Brexit-Gegner versuchen bei Fußballfans zu punkten

Weil ein Brexit massive Auswirkungen auf die Legionäre in den britischen Fußball-Ligen hätte, versucht man seitens der Gegner eines EU-Austritts Großbritanniens nun die Fußball-Fans für sich zu gewinnen.

Von Marco Maier

Kaum eine Sportart genießt in Großbritannien eine so große Popularität wie der Fußball. Dementsprechend werden die Gegner eines EU-Austritts Großbritanniens nun auch auf eine Regelung aufmerksam, die den Einsatz von Legionären in den Profi-Klubs scharf begrenzt. Für einige Fußball-Klubs wäre die komplette Neustrukturierung der Ligen, die dadurch nötig wäre, nämlich eine Katastrophe.

Derzeit gilt in Großbritannien für die Premier-League und die unteren Profi-Ligen nämlich die vom englischen Verband durchgesetzte Regelung, dass Spieler aus Nicht-EU-Staaten nur unter strengen Voraussetzungen eine Arbeitsgenehmigung erhalten. Dafür müssen sie "etablierte Nationalspieler aus führenden Fußball-Nationen" sein. Scheidet Großbritannien aus der EU aus, würden diese Bestimmungen auch auf sie zutreffen.

Die Regelung besagt, dass ein Spieler aus einer Top-10-Nation im FIFA-Ranking nur dann eine Spielerlaubnis erhält, wenn er in den beiden Jahren vor Vertragsabschluss mindestens 30 Prozent aller Länderspieler seines Heimatlands absolviert hat. Für Spieler mit einem Pass aus einem Land auf den Plätzen 11 bis 20 erhöht sich der Prozentsatz auf 45, für jene von 21 bis 30 auf 60 und für jene von 31 bis 50 auf 75. Ausnahmen gibt es bei Verletzungen oder aufstrebenden Talenten.

Allerdings ist es sehr wahrscheinlich, dass im Falle eines EU-Austritts Großbritanniens auch diese Regularien geändert werden. Immerhin dürfte es auch unter den Brexit-Befürwortern genügend Fans des Spiels mit dem runden Leder geben, die ein Spielverbot für dutzende Top-Spieler nicht haben wollen.

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9 Kommentare

  1. Die gegen Brexit sind, sind leider meistens engstirnige Egoisten oder so manche Frauen und junge Leute die sich viel zu wenig mit Politik beschäftigen.

  2. Man muss aber bedenken dass viele englische Vereine zuviele Ausländer in ihren Reihen haben. Da geht der nationale Charakter dieser Vereine ja flöten

    Was hat zb. ein Arsenal-fan davon wenn in seiner Mannschaft einheimische Spieler in der Minderheit sind und von denen auch nicht alle aus London kommen. Wie soll man sich da mit sowas indentifizieren? Ist bei vielen englischen Vereinen mittlerweile so

    Da lob ich mir meine Mannschaft Rapid, wo einheimische Spieler die Mehrheit bilden und paar davon auch aus Wien sind

  3. Ich würde mich mal über eine arische Fussballmannschaft freuen …. ,auch wenn mich Fussball nicht die Bohne interessiert. 

  4. Die große Fussball-Illusion ist doch für erschreckend viele Leute eh viel wichtiger als alles andere. Reales Leben und so… Kein Wunder also, würden durch den Kommerz-Sport Nummer eins, fest in der Hand von Nike, Adidas und Co, auch grundlegende politische Entscheidungen entschieden…)

  5. Euxit würde uns Brexit, Deuxit, Fraxit, Itaxit, Spaxit, Proxit, Polxit, Luxit, Östxit, Niexit, Belxit ersparen. Eine andere Idee wäre Schulzjunkerxit.

    Für diese Idee müsste vermutlich nicht mal Werbung gemacht werden, in der Form wäre es ein Selbstgänger.

    1. Schulzjunkerxit reicht da bestimmt nicht. Es müssten noch weitere 3 Säcke voll Xit`s sein ,bevor eine Wirkung erkennbar wird.

       

  6. Sind die echt so arrogannt, dass die glauben so leicht mit Lügen durchzukommen?

    Wenn in der Fussballregel steht das EU-Staaten Spieler unbegrenzt in GB spielen dürfen, dann wird sich nach einem Brexit exakt nichts ändern, den die Ausländer sind immer noch EU-Staaten angehörig. Man müsste also erst die Regel ändern, damit es überhaupt ein Problem gibt.

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