Varoufakis: „Die Deutschen haben bereits zu viel Geld gegeben“

Nach Ansicht von Griechenlands Ex-Finanzminister Janis Varoufakis ist das deutsche Geld, welches in die angebliche Griechenlandrettung floss, verloren. Zudem habe Deutschland zu viel Geld für die Rettung der Banken, die hinter der Pseudo-Griechenlandrettung steckte, ausgegeben.

Von Marco Maier

Kritiker der EU-Pseudorettungspolitik für Griechenland monierten schon von Anfang an, dass man mit all den Milliarden nur die internationalen Banken retten würde, während davon kaum ein Euro wirklich in das völlig überschuldete Land fließe. Doch weil die Wahrheit in der medialen Landschaft kaum Platz hatte und man diese Politik deckte, hieß es immer "Griechenland-Rettung". Immerhin sollten ja auch "die faulen Griechen" als Sündenböcke herhalten müssen und nicht die gierigen Banken, Versicherungen und Hedgefonds.

Gegenüber dem "Tagesspiegel" sagte nun Griechenlands Ex-Finanzminister Janis Varoufakis, dass die Deutschen "bereits zu viel Geld gegeben" hätten. "Aber es ist verloren. Es ist in einem schwarzen Loch verschwunden." So betonte auch Varoufakis, der selbst das Desaster der Vorgängerregierung übernommen hatte, dass das Geld niemals nach Griechenland geflossen sei, "sonder direkt an die Banken gegangen" wäre. Nun sei Deutschland in der Pflicht, den Kontinent aus dieser Lage, in der die Anti-Europäer die Macht ergreifen könnten, zu führen. "Dafür muss es eine rationale Lösung anstreben, und die kann nicht sein, dass es von Griechenland verlangt, mehr von der Medizin zu schlucken, die Teil des Problems und nicht der Lösung ist", sagte Varoufakis.

An den derzeit stockenden Verhandlungen seien die Geldgeber und nicht Athen Schuld. "Die Institutionen haben keinerlei Zugeständnisse gemacht", sagte er der Zeitung. "Als wir im Februar das erste Mal zusammenkamen, haben sie fast genau die gleichen Forderungen erhoben." Sein Vergleich für die Forderungen der Gläubiger: "Das ist, als ob man eine kranke Kuh schlägt, damit sie mehr Milch gibt." Das helfe nicht, sondern bringe die Kuh um.

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Über kurz oder lang wird man an einem ordentlichen Schuldenschnitt und einer Umschuldung der Restforderungen ohnehin nicht herum kommen. Griechenland braucht faktisch eine komplette staatliche und wirtschaftliche Restrukturierung, so dass das Land wieder auf einen guten Pfad kommt und die Leidensgeschichte ein Ende hat.

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5 Kommentare

  1. Deutschland bekommt doch diktiert, was es als Kolonialstaat zu machen hat. So wollte Schäuble die Griechen aus dem EUR bugsieren ,bekam es aber dann von USrael verboten. Auch mußte Deutschland Rettungsschirme  aufgrund von  USraeldruck übernehmen. Viele Dinge drangen gar nicht an die Öffentlichkeit. Auch besser so.

  2. Der Ton wird rauher. Wie man von einem Zeitgenossen in einer der Foren lesen konnte, fragt er, da dieser Rettungsscheiß schon seit 2010 bekannt war, warum nichts dagegen unternommen wurde um diese kriminellen Machenschaften der EZB zur Beihilfe zu Insolvenzverschleppung und der Ausbeutung Griechenlands zu unterbinden? Die Märchen von Haftungsübernahmen und 'EUROrettungen' sollten spätestens dann ein gerichtliches Nachspiel haben, wenn die Kanzlerin durch ihren Sprecher erklären läßt, da sie selber dazu zu feige ist, daß die Griechenlandmilliarden, hauptsächlich durch die deutschen Steuerzahler aufgebracht, verloren sind.

  3. ja ist kein wirklich kein Dummer und für die Griechen wirklich ne Bereicherung, der Herr Varoufakis.

    Was er wohlwissend nicht sagt, das ein und dieselbe Währung bei zwei so unterschiedlich produktiven Ländern immer dazu führen wird das auf kurz oder lang der Produktivitätsüberschuss des einen zum andern Fließen muss.

    Das die Griechen eine Staatliche und Wirtschaftliche Neustrukturierung brauchen ist klar. Nur wird man dafür aus dem Euro austreten müssen. Tritt man aus und schafft anschließend die Wende werden andere das selbe tun und Deutschland wird bin in weniger Jahre einen Schuldenschnitt nach dem anderen Verkraften müssen bis es am Ende mit dem Euro selbst kollabieren.

    Die Griechen sind also in einer komfortablen Ausgangsposition für das stellen immer neuer Forderungen.

  4. Das von Schröder , Schäuble , Merkel & Co den Griechen dargeliehene Geld, in Wirklichkeit aber der Int.Bankenclique überreichte Riesenvernögen, kann keinesfalls jemals noch von den armen Griechen aufgebracht werden, egal, wie sehr man sie weiterhin auspressen wird. Ein beherzter Schuldenschnitt allein könnte die Griechen, die EU und diesen verdammten Euro noch retten. Nichts sonst und egal, was Merkel und ihr Schäuble hierzu noch keifen, geifern und drohen werden. Eine kranke Kuh gibt nun mal keine Milch, und wenn man sie hungern läßt und schlägt, dann erst recht keine mehr. Aber machen Sie diese Grundwahrheit so TYpen wie Merkel, Gauck und Schäuble mal klar!

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