Seitenstraße in Sanaa, Jemen. Bild: Flickr / Ahron de Leeuw CC BY 2.0

Die von den Saudis geführte Militärkoalition verkündete den Tod von 800 Al-Quaida-Kämpfern im Zuge der Eroberung einer Stadt im Jemen. Doch die Saudis kämpfen gegen die Schiiten der Houthi und gegen Teile der jemenitischen Armee, nicht gegen ihre sunnitischen Glaubensbrüder.

Von Marco Maier

Saudi-Arabien verbreitet wieder einmal propagandistische Nebelgranaten. In ihrem brutalen Krieg im Jemen, wo vor allem die schiitische Bevölkerung zusammen mit den Houthi-Milizen den von Riad unterstützten Despoten Abd Rabbo Mansur Hadi in die Flucht. Dies veranlasste die Saudis und ihre Verbündeten dazu, eine Militäroperation gegen das arme Nachbarland zu führen – und dabei unzählige Kriegsverbrechen zu begehen.

Die Meldung der saudischen Nachrichtenagentur SPA, wonach bei der Rückeroberung der 200.000 Einwohner zählenden Stadt Mukalla über 800 Al-Quaida-Kämpfer getötet worden seien, dürfte hierbei wohl auch ins Reich der Propaganda zu verorten sein. Immerhin zählt das wahhabitische Königreich zu den größten Unterstützern des radikalislamischen Netzwerks, welches für viele Terroranschläge verantwortlich gemacht wird.

Je länger die brutalen Angriffe der Saudis und deren Verbündeten andauern, umso stärker wenden sich auch weitere Teile der Bevölkerung jenen Kräften zu, die sich nicht mehr länger dem Saudi-freundlichen vertriebenen Präsidenten unterwerfen wollen. Selbst in der sunnitischen Bevölkerung wachsen die Sympathien für die Anti-Saudi-Kräfte, die von den Houthis und Teilen der jemenitischen Armee geführt werden.

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2 KOMMENTARE

  1. Und wieviele zivile Opfer?

    Ach ja, die spielen natürlich nur bei russischen oder syrischen Angriffen eine Rolle.

    Diese widerliche Doppelmoral. Da werden Steinzeitregime unterstützt, vom Westen.

    Und anderen Ländern des nahen Ostens muss die Koaliation der Willfährigen die Demokratie bringen?

    Es wird immer lächerlicher und unsere Politdeppen applaudieren noch zu den unmoralischen Einsätzen der Finanz-Barbaren überm großen Teich.

    Zeit für Veränderung!

    GG Art. 20 Abs. 4, wenn wir nicht morgen in einer Diktatur aufwachen wollen.

    Sobald Ferkel TTIP abgezeichnet hat, und das wird sie machen, gegen den Willen der Bevölkerung, ist es vorbei, zu spät.

    Besatzer raus!

    Austritt aus der Nato!

    Keine Kriegseinsätze der Bundeswehr!

    Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu den Saudis!

  2. Die Waffenlieferungen nach Saudi-Arabien sollten schnellstens eingestellt werden. Eine Schande von unserer Regierung und sehr scheinheilig. Man kann sich nur wünschen, dass die sprudelden Ölquellen langsam aufhören und das Volk zu seinen Ursprung kommt, nämlich Kamele zu treiben und nicht Krieg zu führen. Das können sie dann wieder in Clankämpfen untereinander machen, falls sie nicht ihre Perlenkette zählen.

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