Wirklich alleine wirtschaftlich überlebensfähig ist Moldawien nicht. In Rumänien würde ein Großteil der Menschen die Vereinigung begrüßen. Doch bislang stehen vor allem Rumäniens außenpolitische Haltung und die NATO-Mitgliedschaft als Hindernis im Weg.

Von Marco Maier

Movement_for_the_unification_of_Romania_and_MoldovaDie ehemalige Sowjetrepublik, eingeklemmt zwischen der Ukraine und Rumänien hat seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion kaum Fortschritte gemacht. Die Bevölkerung ist verarmt, arbeitet oft im Ausland und erhofft sich zumindest partiell von einem Anschluss an das Nachbarland – welches in EU und NATO ist – neue Perspektiven. Zwar halbierte sich die Zustimmung einer Vereinigung beider Länder in den letzten Jahren auf etwa 35 Prozent – doch wenn großzügige Finanzhilfen winken…

Aber auch in Rumänien können sich über zwei Drittel der Bevölkerung damit anfreunden, das Nachbarland aufzunehmen. Immerhin ist das Moldauische eigentlich auch nur Rumänisch – mit bis 1991 kyrillischer statt lateinischer Schrift und einigen russischen Entlehnungen mehr. Für die Rumänen ist klar: Die Moldauer sind Brüder. Vor allem aber zeigt sich zumindest in der Elite Moldawiens, dass die rumänischen "Berater" (die sich dort einnisteten) ganze Arbeit leisten. Denn für die lokale Kleptokratie wirken die vielen Millionen und Milliarden an Förderungen durch die EU, welche dann in Richtung Chisinau fließen werden, geradezu wie ein Magnet. Immerhin kann man sich dann ordentlich daran bedienen.

Seitens der EU gibt es gewiss kaum Einwände für solch einen Schritt. Moldawien selbst ist zwar kein Beitrittskandidat und würde auch nicht den Ansprüchen entsprechen – doch als Teil Rumäniens, welches ja bereits EU-Mitglied ist, spielt das keine Rolle mehr. Zudem könnte man so Moskau erneut ans Bein pinkeln, zumal in der abtrünnigen Region Transnistrien auf Wunsch der dortigen De-Facto-Regierung auch russische Truppen stationiert sind. Aber die rumänischen NATO-Soldaten dürfen sich ja auch völlig frei auf moldawischem Territorium bewegen und unterstützten die moldawische Armee auch im Kampf gegen die transnistrischen Separatisten.

Auch wenn eine Vereinigung der beiden Länder eigentlich nur logisch und nachvollziehbar ist – zumal nur unglückliche historische Zustände zu einer Trennung führten – muss sich wohl zuerst auch die politische Linie Rumäniens ändern. Angesichts der doch auch recht guten Beziehungen zu Russland (immerhin sorgen die moldawischen Saisonarbeiter in Russland für rund ein Drittel des moldawischen BIP) werden die Moldauer wohl kaum dafür zu begeistern sein, Teil eines NATO-Staates zu werden, in dem sich die Politik aggressiv gegen Moskau stellt.

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2 thoughts on “Großrumänien: Moldawiens Anschluss nur eine Frage der Zeit?”

  1. Ist es nicht merkwürdig, daß man im Osten immer Onkel Addis Pläne aus dem "Zweiten Teil des letzten Dreißigjährigen Krieges" abkupfert? Die hier gezeigte Karte brachte ein Mitschüler ganz stalz anno 1962 als Zimmerdekoration mit ins Internat! – Man gab das einen Wirbel; denn der Schüler hatte die "Historische Karte", versehen mit den Insignien der NS-Macht aus dem Chefbüro seines Vaters geklaut, und beflissene "Deutsche Linkspädagogen", semiverbeamtet im Kirchendienst, die schändeten sie! 

    1. Ach ja, selbstredend war in der Karte Siebenbürgen als Deutsches Lehen an Ungarn und Rümänien mit Hakenkreuz gekennzeichnet! – Und ich wette darauf, daß Königsberg und Herrmanstadt bald deutscher sind als Köln unf Frankfurt!

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