Panama-Gate – eine Sonderoperation Putins

Die Wellen des Mossack-Fonseca-Skandals schlagen hoch. Mit einer unerwarteten Hypothese ist Clifford G. Gaddy, wissenschaftlicher Mitarbeiter des sehr einflussreichen amerikanischen Institutes Brooking Institution und Russlandspezialist, aufgetreten. Seiner Meinung nach steht hinter Panama-Gate der allmächtige Wladimir Putin.

Von Thomas Roth

Clifford Gaddy ist überzeugt, dass Wladimir Putin die Welt verwaltet – gerade hat er die Diskreditierung der westlichen Führer zu seiner Aufgabe gemacht. Aber das interessanteste hat der russische Präsident für eine Erpressung aufgespart.

Stehen hinter dem panamaischen Archiv die russischen Sonderdienste?

Das panamaische Archiv. Scheint es Ihnen nicht so, dass das eine sehr verdächtige Geschichte ist? Wie aus einem billigen Spionagefilm: Am Anfang des Jahres 2015 sendet ein gewisser "John Doe" (ohne irgendeinen Grund zu nennen) an die deutsche Süddeutsche Zeitung (SZ) einen Brief, in dem der Zeitung 11.5 Millionen Dokumente der panamaischen Gesellschaft angeboten werden, die Beziehungen zum Offshore hat. SZ war einverstanden.

Unter der Ägide des Internationalen Konsortiums der investigativen Journalisten (ICIJ) studierten rund 400 Menschen aus 80 Ländern die Dokumente im Verlaufe des vergangenen Jahres. Daraufhin  veröffentlichten sie koordiniert ihre Funde: dabei verwendeten sie ungefähr die gleichen Worte in allen Medien (sogar im lokalen Washingtoner Fernsehsender). Sie berichten von Korruption von mehr als 140 weltweiten Führern, von Geldwäsche und Unterschlagung.

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Der größte Teil der Mitteilungen, unabhängig vom Ort ihrer Veröffentlichung, erwähnt in erster Linie Wladimir Putin. Es ist jedoch möglich, dass das einfach der Ablenkung von einer viel komplizierteren Geschichte dient.

Der Hund, der nicht bellte

Ungeachtet des marktschreierischen Titels, gibt es keine direkten Beweise für eine Mitwirkung Putins am Leak der Informationen aus der Gesellschaft, an Diebstählen, an Steuerfluchten oder an der Geldwäsche. Die Dokumente zeugen nur davon, dass jemand von seinen "Freunden" ca. zwei Milliarden Dollar im Panamaischen Offshore hatte. Und nichtsdestotrotz gibt es in dem Archiv nichts Neues über Putin. In Wirklichkeit ist diese Geschichte wohl viel kleiner, als es zuerst schien. In den letzten 10 Jahren stellten viele Investigative Vermutungen darüber an, dass Putin äußerst reich ist. Es wurde von Zahlen in Höhe von 20, 40, 70, bis sogar 100 Milliarden Dollar spekuliert. Und alles, was sie gefunden haben, sind beklagenswerte 2 Milliarden, die auch noch einem Freund gehören?

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Da haben Sie es – ein Hund, der nicht bellte.

Der geopolitische Kontext ist hier wichtig. In den letzten Jahren haben sich die Medien in ein Gefechtsfeld verwandelt, auf dem Russland und der Westen ständig versuchen, einander zu diskreditieren.

Am Anfang des vorigen Jahres haben sich die westlichen Länder entschieden, die Medien in den Hybridkrieg einzubinden, wie sie die Sphäre des informellen Kampfes nach der Annexion der Krim und der damit verbundenen Handlungen nannten. Der Westen hat entschieden, dass Korruption eine verwundbare Stelle Putins ist. Und gerade das ist in diesem Kontext interessant, wenn man auf das Panamaische Archiv blickt: die Journalisten greifen Putin viel aggressiver an, als es ihnen die Beweise erlauben.

Sie versuchen kaum weiter, als bis zur Überschrift zu graben. Der Freund Putins ist mit Gesellschaften verbunden, die etwa zwei Milliarden Dollar durch Offshore gebracht haben. Warum? Um von den russischen Steuern zu fliehen? Im Ernst? Um den gegenwärtigen Besitzer zu verbergen? Vor wem? Dafür ist Offshore nicht nötig. Um die Sanktionen zu umgehen? Das ist ein gutes Argument, aber es gilt nur für die Gesellschaften, die in der Mitte 2014 registriert waren oder später. Und ist dem so?

Die veröffentlichten Informationen werden Putin keinesfalls schaden, im Gegenteil. Sie ermöglichen ihm, die Schultern hochzuziehen und zu sagen: "Wir stehen nicht in den Listen. Noch was?" Um vieles wahrscheinlicher ist, dass das Bekanntwerden der Daten zu einer Anzahl von Skandalen im Westen führen wird, wo die Korruption Bedeutung besitzt und wo ihr ein besonderer Platz eingeräumt wird. Beim lapidaren Rest gewinnen die Russen. Das Prinzip "wem nutzt es?" gestattet uns, die Vorteile mit den Motiven zu verbinden und dann die Frage zu stellen, wer der Nutznießer der konkreten Handlung ist.

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19 Kommentare

  1. Ich finde diesen Artikel etwas flach recherchiert und sehr simpel irgendwelche Puzzelteile zusammengefügt.

    Wem es nützt? Mit großer Wahrscheinlichkeit der kriminellen Elite: Die Schattenregierung des Westens. Man muss doch nur mal schauen wem es bisher rnicht genützt hat:

    1. Island – das Land das die Bankster zuvor bestraft und inhaftiert hatte, Nach dem Rücktritt des Presidenten wurden die Bamkster auf einmal vorzeitig entlassen.

    2. UK – hier ist es ein zweischneidiges Schwert. Auf einer Seite schadet es Cameron auf der anderen werden die großen Fische aus der City of London nicht wirklich genannt. Aber Cameron hat eine Ohrfeige erhalten, evtl auch wegen die Gefahr des BREXITS, aber auch evtl auf Druck der kriminellen Deutschen Politdarsteller, damit deren Tax Havens transparenter werden. Denn jeder ist sich der Nächste.

    3. China – man versucht hier mit Druck der Regierung zu schaden und die Menschen aufzuhetzen.

    4. Brasilien – dort versucht man es ja beriets seit langem mit Hilfe von NGO#s nun auch mit den Panama Papieren.

    5. Argentinien, etc etc

    Man erkennt doch, dass es meistens Länder sind, die sich nicht dem westen unterworfen haben. Und dann davon auszugehen, dass da Putin seine Finger im Spiel haben könnte leuchtet mir überhaupt nicht ein.

    Und nun wem nützt es wirklich?

    Der USA. Alle bekommen nun Angst enttarnt zu werden und von den USA bestraft zu werden, das Vorspiel hatten wir ja bereits mit VW, der FIFA, UBS, Franz. Banken, etc. Denn die USA hat ebenfalls offshore Tax Havens (Delaware). Mit diesem Panama Trick kann man sich nun all die verängstigten in die uSA holen, somit bekommt die USA nun die ganzen Billionenbeträge ins eigene Land.

    1. Man muss sich auch fragen, warum ausgerechnet jetzt und nicht zu einem anderen Zeitpunkt solch einseitige Veröffentlichungen über das Panama-Steuerparadies von ganz bestimmten Presse-Organen des US-Presse-Imperiums konzertiert lauthals und prominent an die Öffentlichkeit geraten. Die USrael-Oberclique hat dieses Steuerparadies schon seit Jahrzehnten unter ihrer Kontrolle, weiss also schon lange, wer dort ein verstecktes Konto oder eine Briefkastenfirma unterhält. Die Handschrift dieses Presse-Coups ist amerikanisch und gar nichts anderes.

    2. US-Außenamtssprecher Mark Toner erklärt US-Finanzierung der Panama-Papers-Enthüllung
      https://deutsch.rt.com/nordamerika/37747-us-aussenamtssprecher-mark-toner-erklart/

      "Gegenüber Journalisten hat der Sprecher des US State Department, Mark Toner, die Verbindungen der US-Regierung zu der Organisation USAID offengelegt, welche die Panama-Papers erhalten und veröffentlicht hat. Toner räumt ohne Umschweife ein, dass die US-Regierung die Journalistenorganisation finanziert. Allerdings finde angeblich keine Einflussnahme auf die publizierten Inhalte statt. Doch in seiner Begründung gerät Toner abermals deutlich ins Schlingern."

  2. Ja klar, darum veröffentlicht auch eine von Soros Opensociety finanzierte NGO den Leak, die Putin vor einiger Zeit des Landes verwiesen hat.

    Wenns Putin nicht schadet, war er eben der Anstifter, ihr macht es euch ganz schön einfach.

    Meiner Meinung nach war es einfach eine Aktion, um Konkurenz im Briefkastengewerbe wegzukicken und dabei wurden gleich ein paar Bauernopfer mitgenommen.

    http://de.sputniknews.com/kommentare/20160405/308967184/hinter-panama-papers.html

     

     

     

    1. Aber machen Sie sich doch bitte nicht zum Hanswurst. "ihr macht es Euch einfach…."  Nee. Die Autoren sind Mr.Gatty und Gospodin Schipilin. Ich, zum Beispiel, bin der Meinung, das Ganze dient nur dazu, Offshore in die sichere USA zu verlegen. Denen geht nämlich bald das Geld aus. Aber wer weiß das schon ….

      1. Diese Gedanken sind mir aich schon im Kopf gewesen. Welcher Europäer bringt denn sein Geld nach Panama, wenn er es legal vor der Haustüre anlegen kann? Man sollte nur etwas gereist sein, mehrere Sprachen sprechen, etwas kaufmännische Ausbildung haben, und sich an sicherer Stelle erkundigen?

        Einkommen-Steuern werden am Hauptwohnsitz entrichtet. Wer aber aus der Briefkastenfirma kein Einkommen bezieht, wird das auch nicht versteuern müssen! Aber er kann es dort verwalten, und die Reisekosten dort verrechnen!

        Wie wäre es mit einer Firma auf Malle, ha, ha?

  3. Das sind doch alles nur reine Spekulationen, was hier geschrieben wird. Vielleicht war es China, Japan, Indien, Pakistan ect ………..gähn !!!!!

  4. Also,mein Informant, sehr gute Verbindungen zu hohen Geheimdienstmitarbeitern,hat mir glaubhaft versichert:

    Der Gärtner wars!!!!

    Allen nun eine gute Nacht und schöne Panama -Träume

  5. Roth spricht wiedermal von einer annexion – diesmal sogar in der form einer vollendeten tatsache – "so, wie sie die annexion nannten". schade aber bei absolut jedem artikel, der über eine seite lang ist, komme ich nie über die erste seite hinaus. 

      1. Das gibt es, gnädige Frau. Aber aus zuverlässigen Quellen ist mir bekannt, dass man Lesen üben kann. Und ab etwa Niveau dritte Klasse schafft man dann mehr als eine Seite. Und Sie werden ganz neue befriedigende Erlebnisse haben. Also, dranbleiben! MfG Th.Roth

        p.s. Und lassen Sie sich doch nicht auf das Niveau von diesem Typen über Ihnen herab. Von Ihnen habe ich schon tolle Kommentare gelesen – er kann nicht anders …

    1. der Wahn, in jedem, nicht von einem selbst geschriebenen Text, möglichst hundert Fehler zu finden und die postwendend ins Netz zu stellen, nennt man "netzomisfit" – die gesteigerte Form davon nennt man "STANetzomisfit" und die finale Version ist "justmortemmisfitdanetzo".

      Offensichtlich kann man diese Krankheits-Form nur durch Durchblasen : Mund auf- Schwall rein- aus dem Ar och raus, beheben. Sollte man ctzn5 dringend empfehlen

  6. Sie berichten von Korruption von mehr als 140 weltweiten Führern, von Geldwäsche und Unterschlagung.

    Wer denkt es wäre anders hat die Realität nicht erkannt. Denn nur wer erpressbar ist macht in der Politik Karriere. Leider.

    Dieser Pressecoup hat eindeutig us-amerikanische Handschrift. Wieso fällt mir dabei wieder Soros und andere, notorische Störenfriede ein.

    Viel interessanter wäre aber eine komplette Auflistung, welche Presstituierten Blätter an dem coup d' finance genau beteiligt waren. Denn das zeigt eindeutig welche Lügenmedien wir in Zukunft meiden müssen.

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