Madeira: Gesetz verbietet das Töten von Haustieren

Während auf Portugals Festland ein gleichwertiger Gesetzentwurf noch durch die Korridore der Bürokratie geistert, ist in der autonomen Region Madeira ein neues Tierschutzgesetz in Kraft getreten. Dabei wurde jedoch die Finanzierung vergessen. Will Madeira seinem Ruf nicht weiter schaden, sollte dies schnellstens nachgeholt werden.

Von Rui Filipe Gutschmidt

Als Tierschützer war es eine gute Nachricht für mich. Eigentlich sollte in ganz Portugal inzwischen kastriert statt eingeschläfert werden, aber die Bürokratie hat das ganze verlangsamt. Nicht so auf der „Blumeninsel“ Madeira. Das Regionalparlament der autonomen Region Madeira hat den Massenmord an Hunden und Katzen in städtischen Tierheimen ein Ende gesetzt. Das neue Gesetz ist ganz nach dem Geschmack der Tierschutzvereine, die seit langem die Kastration fordern, die in Zukunft die Todesspritze ersetzen wird. Ein Verstoß wird nicht nur mit einem Disziplinarverfahren, sondern auch strafrechtlich geahndet.

Bislang wurden Fundtiere in den „Canis Municipais“, den städtischen Tierheimen, nach ein paar Tagen eingeschläfert, wenn sie niemand reklamiert oder aufgenommen hat. Diese Praxis schadet dem Ruf vom Urlaubsparadies im Atlantik. Jetzt wo der Ruf des Archipels durch den neuerlichen „Kampf gegen die Offshoreparadiese“ eh schon angeschlagen ist, kann sich die Tourismusindustrie keine weitere schlechte Publicity leisten. João Henriques, Repräsentant der Tierschutzverbände, erklärte was auf der Hauptinsel gang und gebe war: „Bis letztes Jahr betrug der Anteil der Einschläferungen von den Tieren die in ein (städtisches) Tierheim kamen 75 Prozent. Das heißt, dass nur jedes vierte Tier lebend dieses Todeslager verließ. Im Schnitt werden auf Madeira täglich 8 Hunde oder Katzen ausgesetzt!“

Es war die kommunistische PCP, die das Gesetz zur Abstimmung brachte. Doch obwohl das Gesetz auch eine Sterilisationsklinik vorsieht, gibt es Kritik an der Umsetzung der neuen Regelung. Die Machbarkeit des neuen Ansatzes steht und fällt mit der Finanzierung des Projekts. Denn, auch wenn es sich langfristig rechnet, kommen Anfangs Kosten auf die Tierheime zu. Auch Tierärzte fragen, wer für die Kosten von der Behandlung kranker und verletzter Tiere aufkommt.

Außerdem ist es schon fragwürdig, dass die Sterilisationsklinik, das Kastrationszentrum, nicht schon gebaut wird, bevor das Einschläfern, das Töten allgemein, unter Strafe gestellt wird. Eine Übergangszeit – und ich denke durchaus an die armen Tiere die das Pech haben in dieser Zeit getötet zu werden – die so kurz wie möglich, aber unabdingbar ist, um die Grundlagen zu schaffen, ohne die dieses Gesetz nicht funktioniert. Die Profiteure des alten Systems, des Massenmordes also – für Nachschub wurde immer gesorgt – würden jeden Fehlstart nutzen um ihre Goldgrube nicht zu verlieren.

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Jetzt, wo Madeira den ersten Schritt macht, ist die Wahrscheinlichkeit einer Umsetzung im restlichen Portugal nicht mehr weit. Ein Akt der Vernunft, der Menschlichkeit, der Liebe. Deshalb, liebe Madeirenses, rückt die Kohle raus, auf den Offshorekonten liegt doch genug davon.

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24 Kommentare

  1. Das ist prima, zumal mir meine Hündin  unbeschreibbar lieber ist als die hinter lügnerischer , verstecker Fassade agierenden Menschen zur Erreichung teuflischer Ziele. Es ist traurig aber wahr, ich bin so weit, dass ich dem uns seit 70 Jahren knechtendem Volk alles erdenklich schlechte gönne. Dagegen liebe ich meine Hündin über alles uns sie  mich!!

    1. Wir werden von keinem ganzen Volk geknechtet, sondern allenfalls von einzelnen Gruppen. Und einige von denen wählen wir auch noch selbst. Einen, dem seine Hündin lieber war als die Menschen, hatten wir auch schon.

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        Dann wird es Zeit für "simila similae curventur" – Gleiches mit Gleichem vergelten. Und dann das 11. Gebot beherzigen……"Lass dich nicht erwischen." Oder ist die andere Wange dran? 😉

      2. @Volker Sie müssen genau lesen was ich schreibe. Sie ist mir lieber als die hinter versteckter Fassade…. Ich schreibe nicht dass das alle sind!! Sie werden nicht von allen Menschen des Volkes geknechtet,das schreibe ich auch nicht , aber das Volk ist ein Generalbegriff und insoweit liege ich auch wieder richtig.  Und der Vergleich mit dem, den wir schon hatten ist superdämlich. Begriffe sind dazu da, damit man sie verwendet!Offensichtlich haben Sie mit Hunden nichts am Hut, Ihr gutes Recht, aber dass ich meine Hündin ist mein gutes Recht.

      3. LOL, mein Lieber Volker. Aber man verallgemeinert heute mit einer Leichtigkeit, dass so ein Hinweis wie deiner eben selten geworden ist. Es gibt keine guten und bösen Völker, Staaten und sebst Organisationen wie die EU, NATO oder der Euro sind nicht von sich aus schlecht. Die Machthaber 

        1. Ich liebe Tiere auch über alles und für mich sind meine Katzen wie eigene Kinder. Aber das Dracula gerne verallgemeinert weiss jeder der regelmässig hier ist. Oft ist es nur eine Ausdrucksweise, aber die Betroffenen empfinden das anders. 

          Die Aussage über die "Knechtschaft der Deutschen" ist aber vor allem fehl am Platz, wenn es um Tierschutz geht.Weis nicht warum manche Leute nicht beim Thema bleiben können…???

          1. @Shmidt Hallöchen, mir ist eine "Verallgemeinerung" wesentlich lieber als ein blödsinniges, um den heißen Brei reden und keiner weiß dann letztlich, warum es geht. Wenn Sie sich gerne von Usrael vergewaltigen lassen wollen, ist das Ihr gutes Recht. Mir ist meine Hündin insoweit wesentlich  lieber als dieses pharisäerhafte, falsche , hintertücksche ,rassistische, Menschen verachtende Gesindel, das Deutschland in der 3. Generation knechtet.  Meine Hündin sagt mir was sie denkt, sie ist ehrlich, keine Falschspielerin, sie ist mir also logischerweise lieber!! Roger?? Wenn Sie anders denken sei es Ihnen gegönnt, ob es richtiger ist, ist wieder eine ganz andere Frage!

    2. Ganz deiner Meinung , Dracula . Wir achten und lieben unsere Mitgeschöpfe , sie sind ein Geschenk , ohne die unsere Welt entsetzlich kalt und leer wäre . Ist euch schon mal aufgefallen , dass besonders wir Mittel und Nordeuropäer diese Eigenschaft haben unsere Tiere ganz besonders ins Herz zu schliessen? Schon merkwürdig , nicht.

      1. Ich schaue mir eben lieber meine Hündin an als Claudia Roth, Martin Schulz, Merkel, Gabriel, Kauder, Altmeier etc. Das hat mit Bewertung dieser Menschen nichts zu tun, das ist eine reine Gefühlssache.

        1. Das ist ja auch vollkommen legitim – die Tiere sind ja auch unsere Freude, was man nichtunbdingt immer über jeden Menschen sagen kann!

      2. Da geht mein Herz auf bei deinem Kommentar Robert der Deutsche.

        Das stimmt ohne Zweifel. Hat wohl etwas zu tun mit Moral, Ethik und Zivilisation. Dazu gibt es ein schönes Sprichwort von Mahatma Gandhi; Die Grösse und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie ihre Tiere behandeln.

        Es ist sehr zu hoffen, dass die das mit der Finanzierung hinbekommen. Und somit eine Vorbildfunktion ausüben, weil gerade in der Ecke dort unten Tierschutz noch immer ein Fremdwort ist. Zu hoffen, dass sich Spanien – die Tierschutzhölle Spanien – ein Beispiel daran nimmt!

        Und ja, auch ich liebe meine kleine, treue vierbeinige Gefährtin heiss und innig. Sie bereichert mein Leben täglich aufs Neue, hat ihr Leben vertrauensvoll in meine Hand gelegt und dieser bedingungslosen Liebe und Treue muss! ich mich würdig erweisen.

        1. Ja der Gandhi , ein guter Kerl…..                                

          …… aber die Merkel hätte der bestimmt schon erwürgt !

  2. Gerade heute war in meiner Dorfzeitung zu lesen, daß der Betreiber eines Tierheimes verschwunden ist, nachdem Fragen nach dem Verbleib von Spenden auftauchten.

    Generell ist Tierschutz nicht mit Geld allein durchzusetzen. Das Denken zu ändern kann etliche Jahre brauchen. Für die Zukunft sehe auch da eher schwarz.

  3. So machen sich Linke lächerlich. Die große Politik können sie nicht verändern, also toben sich ihre weltfremden Traumtänzer an so Scheinheiligkeiten aus. Nutztiere werden weltweit unter immer abscheulicheren Bedingungen zur Schlachtreife gebracht, doch bei Schmusetieren schlagen sie zu. Ist das Traumtänzerei oder reiner Populismus? Ethik kann man nicht erzwingen durch Gesetzesflut, die den Menschen bis ins private alles vorschreiben. Damit ich nicht falsch verstanden werde: Ich bin durchaus ein Tierfreund und bin auch dafür, dass man etwa Katzen steriisiert. Aber was da passiert ist einfach nur ein Theater.

  4. Die Frage die sich mir hier eher stellt ist. Was soll man von einer Welt halten wo unschuldigen Tieren solch ein unsägliches Leid angetan wird. Damit meine ich jetzt nicht nur Portugal sondern das Schlachten unzähliger Tiere zu oftmals Unterhaltungszwecken. Ob es sich nun um die jährlichen Delfinschlachtungen und Wahlschlachtungen in Japan und Skandinavien handelt. Das geradezu dämonisch böse Töten von Zehntausenden Hunden und Katzen zum alljährlichen Hundefest in China. Die traditionellen Opferschlachtungen von hundert Tausenden Kamelen, Ziegen Schafen usw. in den muslimischen Ländern, oder das inhumane fließbandmäßige Schlachten von Millionen Tieren in den Schlachthäusern dieser Welt.
    Wenn nun jemand glaubt dies Alles hätte keine Auswirkungen auf unser Dasein und unsere Handlungen, dann hat Er vom Leben nicht die geringste Ahnung. Denn diese niederen Tötungsenergien werden von gewissen Kräften benötigt, um deren Überleben zu sichern. Aber auch auf menschlicher Ebene finden diese fast fließbandartigen Tötungen heute in immer größer werdender Zahl statt (Natürlich abgesehen von den Massentötungen der beiden Weltkriege und den einzigen 2 Atombombenabwürfen auf die Zivilbevölkerung eines Landes durch die USA) wenn man die man die unzähligen weltweiten Konflikte, und die rituellen Tötungen von Kindern betrachtet.
    Hier sollte einmal Jeder der diesen Kommentar liest kurz innehalten und sich bewusst machen in welcher Hölle Wir heute eigentlich leben. Die Meisten von Uns sind allerdings schon so abgestumpft, dass Sie diesen Fakt gar nicht mehr realisieren. Geht man heute in eine Videothek dann findet man fast nur mehr geisteskranke Filme oder Videospiele wo es nur mehr ums Töten geht. Wir geben Uns zivilisiert, und befinden Uns aber in einem der dunkelsten Zeitalter überhaupt.
    Der Grund dafür ist, dass Wir uns noch in den Ausläufern des Kali Yugas befinden, dass 2012 geendet hat, und zum Anderen das die negativen Kräfte nun Alles unternehmen „müssen“ um Uns in der Matrix sprich in „ihrer kranken Realität welche Sie für Uns kreirt haben“ weiter zu halten.
    Wenn Uns das einmal mehrheitlich bewusst wird, dann ist das Spiel für Sie zu Ende und Wir können beginnen unsere eigene Realität zu kreiren und auch zu Leben. Vorausgesetzt Wir machen vorher in unserem Oberstübchen sauber.

      1. @ Dracula Danke, ich musste meinen geliebten Schäferrüden nach 12 gemeinsamen Jahren vor einem halben Jahr einschläfern lassen. Daher weiß Ich zu was Tiere im Stande sind, wenn man ihnen ein gutes Umfeld bietet bzw. wenn Sie Menschen um sich haben die das Herz und das Hirn am richtigen Fleck haben.

    1. @Rob

      Da ist was wahres dran was du schreibst.

      Hoffen wir auf Voltaire…der sagte: Wir gehen auf eine grosse Revolution des menschlichen Geistes zu./Voltaire

    2. Es geht hier um Haustiere und leider gibt es jedenfalls bei uns viel zu viele Katzen, die aus Desinteresse an deren Schicksal nicht sterilisiert werden. Viele Leute nehmen sie als Baby für die Kinder als Spielzeug und geben sie weg, wenn sie keine 9 Monate alt sind, aber da sie keiner will, werden sie dann in Wohnungen allein eingesperrt gehalten oder einfach rausgelassen, sodass sie elend zugrunde gehen. Tierheime  sind idR total verseucht, weil die Tiere zu eng gehalten werden und sich gegenseitig anstecken und die Impfungen nicht wirken. Ein Elend, also Geld alleine hilft da nicht. Es braucht auch echte Liebe und Verstand, damit man Haustieren so viel Leid ersparen kann. Mir tun sie so leid, die armen Katzen und Hunde, die alles für uns geben, aber wir können ihnen großteils gar nicht helfen.

  5. Wir wohnen inzwischen auf einen anderen Planeten. Auf den Land. Mein Nachbar hat 2 Katzen und einen Hund, der andere 13 Katzen und wir 3 Katzen und einen Hund. Teils aus den Tierheim. Am Land ist das kein Problem, aber in der Stadt ist artgerechte Haltung nicht möglich. Tiere in Wohnungen  zu  halten muss verboten werden. Das ist kein natürlicher Lebensraum für Tiere. Der Mensch hat diese ganzen Schweinereien angerichtet. Katze Hund usw haben sehr wohl Empfindungen und sind den Menschen angetan und so behandelt man sie dann als Ding das gerade störend ist. So geht das nicht. Und im übrigen, in unseren Tierheim hier gibt es keine enge Käfige, sie können raus auf einer riesigen Wiese und den ganzen Tag toben und wenn der Hunger kommt stehen die Fressnäpfe bereit.

    1. Auch am Land gibt es große Probleme mit dem Tierschutz. Besuchen Sie doch mal die Tierheime in Krems oder Wien. Wien wurde ja bekanntlich auf einer Deponie errichtet und auch mit Unsummen werden die Haustiere dort so gehalten, dass man mit Tränen in den Augen und möglichst vielen Katzen und Hunden wieder rauskommt, wenn man halbwegs normal ist.:((

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