber ihre Produkte wollen sie weiterhin vornehmlich in Frankreich verkaufen.

    Und wie soll das funktionieren, wenn sie ihre eigenen Leute arbeitslos machen und diese somit kein Geld mehr haben, um sich etwas zu kaufen?

    Da beißt sich der Hund in den Schwanz. Inzwischen merken auch immer mehr deutsche Unternehmer, dass das ein Irrweg ist!

  2. starke arbeitnehmerrechte sind völlig ok, wir sehen ja hier in deutschland wohin der neoliberalismus, der dem arbeitnehmer so gut wie gar keine rechte mehr gibt, hinführt und es ihm viel zu sehr erschwert, überhaupt noch mensch zu sein und am leben teilzuhaben.

  3. Zumindest gibt es noch Menschen, die für ihre Rechte kämpfen wollen und es auch tun. Wenn Frankreich wirtschaftlich kollabiert wird es auch zum Bürgerkrieg / Revolution kommen… und genau in dieser Reihenfolge werden auch die angrenzenden Staaten (welche sich ja intensiv militärisch darauf vorbereiten) und deren Wirtschaft in Flammen aufgehen. Also… genügend Proviant, warme Decken und genügend Treibstoff (bzw. u.a. Luftpumpe fürs Fahrrad) organisieren, damit man zur Not noch aus Europa rauskommt… und klar: das Internet wird zuerst abgeschaltet…

  4. ………….und wo bleibt der Widerstand in der BRD-Diktatur ?

    ……….ich verneige mich vor dem französischen Volk…….

    Vive la France !

    • Ernst

      Wir müssen wohl mal wieder andere die Drecksarbeit machen lassen..wir sind noch nicht soweit.

      Vielleicht der einzige Vorteil der EU….

  5. Im Gegensatz zu Deutschland oder Österreisch gab es in Frankreich nie eine Sozialpartnerschaft. Die Gewerkschaftsbewegung steht in der Tradition des Anarchismus und des revolutionären Sozialismus des 19.Jahrhundert. Damals endeten Streiks in Frankreich nicht selten mit Gewalt und sogar Zerstörung von Maschinen und Produktionsmittel. Letztes Jahr wurden zwei Manager der staatlichen Fluggesellschaft bei einem Streik von der eigenen Belegschaft vermöbelt und mussten mit zerrissenen Hemden aus dem Sitzungszimmer panikartig flüchten. In Deutschland dagegen machen die Gewerkschaftler einen Kotau und entschuldigen sich demütigst bei den Arbeitgebern und der Politik, wenn sie gezwungen werden zu streiken!

  6. "Die streitbaren Franzosen verschlimmern damit jedoch nur die angespannte finanzielle und wirtschaftliche Lage des Landes". Das BIP und der Schuldenstand sagen nicht alles über ein Land aus, denn laut Th.Piketty (Kapital im 21.Jahrhundert) und auch nach einer kürzlich gemachten Studie von Creit Suisse führen die Franzosen das europäische "Vermögensranking" an, vor GB und BRD. Bei einer Staatsverschuldung von ca. 100% (zum BIP) ist nach oben noch einiges offen, wenn ich die Gesamtheit (etwa 12 Billionen Euro) von Immobilien-und Finanzvermögen (abzgl. Kredite) gegenrechne. Eine Finanzsteuer von gut 15% auf alle privaten finanziellen Vermögen würde ausreichen, um alle Staatsschulden zu begleichen.–  Was aus meiner Sicht an Frankreich interessant ist, ist die starke Opposition zum Euro, die das Land für die EU_Granden in Brüssel "gefährlich" macht, gefährlicher für die EU als ein angedrohter "Brexit".

      • Ich glaube auch nicht daran, wollte nur auf die reichste Nation Europas hinweisen. Wenn die BRD ihre offiziellen (!!!) Schulden begleichen wollte, müsste eine Prozentzahl um die 35 genannt werden.

  7. Die Franzosen trauen sich eben zu, eine Revolution zu machen, weil sie sich einig sind. Im Gegensatz zum Deutschen, bei dem es immer zumnoch großen Teil "Ossis" und "Wessis" gibt. Und das in einer Zeit, da uns ganz andere Sorgen quälen. Aber anscheinend geht es noch zu Vielen zu gut.

  8. wobei die Ossis mehr Rückrat und Widerstandswillen besitzen, als die meisten total hirngewaschenen ignoranten Wessis,

    Ich denke wenn es knallt, beginnt die Revolution im Osten………….das hat Zwickau gezeigt.

      • Sorry, aber wenn es hoch kommt sind bei allen grösseren Demos im "Osten" vielleicht gerade mal 0,2 % der Bevölkerung auf die Strasse gegangen und max. 25 % zeigen vielleicht noch ein mediales Interesse… die anderen 74,8 % interessieren sich nicht mehr für Politik und gehören zu "besagten". Das ist weit weit weg von einer "revolutionären" Interessensgemeinschaft! Erwarten wir also mal nicht soviel von den Ostdeutschen… wobei ich mich gern vom Gegenteil überzeugen lassen würde.

      • @hubertus

        Naja, sehen wir die Sache mit den Ostdeutschen doch realistisch. Das Märchen von der "friedlichen Revolution" in der DDR war eine reine Bananenrevolution. Die ganzen echt  sozialistischen  Errungenschaften  wurden für  ein Linsengericht, sprich für  ein paar  lumpige Bananen aus der Bananenrepublik  BRD verraten. Obendrauf  gab's dann noch den Autoschrott von drüben und die ausgeleierten Videoplayer. Und das Ganze mit den paar konsumgeilen Ossis als politischer  Basis, die medienwirksam  auf den Leipziger Renommierplätzen von den subversiven Westparteien zusammengetrieben wurden. Das unwürdigste Ereignis in der deutschen  Geschichte. Klar, mittlerweile sieht die schweigende  Mehrheit  der  DDRbevölkerung den Schaden, der ihr durch diese Bananenrevolution  entstanden  ist . Aber: aus ihr rekrutiert sich heute ein Widerstand in eine gute Richtung. Darum ist die Unterscheidung  in Ossis und Wessis heute sinnvoller  denn je und ist für  die Herrschenden gefürchtete politische  Programmatik. Das meint ein Ur-Wessi. Schönen Abend noch.

  9. Nicht nur in Frankreich, nein, in ganz Europa !

    Das jetzige Europa ist am Ende, und das ist gut so.

    Zurück zu dem Europa, wo es allen EU Bürgern noch gut ergangen ist ( eigene Währung und so wie es im Maastricht Vertrag steht – der allerdings sofort gebrochen wurde : Keine Haftung für andere Länder) .

    Lieber ein Schrecken mit Ende – als ein Schrecken ohne Ende.

  10. Wird Zeit dass auch Deutschland an allen Ecken und Enden brennt, aber die dummen Michels raffen es erst, wenn alles zu spät ist !

    • Gefährlich ist's den Leu zu wecken,

      Schrecklich ist des Tigers Zahn.

      Doch der schrecklichste  der Schrecken,

      Das ist der Mensch in seinem Wahn. (frei nach Schiller )

      @hubertus, überdenk vielleicht  noch mal deinen Wunsch  nach einem  Feuersturm in D.

  11. Das ist das Ergebnis international sozialistisch gesteuerter Wirtschaft! Auf diesem Weg befindet sich die gesamte EU. Es dauert nur einige Zeit den gesamten Reichtum den die europäischen Nationalstaaten erwirtschaftet haben zu verludern.

  12. Es wird in Frankreich losgehen ,  nicht weil die Franzosen etwa viel mutiger als die Deutschen wären , nein in  F  ist alles viel schlimmer. Geringer Verdienst , hohe Steuern  jetzt auch hohe Mieten , etreme Teuerung durch den Euro und –  und das ist das Schlimmste –  unglaublich viele Neger und Araber. Herumlungernde  , kriminelle  NEGER und ARABER .

    Und Deutschland kommt genau auch dahin.

  13. Alles eine Frage der Zeit.

    Wer spricht heute noch von der Mächtigkeit des Tyrannosaurier Rex? Wer spricht heute noch in Furcht von den Legionen Roms oder vor der Flotto Kathargos?

    Vielleicht in 1000 Jahren oder in 500, in 100 oder schon in 5 von der grande Nation der EU, den USA oder von der Menschheit. Wir sind auf diesem Wege.

    Das kann man gut finden oder nicht. Ob der nächste Armenius aus Afghanistan oder Saudi Arabien, Syrien, Russland, Spanien, Italien, den USA oder Grönland stammt – irgendwann wird sich alles ändern. das mag man gut oder schlecht finden, aber ncihts ist so stetig wie der Wandel.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here