Scheinbar wenden sich Teile der alawitischen Bevölkerung in Syrien gegen Präsident Assad, wie eine nun veröffentlichte Erklärung zeigt. Allerdings könnte dahinter auch eine Geheimdienst-Finte stecken.

Von Redaktion/dts

In Syrien formiert sich eine neue Opposition, die Präsident Baschar al-Assad aus seiner eigenen Volksgruppe heraus infrage stellt. Mit einer Erklärung, die der "Welt am Sonntag" vorliegt, distanzieren sich Vertreter alawitischer Großfamilien von der Regierung und bieten der sunnitischen Bevölkerungsmehrheit eine umfassende Versöhnung an. "Die herrschende politische Macht, wer auch immer sie verkörpert, repräsentiert uns nicht und bestimmt nicht unsere Identität und garantiert weder unsere Sicherheit noch unser Ansehen", heißt es.

Organisatoren der Initiative erklärten: "Das jetzige Regime ist totalitär und vertritt nicht die Alawiten. Damit es Frieden geben kann, müssen seine Vertreter aus der Regierung verschwinden." Die Geistlichen und Politiker, von denen die Initiative ausgeht, stammen aus verschiedenen Teilen Syriens und aus mehreren angesehenen Familien. Sie erklären, auch hochrangige Militärs seien in die Initiative eingeweiht. Da alle Träger der Aktion nach wie vor in Syrien leben, bleiben ihre Namen geheim. Sie geben an, etwa ein Drittel bis 40 Prozent der alawitischen Gemeinschaft zu vertreten. Diese Angaben können jedoch nicht abschließend überprüft werden. Die "Welt am Sonntag" hat die Organisatoren mehrfach getroffen und die von ihnen vorgelegten Materialien gemeinsam mit der französischen Tageszeitung "Le Figaro" und der italienischen "La Repubblica" geprüft.

Die Alawiten, zu denen auch Assad gehört, machen etwa zehn Prozent der syrischen Bevölkerung aus, stellen aber einen Großteil der Militär- und Geheimdienstelite des Landes. Bei den Friedensverhandlungen in Genf, die in der kommenden Woche fortgesetzt werden sollen, weigert sich die Regierung von Baschar al-Assad bislang, über einen Rücktritt des Präsidenten zu verhandeln. Zuletzt hatte Assad eine Einheitsregierung mit Vertretern der Opposition vorgeschlagen. Das Angebot stößt jedoch sowohl in Washington als auch in London auf Ablehnung, während Russland dies unterstützt.

Allerdings könnte hinter dieser Erklärung auch ein Versuch stecken, die Position des syrischen Präsidenten zu erschüttern. Immerhin gehört die "Welt" zum transatlantisch orientierten Springer-Konzern und berichtete in der Vergangenheit stets auf der Linie Washingtons. Gerade im syrischen Konflikt wird immer öfter mit massiver Propaganda gearbeitet, wie zum Beispiel auch die ominöse "Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte" – eine Ein-Mann-Organisation mit Sitz in London – zeigt, welche von den Medien immer wieder als Quellenangabe herangezogen wird.

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2 thoughts on “Syrien: Wenden sich Teile der Alawiten von Assad ab?”

  1. Das jetzige Regime ist totalitär und vertritt nicht die Alawiten. Damit es Frieden geben kann, müssen seine Vertreter aus der Regierung verschwinden.

    Heißt es im Propaganda-Lehrbuch USraels, das für Frieden, Demokratie, Gleichberechtigung auf jeden Fall auch US-Militärbasen, eine Rothschild-Zentralbank und GMO-Nahrungsmittel von MonSatan empfhielt.

  2. Äh, wie meinen ? Wenn die Alawiten nicht an der Macht bleiben gibt es eine neue Flüchtlingswelle, dieses mal der Alawiten, es sei denn die ziehen es vor, massakriert zu werden. Assad hat die Alawiten davor bewahrt, weshalb sollten die sich denn jetzt von ihm abwenden, das kann nur Propaganda sein.
     

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