Seit über 30 Jahren ist sie nun das Mantra jeglicher Wirtschaftspolitik: Die Globalisierung. Freier Handel schafft Frieden, Entgrenzung der Märkte, Entgrenzung des Bankensystems, Entgrenzung des Arbeitsmarktes, Grenzen mussten weg, Grenzen sind schädlich. Gab es Probleme, dann mussten eben noch mehr Grenzen niedergerissen und noch mehr Lebensbereiche liberalisiert werden.

Von Dr. Christian Weilmeier

Im Laufe der Jahrzehnte wurde dieses Dogma immer stärker, gefördert von einer gut geölten Lobby, bis sogar große Teile der etablierten Linken in den Chor der Liberalisierung einstimmten. Schröder lässt grüßen. Eine ganze Generation von Wirtschaftswissenschaftlern hat überhaupt nichts anderes mehr erlebt als diese Denkrichtung.

Für die Politik wurde die Welt immer einfacher. Wirtschaft wird in der Wirtschaft gemacht. Die Politik solle sich da raushalten, war die allgemeine Meinung. So entstand auch eine ganze Generation von Politikern, die nicht anderes kannte, als diesen Glaubenssatz. Und selbst die selbsternannte "Systemopposition" in Form der AfD kann sich heute nichts anderes vorstellen, als genau diese Denke.

Jetzt aber ist die ganze Geschichte vor die Wand gefahren. Die Globalisierung hat fertig. Irre Finanzkrisen, deren Zeche der Steuerzahler übernimmt. Staatliche Ausgaben wurden so lange gekürzt, bis die Infrastruktur marode wurde. Das Reichtumsgefälle in den einzelnen Staaten hat dramatisch zugenommen. Der Mittelstand schwankt. (Zahlen pro und contra siehe in verlinkten Artikeln unten). Der Druck auf untere Lohngruppen steigt. Weltweit nehmen Kriege und Konflikte zu.

Loading...

Die Politik wird nervös. Mit Mindestlohn und Einschränkung von Leiharbeit will man ein bisschen gegensteuern, ohne das Problem an der Wurzel zu packen. Man will nicht lassen vom Globalisierungsdogma, siehe TTIP-Verhandlungen. Klar, denn ohne diesen Glaubenssatz wäre man ratlos. Die heutigen Politiker haben nichts anderes gelernt als in diesen Kategorien zu denken.

Vorgeschlagen wird nun eine Art "New Deal", Staat und Bürger sollen in der Wirtschaft mehr mitreden, die Finanzmärkte gezähmt und ein großes Investitionsprogramm aufgelegt werden. Das ist alles gut gemeint, aber sehr schwammig. Wenn alte Glaubensweisheiten fallen, dann stehen nicht sofort die neuen Glaubenssätze vor der Tür. Eine Zeit der Unsicherheit und Ratlosigkeit hat begonnen. Niemand weiß, was am Ende dabei herauskommt.

Links mit weiteren Zahlen: Die Welt, Spiegel Online, FAZ, Die Zeit

Liebe Leser, wenn sie kein Abo abschließen möchten, können sie uns auch mit einer Spende unter dem Kennwort "Contra Magazin" auf folgendes Konto: IBAN: DE54 7001 1110 6052 6763 88, BIC: DEKTDE7GXXX oder per Paypal und Kreditkarte, unterstützen. Danke für ihre Hilfe!

Loading...

26 KOMMENTARE

  1. Für mich gibt es nur noch ein Ziel: Eigen- und Selbstversorgung um jeden Preis. Da die meisten Menschen nicht dazu in der Lage sind, da ihnen nie was anderes beigebracht wurde, dürfte der Horror schnell vorbei sein. Ich kann den Hass jetzt schon spüren, dabei habe ich noch gar nicht richtig angefangen. 🙂

  2. Wenn wir nur für Geld und Profit arbeiten bauen wir ein Gefängnis./Antoine de Saint-Exupery

    Die Globalisierung hat fertig..der Kapitalismus hat fertig.

    Weil alles masslos übertrieben wurde.

    Ich lebe nicht um zu essen..sondern ich esse um zu überleben./Sokrates

    Die Nebenwirkungen wie Migration,Niedriglohn,HartzIV werden der Allgemeinheit aufgedrückt.

    Die Welt tickt eben nicht überall so wie sich das eine übergeschnappte Elite vorstellt.

    Mit der Globalisierung hat sich das 'Auslaufmodell'Kapitalismus seine Lebenszeit selber verkürzt.

    Ein Raubfisch der um sich herum alles wegfrisst…hat seine Zukunft buchstäblich 'weggefressen'.

    Und nun beschwert man sich noch darüber das seine Opfer aufbegehren.

     

  3. Deswegen Länder wie Nordkorea auch so gehasst von den Globalistenheinis, weil dieses Land sich eben selbst versorgen und komplett autark bleiben möchte. Natürlich passt das diversen Herrschaften nicht, also wird einfach mal munter sanktioniert obwohl Nordkorea niemanden ans Bein gepisst hat

    Ja diese Globalisierungdreckscheisse ist wahrlich ne Pest

    • Der Kim in Nordkorea ist vielleicht glücklich, aber die Bevölkerung bestimmt nicht. Ich kenne das aus DDR-Zeiten, dass es teilweise kein Fleischwaren gab, es herrschte überall und an allen Mangel und die Leute schielten alle auf den Kapitalismus in der BRD. Deswegen kam ja auch u.a. die Wende, weil die Bevölkerung auch das satt hatte. Honecker und Clique hatte das natürlich nicht gestört, bei denen war alles vorhanden, bis er letztendlich abtreten musste. Und in Nordkorea wird es auch nicht anders sein. Nur die Leute stehen noch schlimmer unter der Knute, wie die ehemaligen DDR-Bürger. Ind hier gibt es auch nicht so die Kontakte, wie es in Deutschland war.

      • Das war ja der Trick. Das Schaufenster Westen. Das ist die Geschichte vom Schlaraffenland. Der Wohlstand des Westens war u.a. nur möglich durch das Billiglohnland DDR.

        Der große Wohlstand ist nur möglich, wenn andere die zeche zahlen. Indien, China, Afrika etc. Bis 1989 ging das noch zu machen, Heute nicht mehr. die Menschen in Afrika können nicht mehr ausgebeutet werden, Asien ist nicht mehr dritte Welt.

        Die Klicki Bunti Welt lebt immer auf Kosten anderer. Wie sonst?

        Das Ziel ist einen Status zu erreichen, wie ihn die Südstaaten der USA hatten von dem dem Bürgerkrieg.

        Dieser Status ist der Plan der Hochfinanz. Was da im Kleinen lief soll zukünfitig im Großen laufen. Wer das nicht sieht, muss nur zuhören, was US Politiker sagen:

        "Es ist ein Krieg Arm gegen Reich, Und Reich gewinnt"

      • Noch etwas zur Wende. Das konnte nur funktionieren, weil die Kosten für die Aufrechterhalung der militärischen Drucks für die SU zu hoch wurden.

        Unter dem Strich wurde keine Wende herbeigeführt, sondern nur die Besatzer getauscht. Es hat sich nichts geändert. Nur jetzt gibt es alles mit Puderzucker. Was nützt es, wenn es alles zu kaufen gibt, die Produkte, die Produkte aber zu teuer werden, wegen ständiger Lohnsenkung, oder mit Pharmazeutika versetzt sind, um extrem viel zu möglichts geringen Kosten zu produkzieren.

        Menschen werden vom Essen krank. Die EU Kommission ließ 2015 darüber abstimmen, ob Trinkwasser ein Menschenrecht ist oder nur denen zugänglich sein soll, die es sich leisten können.

        Das wurde in der ersten Befragung abgeschmettert, wenn auch sehr knapp. Für kostenpflichtiges Trinkwasser stimmten zu großem Teil  Grüne, Alfa, CDU, CSU und SPD. Nur AFD und Linke stimmten dagegen.

        Die nächste Abstimmung kommt und könnte anders ausgehen.

        Der Westen ist der Vorhof zu Hölle als US Südstaaten, nur mit Puderzucker-

        • Naja hmmm…. auf der anderen Seite ist es natürlich so, und das ist nicht weg zu diskutieren weil es Fakten sind, niemals in der Geschichte der Zivilisation gab es mehr Menschen auf der Erde, wurden mehr ernährt, wurden die Menschen älter und blieben dabei gesünder, als heute und im Kapitalismus. Ganz so einfach, wie mir scheint, ist es dann doch nicht. Und das alles besser wird mit mehr Sozialismus und weniger Selbstverantwortung. Das scheint mir dann aber in der Tat eine katastrophale Fehleinschätzung über Menschen, ihre Motivationen, Beweggründe und Egoismen.

  4. Falsch. Die Globalisierung beginnt erst. Das Räderwerk knirscht noch, aber es läuft.

    "…Niemand weiß, was am Ende dabei herauskommt…"

    Google "agenda 2030". Die sind absolut nicht ratlos. Die wissen genau, was sie wollen.

  5. Es wird zu keiner Globalisierung kommen. Die EU ist eine hochgeborene Erfindung immer unter verdeckt-verstecktem Mäntelchen. Dass dem Normalbürger aber nicht auffällt, dass das mit der "Globalisierung" mehrr als stinkt! Nicht dem Hauch des Anflugs einer gemeinsamen Verkehrs-und Wirtschaftssprache wurde bislang gestartet. Wenn man 5 km von Bratislava sich zB  bewegt, ist man mit den ach so leichten Sprachen slowakisch, ungarisch und deutsch plötzlich konfrontiert. Kannitverstahn! Genau iso st es eine Illusion annehmen zu wollen, dass europäöische Staaten außer Sprache Kultur, Wirtschaft, Geschichte etc aufgeben. Das hätten die Hochgeborenen sehr gerne, siehe den aktuell anlaufenden Versuch eines europäischen Großplans. Der wird aber niemals kommen, dazu sind die individuellen, egoistischen und menschlichen Beziehungen viel zu stark ausgeprägt. Islamisierungsversuche hin oder her, warten wir es erst einmal ab. Für die Mißbrauchten wird es allerdings grauenhaft werden.

    • Das sehe ich auch so. Die Globalisierung ist eine Idee der Hochfinanz. Aber die Menschen wissen sehr wohl, was das bedeutet,

      Die überwiegende Mehrheit der Völker ist damit weder einverstanden, noch daran interessiert. Die sogenannten westlichen Werte gibt es nur bei rund 30 Nationen, von denen einem Teil die Erfahrung mit den Lügen der Finanzwelt noch fehlt.

      Polen, Tschschien und Ungarn wachen langsam auf.

      Rund 120 Nationen sind dagegen. Das sind etwas mehr als zwei Drittel der Weltbevölkerung. Die Globalisierung will 1% der Meschheit, 99% sind dagegen und werden immer aufsässiger.

      Deshalb muss jeder die Montagmahnwachen besuchen oder noch besser daran teilnehmen und wichtige Quellen verbreiten:

      Tipp:

      Brave new World; Aldous Huxley
      1984: George Orwell
      V wie Vendetta

       

  6. "Eine Zeit der Unsicherheit und Ratlosigkeit hat begonnen. Niemand weiss, was am Ende dabei herauskommt". Ganz sicher, aber das betrifft nicht zuletzt auch einen gewichtigen "Nebeneffekt" der Globalisierung: Die gravierende Störung vom Klima bzw. Atemluft, bedingt durch eine allgegenwärtige Mobilität von Menschen und Waren aller Art, welche wiederum auf recht primitiven Techniken ruht, wie z.B. Otto- und Diesel-Motoren und Düsentriebwerke.

  7. Ich glaube nicht, das der Globalismus "Schnee von gestern" ist. Wohl wächst der Widerstand, doch die neoliberalen Wortverdreher, die uns TTIP und CETA (und somit "Meisterstücke" des Globalismus) anpreisen, stehen mit Hilfe der Medienmacht vor einem Erfolg. Wenn die Wirtschaftsblöcke EU und USA/Kanada mittels dieser Knebelverträge miteinander verbunden sind, hat die Verschwörung der Hochfinanz (namens Globalismus) erreicht, was sie will. Sie kann den reichsten Kontinent (Europa) ausnehmen wie die vielzitierte Weihnachtsgans. 

    • @ edmundotto  29. Mai 2016 at 17:45

      Das ist ja noch nicht alles.

      Die EU (E)uropas  (U)ntergang will nicht nur die EU an die Konzerne der Amerikaner verschachern mit Abschluss von TTIP.

      Als spezielles Präsent an die amerikanischen Konzerne wollen sie dann noch EPA mit einbringen. Da wird Afrika gleich mit verschachert.

      Diese gierige  plutokratische Mischpoke der EU und in Übersee ist einfach nur noch zum Erbrechen

       

        • Ich lasse einen Teil des Kommentars in der Moderation einmal weg. Mal sehen was passiert.

           

          Das ist ja noch nicht alles.

          Die EU (E)uropas  (U)ntergang will nicht nur die EU an die Konzerne der Amerikaner verschachern mit Abschluss von TTIP.

          Als spezielles Präsent an die amerikanischen Konzerne wollen sie dann noch EPA mit einbringen. Da wird Afrika gleich mit verschachert.

          • Den Satz über die gierigen Plutokraten hier und jenseits des Atlantiks habe ich weggelassen.

            Und schon geht es ohne Moderation.

            Welches war das Reizwort?

      • Um EPA durchzusetzen, war es notwendig, Ghaddafi aus dem Spiel zu nehmen. Er war im Begriff. eine Afrikanische Investitionsbank und eine Afrikanische Zentralbank zu gründen. Zu dem Vorhaben, seine Rohstoffe künftig nur noch gegen Euro zu verkaufen, waren das "tödliche Fehler". Mit seiner Beseitigung konnte Libyen zum "Transitland" für Migranten aus Schwarzafrika werden, die uns in Zukunft in millionenfacher Zahl erreichen werden. Da sich Spanien offensichtlich einer "Öffnung" als Durchgangsland für die in Scharen zu erwartenden Wirtschaftsflüchtlinge nicht genügend aufgeschlossen zeigt, wird es jetzt politisch und finanziell in die "griechische Ecke" gedrängt.

  8. "Small is beautiful" (Leopold Korr). Überschaubare Einheiten –  Renationalisierung! Nur gesunde funktionierende Zellen (Nationalstaaten) ergeben einen gesunden Körper (Europa). Die sozialistische "Denke"hat noch niemals zu einer freiheitlichen Wohlfahrtsgesellschaft geführt immer nur zu Qualitätsverlust und Armutsgesellschaften und das womöglich gewaltsam (Revolution).

  9. Wenn die Globalisierung gescheitert wäre, was bedeutet es?

    Sagt dann niemand mehr, daß die Globalisierung der Welt nun dringlichstes Ziel sei?

    Schade, ich war gerade dabei zu eruieren, was er denn damit gemeint haben könnte.

    Ich hatte mir es wie folgt vorgestellt. Der Globus wird nun als Globus gesehen und nicht mehr als Region bzw. aufgeteilte flache Scheibe.

  10. Die Globalisierung ist ein Vollblödsinn, der sich nur für USA, China und andere Exportgrößen rechnet. Durch die billigen Importe aus Fernost(mittlerweile nur noch China, wenn man weiss, wo, welche mit den großen Containerschiffen preiswert transportiert werden können, nebst leichter Ware, welche geflogen wird, ist der Irrsinn der Menschenführung klar. Jedes Nähgarnröllchen wird einmal um den Globus gekarrt oder geflogen. Gleichzeitig schwafeln diese Irren alle von der Umweltschonung, hervorgerufen durch hundertfacher Treibstoffverbräuche in Schiffen, Flugzeugen und Elektrizitätsproduktion. Die Arbeitlosenzahlen der ach so gelobten Importländer(nebst Exporte hochwertiger und teurer Maschinen und ähnliches) werden heruntergefälscht. Weltmeister: BRD. Die Südstaaten des ruinierten Euroraumes legen sie offen, was dann noch peinlicher ist. Weil von nix mehr eine Ahnung, fehlt natürlich auch die, die nötig wäre: Wie erzeuge ich nationale Binnenkonjunkturen, arbeitsplatzschaffend? Man nehme: Nationale Währungen, schaffe die Multinationalwährung ab. Man trete den Amis in den Ttip-Hintern. Man lege die vielgescholtenen keynesianischen Konjunkturprogramme auf, jedoch der Neuzeit angepasst und darauf achtend, dass Arbeitsplätze entstehen. Man trete die 400 Eurojobs in den Gully. Man trete die Werksverträge bis auf wenige Ausnahmen in den Gully. Man schaffe die Leiharbeitnehmerschaft ab, soweit möglich. Man verbiete befristete Verträge. Man schaffe eine 4 prozentige Inflation und ebensolches Wirtschaftswachstum. Die geht auch national und mit einem Europa der Vaterländer. Dafür brauche man keine grossmachtssüchtige EU. Vielleicht lernen Sie mal was. Ich befürchte aber nein. Die Heilwirkung von Devisenkursen ist ihnen auch aus dem Gedächnis entfallen. Noch nicht einmal die Devisenkursersatzprogramme, wie man diese 'Schrottwährung retten könnte, kennen sie. Sie kennen gar nichts, und das ist nicht viel.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here