Portugals Taxifahrer wehren sich. "Nein zu Uber"-Aufkleber. Bild: Contra Magazin / Gutschmidt CC BY-SA 3.0

Nach London, Paris und anderen Städten weltweit, protestieren jetzt auch Portugals Taxifahrer gegen die ungleiche Konkurrenz aus dem Cyberspace. In Lissabon, Porto und Faro legten die „Taxistas“ den Verkehr  lahm. Sie fordern die sofortige Einstellung der illegalen Personenbeförderung durch die Fahrer der UBER. Dabei kam es zu gewaltsamen Übergriffen.

Von Rui Filipe Gutschmidt

Was war das nur für ein chaotischer Tag in Faro, Porto und Lissabon. Portugals Taxifahrer haben die Schnauze gestrichen voll. Wer dachte, ein Streik im öffentlichem Nahverkehr wäre schlimm und würden die Autofahrer über Stunden in kilometerlangen Staus versauern lassen, der hat noch nicht erlebt wie sich eine Blechlawine aus sich langsam vorwärts schiebenden Taxis sich auf den Verkehr einer Stadt auswirkt. Was aber treibt die Taxifahrer dazu, ihren Protest auf solche Weise zum Ausdruck zu bringen?

UBER! Ja schon wieder die Onlineplattform mit Sitz in San Francisco, die individuelle Personenbeförderung „vermittelt“. Doch wenn wir die Wortspielereien mal außen vor lassen, dann handelt es sich einfach nur um ein Taxiunternehmen, dass seinen Fahrern keinerlei Arbeitnehmerrechte zugesteht – sie auch nicht als Arbeitnehmer anerkennt – und ihnen auch keine Pflichten abverlangt. Es ist nicht (nur) die Konkurrenz an sich, sondern die Tatsache, dass UBER weder Steuern, noch Sozialabgaben zahlt, sich um das Statut des Arbeitgebers drückt und dessen Fahrer auch nicht die Genehmigung haben, um im Personentransport zu arbeiten. Einfach ausgedrückt, UBER agiert illegal.

Nun sollte man meinen, dass Polizei und Staatsanwaltschaft gegen die illegalen Fahrer und die Anwendung und kommerziellen Aktivitäten vorgehen würde. Aber Fehlanzeige! UBER nutzt eine Gesetzeslücke, oder stellt vielmehr die Behauptung auf, eine einfache Vermittlerfunktion einzunehmen. Die 2009 gegründete Onlineplattform aus San Francisco wurde schon oft verurteilt und immer wieder wurde die These von der einfachen Vermittlerrolle widerlegt. 2011 mussten sie lächerliche 20.000 US-Dollar Strafe zahlen und seitdem führen sie Krieg gegen die Taxifahrer dieser Welt. Ohne Lizenzen, Normen und Auflagen sind sie meistens billiger wie die legal agierenden Taxifahrer. Wo die UBER auftaucht gehen kleine Taxiunternehmen oder selbstständige Fahrer in die Pleite, werden Existenzen zerstört und auf der anderen Seite haben wir meist Nebenjobs ohne Pflichten und Rechte. Steuern werden – kaum – in den USA gezahlt, und die Sozialkassen bekommen auch kein Geld.

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Kein Wunder also, dass die Nerven blank liegen. So kam es denn zu Ausschreitungen und äußerst unschönen Szenen zwischen Taxifahrern und Fahrern der UBER. Beide Seiten werfen sich gegenseitig Provokationen vor. Die Taxifahrervereinigung ANTRAL hatte ihre Mitglieder aufgefordert, sich zurückzuhalten und auf keine Diskussionen einzulassen. UBER wiederum kündigte lauthals an, sie würden an diesem Tag das Geschäft ihres Lebens machen.

Derweil einige Fahrer der UBER – die keine staatlich regulierten Tarife haben – bis zu viermal mehr kassierten wie das bei einem Taxi der Fall gewesen wäre, bekamen andere die geballte Wut einiger Taxistas zu spüren. Ein Opfer dieser Aggressionen stellte sogar die Behauptung auf, dass die Taxiunternehmen professionelle Schläger engagiert hätten, um die Fahrer der UBER einzuschüchtern. Doch es gibt auch Fälle bei denen Fahrer der UBER mit den Fäusten auf die im Straßenverkehr üblichen Beleidigungen geantwortet haben soll. Es ist der reinste Krieg da draußen und die Regierung gibt sich Mühe, diesen Zustand zu beenden.

Ja die Regierung Portugals wird jetzt UBER vor die Wahl stellen. Legalisierung oder „Ami go home“! Ob UBER dabei mitmacht ist jedoch fraglich. Ich persönlich rufe mir lieber das Taxi meines Vertrauens, von dem ich weiß, dass er mich nicht übers Ohr haut, er alle gesetzlichen Bestimmungen befolgt und mit dem ich mich gemütlich über Gott und die Welt unterhalten kann. Daher schließe ich mich dem Protest der Taxistas an: „UBER ilegal é roubo nacional“ (Illegale UBER ist nationales Verbrechen), „Não a UBER“ (Nein zu UBER)!

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2 KOMMENTARE

  1.  Hinter dem Unternehmen stecken nach eigenem Bekunden die Investoren Benchmark CapitalGoldman Sachs und Google Ventures,First Round CapitalMenlo Ventures und Lowercase Capital.[4] Anfang Juni 2014 erhielt das Unternehmen 1,2 Milliarden Dollar Risikokapital von Investoren wie Google und Goldman Sachs – der Wert des Unternehmens wird seitdem auf mindestens 17 Milliarden Dollar geschätzt.[5] Auch das chinesische InternetunternehmenBaidu will sich mit 600 Millionen Dollar an Uber beteiligen,[6] während der chinesische Staatsfond China Investment Corporation (CIC) plant, in den Uber-Konkurrenten Didi Kuaidi zu investieren.[7]

     

    https://de.wikipedia.org/wiki/Uber_(Unternehmen)

     

     

    Das sagt alles!

     

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