Ratingänderung kann Neuauflage der Eurokrise bringen

Weil die EZB so lange Staatsanleihen aufkaufen darf, wie noch mindestens eine Zentralbank ein Nicht-Junk-Rating vergibt, läuft es derzeit noch. Doch am Freitag könnte Portugal fallen – und damit die Krise wieder virulent machen.

Von Marco Maier

Auch wenn die kandadische DBRS (Dominion Bond Rating Service) nur eine kleine Ratingagentur ist, so spielt sie derzeit wohl eine gewichtige Rolle dabei, ob Portugal weiterhin von den Anleihenkäufen der EZB profitiert oder nicht. Denn diese Agentur ist die einzige, die dem Land noch nicht den Junk-Status verpasst hat, weshalb die Zentralbank überhaupt noch portugiesische Bonds kauft, wie finanzmarktwelt.de schreibt.

Doch am Freitag wird die DBRS darüber entscheiden, ob Portugal weiterhin als kreditwürdig eingestuft wird oder nicht. Angesichts dessen, dass die neue Linksregierung bei den Spekulanten an den Kapitalmärkten keinen guten Ruf hat, ist eine Abstufung durchaus möglich. Dies würde jedoch nicht nur dazu führen, dass die EZB Portugal aus dem QE-Programm wirft, sondern auch die Renditen für die Staatspapiere wieder in astronomische Höhen (derzeit liegen sie bei unter 3 Prozent für 10-jährige Anleihen) treiben.

Nachdem es derzeit wieder massive Probleme mit Griechenland gibt und die Wahrscheinlichkeit eines Schuldenschnitts immer größer wird, wäre ein solches "downgrading" Portugals der nächste Schlag auf die Eurozone. Draghi, Schäuble & Co werden sich wohl bald schon warm anziehen müssen.

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Ein Kommentar

  1. Die Ratingagentur DBRS hatte Portugal bereits in der 2. Februarwoche gewarnt, der hohe Schuldenstand würde das Land anfällig machen für "Schocks", zugleich die Ankündigung ausgesprochen, Ende April eine erneute Einstufung vorzunehmen. Die EZB hatte weiteren Anleihenkauf von der Einstufung dieser doch unbedeutenden Ratingagentur abhängig gemacht. Ein unverständliches Vorgehen, da die großen Ratingagenturen (Moodys, Fitsch..) dem Land bereits die Ramschnote erteilt hatten. – Schlimm genug, das das wirtschaftliche Wohl von Staaten vom "Rating" gewisser Agenturen abhängt, kann registriert werden, diese Ratingagenturen haben den selben "Hintergrund", sind sie doch in der Hand der großen Banker, die auch die Zentralbanken leiten. Mir drängt sich der Verdacht auf, Europa wird vom "Rand her aufgeweicht", Griechenland, Portugal und italien sind hoffnungslos verschuldete Staaten, die am Tropf von EZB und IWF hängen. Sie sind zugleich "Randstaaten" Europas, d.h., hier laufen die Asylantenströme aus Nahost und Afrika auf.

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