Kritik an Plänen gegen sexistische Werbung

Das von Justizminister Maas angestrebte Verbot von "sexistischer Werbung" wird zunehmend scharf kritisiert. Der Werbe- und Presserat hätten das durchaus im Griff.

Von Redaktion/dts

Politik, Werbewirtschaft und Justizexperten haben sich gegen schärfere Werbeverbote über das Wettbewerbsrecht ausgesprochen, wie sie derzeit im Hause von Bundesjustizminister Heiko Maas geplant werden, um Frauen vor falschen Rollenbildern und sexuellen Übergriffen zu schützen.

Berlins Justizsenator Thomas Heilmann (CDU) erklärte gegenüber "Bild": "Die SPD scheint aus den Fehlern der Grünen nicht zu lernen: die Bevölkerung möchte zu Recht möglichst wenig Vorschriften. Wir brauchen weder einen Veggie Day noch Geschmacksvorschriften für Werbeplakate. Es gibt dafür den Werbe- und den Presserat, die gut arbeiten."

Verbote führten nur dazu, "dass die Grenzen ausgetestet werden, Satire beginnt und Gerichte beschäftigt werden", so Heilmann weiter, "endgültig absurd ist die Begründung, Werbeverbote würden helfen abscheuliche Übergriffe wie in der Silvesternacht in Köln zu vermeiden." Auch Thomas Strerath, Vorstandsmitglied der Agentur Jung von Matt, sprach sich gegenüber "Bild" gegen eine Verschärfung des Wettbewerbsrechts aus, um diskriminierende und frauenfeindliche Werbung gesetzlich zu verbieten: "Vertrauen wir dem mündigen Bürger, dessen Urteil ist schärfer und schneller als jede Behörde und bestraft dümmlich sexualisierte Werbung eh."

Der Hamburger Fachanwalt und Experte für Wettbewerbsrecht Prof. Stefan Engels erklärte gegenüber "Bild", das von Maas` Ministerium geplante Gesetz vermische "Dinge, die nichts miteinander zu tun haben: Der Schutz der sexuellen Selbstbestimmung ist grundsätzlich Sache des Strafrechts. Das Wettbewerbsrecht dient dagegen dem fairen Wettbewerb insbesondere in der Werbung." Von einer zu großen Sexualisierung deutscher Werbung könne "ohnehin nicht die Rede sein", so Engels: "Ausnahmen gibt es allenfalls bei kleineren Unternehmen oder Mittelständlern, die eher ungeschickt Grenzen des guten Geschmacks überschreiten. Hierfür reicht der deutsche Werberat vollkommen aus."

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Nach dem – "Bild" vorliegenden – Entwurf des Bundesjustizministeriums, der intern bisher nicht abgestimmt wurde, soll Werbung durch das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb (UWG) verboten werden, wenn sie "Personen auf ihre Sexualität reduziert", "Nacktheit übertrieben herausstellt" oder keinen "sozialen akzeptablen Zusammenhang" darstellt zwischen Produkt und Präsentation, etwa bei der Abbildung von Nacktmodellen mit Autofelgen oder Haushaltsgeräten. Die SPD hatte bereits bei einer Vorstandsklausur im Januar beschlossen, zum Schutz von Frauen gegen sexuelle Übergriffe ein "Verbot geschlechterdiskriminierender Werbung" zu erlassen.

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7 Kommentare

  1. Nackheit ist kein Argument dafür, ob man etwas kauft oder nicht. Ohne Zweifel. Aber das wirkliche schädigende für Frauen in der heutigen Zeit ist der völlig hirnlose Feminismus, der in eine Art perverierter Maskulinität mündet, und die schwer geistig deformierte Genderbewegung, die Frauen und Männer zu Karrikaturen ihrer selbst macht, angelehnt an jene Protagonisten dieses Wahnsinns, die ihn verbreiten wollen. Aber das Aus der sexuell betonten Werbung kommt wie gesagt aus dem tiefen Bedürfnis heraus, dem Islam als neue Religion Europas, den roten Teppich auszubreiten. Es ist eine selbstzerstörerische Haltung jener Machtvertreter in Europa, die ohne ihn zu fragen, den Souverän, auch wenn von ihnen als solcher nicht anerkannt, mit in den Abgrund ziehen. Ansonsten sind diesen herrn und Damen die Frauen ziemlich egal!

  2. Naja, wenn Maas(-trichtbetrug) hierbei auf keine Interessen des Korans "abzielt", sondern wirklich etwas betreffend der Ethik erreichen möchte, stimme ich persönlich seinen persönlichen Absichten das erste Mal wohlwollend zu.

    Ich möchte ungerne, daß unsere befristet bleibenden Neuankömmlinge wegen einer Ablenkung durch Werbung einen Unfall verursachen…

  3. Keine Sexualisierung der Werbung, aber Kindern in der Schule beibringen wollen was Sadomaso, Dildos, Analverkehr ist und wer wo überall was reinstecken kann. Irgendwie ungewöhnlich diese Entwicklung, Entbehrlich wie so vieles.

  4. Das ist nur noch schitzophren, holen diese Vergewaltigungskultur ins Land und versuchen dann ihr schlechtes Gewissen nach all dem Kindesmißbrauch in Schwimmbädern auf diese Art und weise abzustreifen. Bin mal gespannt wann solche Kommentare als Hochverrat bestaft werden.

  5. Jedes Verbot (auch Rauchverbot!) ist eine Einschränkung der Freiheit auf dem Weg zur (absoluten) Diktatur, getreu Junkers Motto: "Wir probieren etwas, und wenn sich kein Widerstand regt (ziehen wir die Daumenschraube langsam zu – so ähnlich jedenfalls).

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