Quo Vadis, AfD: Sozial & national oder konservativ & liberal?

In der Alternative für Deutschland entbrennen Richtungsstreitigkeiten. Wo Gauland und Höcke in ökonomischen Themen sich mehr links geben, stehen Petry, Meuthen und von Storch mehr auf der wirtschaftsliberalen Seite. Wie geht es mit der AfD weiter?

Von Marco Maier

Derzeit scheint es nur ein einigendes Band innerhalb der AfD zu geben: Der Patriotismus und die Kritik an Zuwanderung, Asylpolitik und Islam. Denn – ähnlich wie in der österreichischen FPÖ – in wirtschaftspolitischen Fragen herrscht offensichtlich Dissens darüber, wie sich die junge Partei positionieren soll. Ähnliche Kontroversen gibt es hinsichtlich der geopolitischen Ausrichtung und der Frage, ob Deutschland Teil der NATO bleiben oder doch eher verstärkt die Kooperation mit Russland suchen soll.

Als die AfD von Bernd Lucke und einigen anderen Personen – vor allem Ökonomen – gegründet wurde, sollte sie eine patriotisch orientierte Alternative zu CDU/CSU und FDP werden. Gemäßigt rechtskonservativ mit wirtschaftsliberaler Ausrichtung. Doch Deutschland wäre nicht Deutschland, wenn das nationale Lager nicht auch (siehe NPD) die Verbindung von Nationalismus und Sozialismus suchen würde. War es früher so, dass die ohnehin marginalisierten Nationalisten sich zwischen der wirtschaftspolitisch betont links gebenden NPD und der stramm rechtskonservativen DVU aufteilten, so avancierte die AfD dann doch zur Sammelpartei, in der sowohl die nationalen Sozialisten, die Nationalkonservativen als auch die Nationalliberalen eine politische Heimat vorzufinden glaubten.

Nach dem Abgang von Lucke, Henkel & Co verlor die AfD zwar einige wichtige Vertreter des konservativen und des liberalen Flügels, doch einige der Vertreter (insbesondere Petry, Meuthen und von Storch) blieben – und versuchen seitdem den alten wirtschaftspolitischen Kurs beizubehalten. Auf der anderen Seite stehen jedoch gewichtige Politiker wie Gauland und Höcke, die angesichts des Zustroms der Arbeiter, Kleinbürger und der eigentlichen Clientel der Linkspartei vor allem eine soziale Schiene fahren wollen. Faktisch also in Richtung "soziale Heimatpartei" wie die FPÖ zu gehen und auch mit dem französischen Front National (welcher wirtschaftspolitisch ebenfalls links steht) zu paktieren.

Um die maximale Reichweite bei den Wählern auszuschöpfen, wird die AfD wohl (trotz der Richtungsquerelen und der internen Widersprüche) zumindest bis zur Bundestagswahl im kommenden Jahr versuchen, mit den sich teils widersprechenden Forderungen des linken und des rechten Flügels zu arrangieren, um damit sowohl bei den Bürgerlichen als auch bei den Arbeitern und Arbeitslosen das größtmögliche Potential auszuschöpfen. Die Frage ist nur, ob sich die AfD ähnlich der FPÖ als Sammelpartei der gesellschaftspolitischen Rechten halten können wird, oder ob es dann nicht gar zu einer Parteispaltung kommt. Die Zukunft wird es zeigen.

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14 Kommentare

  1. Aus der AFD werde ich absolut nicht schlau, nach und nach verhärten sich meine Befürchtungen, vieleicht doch nur ein Sammelbecken der Protestwähler gegen die alten Parteien zu sein, um Gegner dieses Systems besser filtern zu können. Der ewige Hick-Hack innerhalb dieser Partei ist nicht nachvollziehbar. Die oberste Aufgabe sollte sein ,die bisherige Parteienkaste zu zerschlagen, egal welche politische Richtung, ob "Recht,s orientiert, oder konservativ, dieser Umgang spielt doch erst mal keine Rolle, die Wähler wenden sich der AFD zu, um zu signalisieren das sie die bisherigen Verbrecher-Parteien zum Teufel wünschen.Wenn die AFD diese Aufgabe verspielt, sofern Sie sich wirklich als " Volkspartei" etablieren will, sollte Sie solche Dispute unterlassen, dieses ist nur Wasser auf die Mühlen von den Verbrecherparteien und Politkaste in Berlin.

    1. Ich denke, man sollte das nicht überbewerten. Die Partei ist jetzt an dem Punkt, wo es um konkrete Positionen geht. Natürlich ist sie erstmal ein Sammelbecken, denn es gibt sonst nichts gegen die Blockparteien (SED). Trotzdem denke ich, es gibt dort viele kluge Köpfe (Überläufer aus 'etablierten' Parteien) die die Partei festigen können.

      Wenn man sich ansieht in was für einem Chaos die Grünen (diese Partei müsste nach meiner Meinung vom Verfassungsschutz beobachtet oder gleich verboten werden) in den 80'ern begonnen haben, bin ich optimistisch für die AFD.

  2. Asozial und wirtschaftsliberal sind schon die anderen Bundestagsparteien. Und Nationalismus wird in Deutschland zum Glück nie wieder mehrheitsfähig werden. Typen, die wie z.B. Meuthen selbst in der verbeamteten Hängematte liegen und den Ärmsten nicht mal einen Mindestlohn gönnen, sind auf Dauer nicht vermittelbar und schädigen die Zukunftsaussichten. Wertkonservativ, sozial und patriotisch wird die AFD kaum noch zu stoppen sein.

    1. @Volker

      "Und Nationalismus wird in Deutschland zum Glück nie wieder mehrheitsfähig werden." Was Sie und Ihre Freunde in der Regierung als ein "Glück" bezeichnen, wäre, zumindest in Bezug auf den deutschen Nationalismus (als Wahrnahme der Rechte des eigenen Volkes im eigenen Land) in Deutschland und in Österrreich das größte Unglück!

  3. Wer gegen die Armut etwas unternehmen will …

    …kann das nur auf nationaler Ebene tun – die Globalisten setzen auf Hunger zwecks Profit.

    Wer die Armen erbarmungslos verrotten lassen will, für den steht auch der "liberale"Weg offen.

    Für Jene, die meinen, dass Einer mitsamt seiner Familie von den Erträgnissen seiner Arbeit auch leben können muss und vielleicht sogar eine kleine Habe ansparen, so wie es in den ärmeren alten Zeiten möglich war – für die ist die Antwort klar.

     

  4. Wie geht es mit der AfD weiter?

    Wie damals mit den Grünen. Zuerst gibt es Realos und Fundis, dann abartig, die sich kaufen lassen und wir fangen von vorne an.

    Bei den Grünen sind die Gendergagas, die Pädos und die  Drogenfreaks übrig geblieben. Bei der AFD wirs es wohl der rechte CDU Flügel weden.

    So ist das immer

  5. Die Partei ist noch neu..streiteren über gewisse Dinge somit normal.

    Wie oft haben denn die sogenannten Altparteien das Gleis gewechselt…?

    Es geht darum das nationale Ausbluten..den Verkauf der Bevölkerung an die Globalisierung zu stoppen.

    Um das beenden des Zustroms nicht integrationswilliger Religionen(Islam)zu forcieren.

    Demokratie lebt von Konkurrenz..von Auseinandersetzung.

    Droht aber ein Land im Chaos zu versinken,wird der Patriotismus geboren./Laotse

     

  6. Alles was mit Primzahlen abgekürzt wird läßt mich schon zweifeln an deren Ehrlichkeit.Alles was in Primzahlen abgekürzt ist führt zum Gordischen Knoten.

    Also beginnen wir mal:

    Fernsehen

    Pro 7 (zweimal Primzahl)
    SAT 1 (zP)
    NDR
    ARD
    ZDF
    SWR
    WDR

    und bei den Parteien
    FDP
    CDU
    CSU
    SPD
    NPD
    ..
    und Geheimdienste
    BND, MAD, FSB, KGB, CIA, NSA, FBI, STASI, … also entweder 3 oder 5 Buchstaben immer in Primzahlen

     

    Warum ist das so?

    1. @FranzFerdinand

      Vergessen Sie aber bitte auch nicht N24, Bank24 oder jenes über 100 Jahre alte Schriftstück, welches aus 24 Teilen besteht und nach Meinung der meisten Ihrer Primzahl-Leute eine Fälschung sein soll …

  7. Die Orientalen werden Europa erobern und den roten Halbmond über unseren Dächern hissen. Das wird nicht in Form einer offenen Konfrontation geschehen, nein es wird über Tücke und List mittelfristig das erreicht, was vor Wien mit schnöder Gewalt in die Hosen ging. Wer daran glaubt, daß der Allmachtsanspruch des Koran mit anderen Religionen teilbar ist, der hat dessen Ursprung und Wesen nie verstanden und wird dadurch Opfer seiner ureigensten Einfälitigkeit.

  8. Eine neue Partei m u ß  in Aussernandersetzungen um ihre grundsätzliche Ausrichtung ringen. Das ist normal und auch verantwortungsbewußt! Was soll daran schlecht sein? Die AfD sollte sich so breit als möglich aufstellen, wählbar sowohl für Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber. Vor allem einen konstruktiven realwirtschaftlichen Kurs fahren. Die Realwirtschaft ist für beide existenzielles Grundinteresse. Von der Polarisierung in diesem Bereich leben nur die Funktionäre gut. Z.B. Könnte es besser sein die eigene Belegschaft an einem Unternehmen zu beteiligen als ausländische "Heuschrecken". Über solche Modelle könnte man sowohl zum Nutzen von Arbeitgeber und Arbeitnehmer nachdenken. Vor allem die Stärkung der sozialen "Realwirtschaft" müßte in Zeiten des globalen alles beherrschenden Spekulantentums der internationalen Finanzhaie eine besondere Rolle spielen.Vor allem auch wenn derzeit sozialistische Parteien bestrebt sind diesen Globalisten in die Hände zu spielen. Die Übernahme von Denkverboten die das Politestablishment vorgibt sollten ein absolutes "no go" sein. Rechts ist in einer Demokratie ebenso legitim wie links. Es geht nicht um rechtes oder linkes Gedankengut, ausschlaggebend sind ausschließlich die politischen Methoden wie dieses umgesetzt wird. Nur darin unterscheidet sich eine demokratische Politik von einer faschistoiden, totalitären. Deutschland braucht wie kaum ein anderes Land eine rechte das Volk und Land vertretende Partei, die der Liquidierung der Demokratie durch die linke Einheitspartei entgegen tritt. In der gesamten EU wird von den bisherigen Altparteien ein nie dagewesener politischer Zerstörungsextremismus (ausser im Krieg) betrieben den man mit aller Kraft bekämpfen muß.

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