Azoren: US-Militärbasis wird der zivilen Nutzung übergeben

Portugals Premierminister António Costa (PS) war auf den Azoren zu Besuch und hat dabei noch einmal die zentrale Stellung des Atlantikarchipels für die Zukunft des Landes hervorgehoben. Dabei soll die einstige US-Militärbasis „Lajes“ auf Terceira in eine zivile Einrichtung umgewandelt werden.

Von Rui Filipe Gutschmidt

António Costa sagte anlässlich seines Besuchs auf den Azoren, dass die Verhandlungen mit den USA bezüglich der strategisch unwichtig gewordenen Militärbasis auf der Ilha Terceira noch lange nicht abgeschlossen seien. Der Ort an dem der 2. Irakkrieg von Bush, Blair und Barroso beschlossen wurde, sollte laut US-Militär stillgelegt werden. Das ist ja auch gut so, wären die Bewohner der kleinen Insel nicht wirtschaftlich abhängig vom US-Dollar der Soldaten und von der Arbeit auf dem Stützpunkt. Portugals Premierminister will die USA dazu bringen zur Erhaltung der Arbeitsplätze beizutragen. Dabei schlägt er die zivile Nutzung der Infrastruktur vor.

So soll der Flughafen in Zukunft von den Low-Cost Fluggesellschaften angeflogen werden, um so Touristen und Geschäftsleute auf die Insel zu bringen. Diese sollen von Porto und Lissabon aus die Insel anfliegen. Werbung für den Tourismus soll die Insel in Europa und dem Rest der Welt bekannt machen. Außerdem will man in die Unterbringung für Touristen investieren. Dabei könnten die ehemaligen Unterkünfte der Soldaten umgewandelt werden. Auch der Hafen von Praia da Vitória soll, wenn es nach Portugals Regierung geht, über den „Junckerplan“, ausgebaut werden, da dieser einen zentralen Standort im Handel und auf den transatlantischen Routen einnimmt.

Doch das Hauptanliegen des Präsidenten der Autonomen Region Azoren, Vasco Cordeiro (PS), ist die Umwandlung der US-Militärbasis „Lajes“, die einst der halben Insel Arbeit gab, in eine zivile Einrichtung. Premierminister Costa ist, im Gegenteil zu seinem konservativen Vorgänger Passos Coelho (PSD), ganz auf einer Linie mit Parteikameraden Cordeiro. So sagte Costa, dass seine Regierung: „… Bemühungen unternimmt um Projekte für Investitionen zusammenzustellen und die Militärbasis für eine zivile Nutzung zu zertifizieren, damit so die Nutzung dieser aeronautischen Plattform gestärkt werden kann.“

In Anwesenheit der Ministerin des Meeres, Ana Paula Vitorino und des Ministers der Wissenschaft, Technologie und Hochschulbildung, Manuel Heitor, gab Costa noch den Bau des „Zentrums für Ozeanographische Forschung“ bekannt. Die Entscheidung des Verfassungsgerichts, die den Azoren eine Beteiligung an den Ressourcen des Meeres zusagt, wurde von Costa nicht nur akzeptiert sondern sogar als „gerechte Entscheidung“ bezeichnet. „Das Meer ist Portugals Zukunft und es gibt Unmengen an Rohstoffen und anderen Ressourcen am Meeresboden und in den Wassern darüber…“, so eine Aussage des Präsidenten Marcelo Ribeiro de Sousa.

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Ja, das Meer hat viel zu bieten und wenn die von Portugal geltend gemachte Fortsetzung der Kontinentalplatte unter Wasser von der UNO anerkannt wird, dann wird aus dem kleinem unscheinbarem Land am Rande Europas schnell wieder eine große, rohstoffreiche Nation. Bleibt die Frage ob dies Segen oder Fluch für das Land bedeutet, dass schon einmal die Welt, damals mit Spanien, in zwei Hälften teilte und sich damit übernahm die halbe Welt zu regieren. Derzeit stürzen sich die Rohstoffgeier aus den USA (und nicht nur von dort) gleich auf alles was nach Geld riecht. Das Öl vor den Küsten des portugiesischen Festlands hat die Gier der Geier schon geweckt und diese vom Urlaubsparadies Algarve fernzuhalten wird sicher nicht leicht. Doch dazu ein anderes mal mehr. Die Azoren wollen jedenfalls umweltfreundliche Projekte anlocken und viele Beispiele zeigen, dass das keineswegs eine Utopie ist.

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4 Kommentare

  1. lol…….US-Militärstützpunkt als Touristen-Ziel !?

    Sicher ein toller Urlaub und mit Sicherheit ein "strahlendes Erlebniss" (Vorsicht Ironie^^)

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