Deutsche Bank. Bild: Flickr / Elliott Brown CC BY 2.0

Ein staatliches Bankensystem ohne Lizenz für Spekulationen brächte nicht nur mehr Sicherheit, sondern könnte auch dabei helfen, die Steuern massiv zu senken. Ein Vorschlag für eine Reform des Systems.

Von Marco Maier

Wenn private Banken auf Basis von Krediten quasi aus dem Nichts heraus per Knopfdruck Geld schaffen (obwohl dies eigentlich das Monopol der Zentralbanken ist), dann führt dies unweigerlich zu Problemen auf den Finanzmärkten und damit auch in der Realwirtschaft. Die Makrosteuerung der Zentralbanken selbst (v.A. über den Leitzins) ist angesichts der globalisierten Finanzwelt inzwischen ein ziemlich unbrauchbares Instrument geworden, wie auch die EZB-Eskapaden deutlich zeigen.

Doch dies ist nicht der einzige Grund dafür, weshalb das Bankensystem verstaatlicht werden sollte. Geht man davon aus, dass das gesamte Geldvermögen auf den Banken in Deutschland (Privathaushalte, Unternehmen und Staat) in etwa 10 Billionen Euro ausmacht und das Kreditvolumen bei in etwa 8,5 Billionen Euro liegt, wäre bei einem konservativ geführten Bankgeschäft (Girokonten, Kredite, Sparbücher…) und durchschnittlichen Zinssätzen von 2 Prozent auf Guthaben und 6 Prozent auf Kredite ein Zinsgewinn von etwa 300 Milliarden Euro pro Jahr möglich. Abzüglich der Kosten bleiben jedoch sicherlich noch mindestens 280 Milliarden Euro übrig, welche in den Staatshaushalt fließen können.

Geht man davon aus, dass die aktuellen Steuereinnahmen des deutschen Gesamtstaates bei rund 700 Milliarden Euro jährlich liegen, wäre damit eine Abdeckung von rund 40 Prozent möglich. Das heißt: Mittels einer umfassenden Steuerreform könnte man damit beginnen, beispielsweise eine Lohn- und Einkommenssteuerreform durchzuführen, diverse kleinere Steuern komplett abzuschaffen und beispielsweise jährlich 50 Milliarden Euro zur Schuldentilgung aufzuwenden. Auch die dringend nötigen Infrastrukturerneuerungen könnten so schrittweise in Angriff genommen werden.

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Natürlich sind diese Berechnungen äußerst grob und stellen nur einen Ansatz dar – dennoch zeigt dieses Beispiel auf, dass der Staat nicht unbedingt darauf angewiesen ist, sein finanzielles Auskommen faktisch ausschließlich mittels der Erhebung von Steuern, Gebühren und Abgaben zu finden. Ein ähnliches System gab es übrigens damals in den britischen Neuengland-Kolonien, bis die Bank of England dem ein Ende setzte. So waren die Kolonialverwaltungen nicht darauf angewiesen, Steuern einzuheben sondern finanzierten sich über die Vergabe von Krediten an die Farmer und Wirtschaftstreibenden.

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12 KOMMENTARE

  1. Finanzsystem: Verstaatlicht die Banken!

    Kleinen knall oder was?!

    Zu blöd um den Finanzmarkt atequat zu Reformieren, statt dessen den Bankenmarkt Sozialisieren…. jep scheint mir auch die schnellste Möglichkeit die Karre vollends vor die Wand zu fahren. Ich leg mich lieber wieder auf die Couch.

  2. Ja, aber was passiert denn dann mit den deutschen Kreditinstituten? Die BRiD ist doch kein Staat… :-/

  3. die schaffung von geld darf einzig an die produktivität gekoppelt sein, d.h. an die frage, wie sehr der mensch mensch ist, nur dann dient das geld dem menschen, ansonsten dient der mensch dem geld, ist also sein Sklave, etwas, was wir derzeit weltweit sehen können.

  4. ……….welcher Staat dürfte denn dann die Banken in Besitz nehmen, die BRD-Finanzagentur mit seinem Verbrecherstab bestimmt nicht, wo kein Staat existiert, kann man keine Bank verstaatlichen.

  5. Die Verstaatlichung der Banken hat Frankreich schon vor Jahren versucht. Das Ergebnis ist bekannt. Sozialismus funktioniert eben nicht. Anstatt die Banken zu verstaatlichen, sollten die aufhören das Finanzsystem mit der Zinsmanipulation und Rettungen von maroden Unternehmen (Sozialisierung der Verlust) kaputtzumachen.

    • "Verstaatlicht die BRD!"

      Verstaatlicht die Scheingerichte bzw. Schiedsgerichte! "Jedem seinen Hammer."

      "Yippijajayippijajayippia"

  6. diese banken nehmen wucherzinsen 

    von 18 bis 24 % auf kreditkarten 

    nordea swed seb

    über 12% 

    Dab bank münchen

    deustche dresdner

    nach beschwerde an eu 

    geht sie nciht an

    zinsen auf zero banken stehlen von kunden das geld

    bald wird nur ncoh eingebrochen bei dne reichen

    so kommt die zukunkt 

    es reicht langsam 

    die reichen werden reicher 

    und die armen können verrecken

    kalasn sind ncoh billig

     

  7. Was die EZB betreibt ist nichts anderes als eine Wechselreiterei mit der Geldbeschaffung eines Fiat Systems (es werde) was eine Kaufkraftaushöhlung dieses EUROsions-Systems und mit der Abschaffung des Trennbankensystems (Glass- Steagal-Acts) den Spekulationsbereich aufbläht, welches letztendlich in den Ruin der Gesamtwirtschaft führt, da das Wirtschaftsleben nach ideologischen Gesichtspunkten (Griechenland) und nicht mehr nach den erforderlichen ökonomischen Gesetzen abläuft. Das Debakel begann, als die Banken meinten, neben ihren eigentlichen Aufgaben als Finanzdienstleiter, selbst in das Geschäftsleben mit Finanzprodukten von zweifelhafter Qualität eingreifen zu können, was u.a. das Hypothekendesaster, von den U.S.A. ausgehend, auslöste. Der Geist ist aus der Flasche und der Finanzsektor ist der Letzte der sich anstrengen würde diesen mit einem Trennbankensystem wieder einzufangen. Was die Banken allerdings nicht verhindern können ist die Gesamtpleite, wie bereits mit der Schuldensozialisierung in den U.S.A. in Erfahrung gebracht, die 1865 mit dem Bürgerkrieg endete, diesmal allerdings nicht auf die U.S.A. begrenzt, wofür man inzwischen mit Rettungsschirmen, Bankenunionen, Einlagensicherungen ect. mit den Beschlüssen des Bundestags vom 13. juni 2013 – 6. Nov. 2014 und 22. Jan. 2015, von der Öffentlichkeit weitgehends unbemerkt, sich das von Regierungsseite auch noch absegnen ließ. Das Ergebnis mit der Enteignung der Rentner, Sparer, Lebensversicherten und den Steuerzahlern läßt sich mit der rückzahlungsfreien, präventiven Rekapitalisierung der Finanzsysteme durch die EZB sehen, wobei es am Ende nur Verlierer gibt!

     

  8. wenn ich nur daran denke, wie die West-LB an die Wand gefahren wurde, oder die HSH Nordbank, Bayern LB usw. – viele Milliarden an Verlusten.

    Das Zauberwort heißt nicht "Verstaatlichung", sondern "Vergesellschaftung".

    Vergesellschaftete Banken sind z.B. die Genossenschaftsbanken, Volksbanken usw., bei denen die Kontoinhaber auch die Inhaber der Bank sind.

    Wie wäre es, die Deutsche Bank zu einer Genossenschaftsbank umzuwandel?

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