Steuerhölle Österreich?

Eine aktuelle OECD-Studie bescheinigt: Österreich liegt bei der Steuerlast auf Rang 2. Die Politik sollte sich da einmal Gedanken machen. Aber da darf man wohl vergebens hoffen.

Von Marco Maier

Während die Arbeitslosigkeit in Österreich weiter steigt und immer mehr Leistungsträger darüber nachdenken, der Alpenrepublik den Rücken zu kehren, hält die OECD der österreichischen Politik den Spiegel vor. Geht es nämlich um die Steuer- und Abgabenbelastung auf die Arbeit, ist nur Belgiens Finanzministerium gieriger.

So kostete ein österreichischer Durchschnittsverdiener seinem Arbeitgeber im Jahr 2015 insgesamt 69.060 Euro. Davon jedoch erhielt der Staat inklusive der Arbeitgeberbeiträge 49,5 Prozent an Steuern und Sozialabgaben. In Belgien liegt die Belastung bei 55,3 und in Deutschland bei 49,4 Prozent. Nimmt man die privaten Pflichtversicherungen in manchen Ländern her, wird Österreich zwar noch von Italien (51,7 Prozent) und den Niederlanden (50,7 Prozent) überholt – was die Situation jedoch auch nicht besser macht.

Bedenkt man die Gesamtumstände (nämlich neben der hohen Besteuerung der Einkommen auch noch die vergleichsweise hohen Konsumsteuern), dann darf man sich nicht wundern, wenn keine binnenwirtschaftlichen Konjunkturanreize kommen und die Wirtschaft faktisch stagniert. Denn von der Außenwirtschaft darf man sich angesichts des schwierigen globalen Umfelds ohnehin nicht viel erwarten.

Sicher, die österreichische Bundesregierung hat eine kleine Steuerreform angeschoben, doch infolge der Gegenfinanzierung bleibt es auf lange Sicht "gehüpft wie gesprungen" – irgendwer muss für die finanziellen Eskapaden der Politiker ja aufkommen. Und das sind eben im Normalfall die Bürger.

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