Die Panama Papers: Riesiges Informationsleck deckt System der Steueroasen auf

Ein Sumpf von Schwarzen Konten, Krimineller Geldwäsche und Korruptionsskandale wurde aufgedeckt. Millionen von Dokumenten zeigen, wie Staatsoberhäupter, Prominente und Kriminelle die Steueroasen nutzen um Gelder und Vermögen zu verstecken. Die Flut an Dokumenten könnte die Welt aus den Angeln heben.

Von Rui Filipe Gutschmidt

Ein Journalist aus Portugal sagte: „Die Geldwäsche ist seit Jahrzehnten im Gange und ist in über 200 Ländern fest im System verankert. Eine internationale Journalistenvereinigung mit 370 Investigativen Journalisten aus aller Welt (ICJI), hat sich ein Jahr lang durch 11,5 Millionen Dokumente gearbeitet und dabei 128 aktuelle und ehemalige Staatschefs aufgespürt, die über dieses gigantische Offshoresystem „ihr Schäfchen ins Trockene gebracht haben.“ Welche Quellen nutzten die „rasenden Reporter“ und was treibt sie an?

Mossack Fonseca ist eine Anwaltskanzlei mit Sitz in Panama und Niederlassungen in 35 Ländern, spezialisiert im Gründen von Briefkastenfirmen und im organisieren von Netzwerken die das Schwarzgeld durchläuft und bei denen eine gründliche Wäsche stattfindet. Die Journalisten bekamen über die Kanzlei Informationen von über 214.488 Offshore-Organisationen in über 200 Ländern und Territorien. Die Gelder wurden in 21 Steuerparadiese, wie Nevada (USA), Hongkong, Singapur oder den Virgin Islands versteckt. Wie nicht anders zu erwarten, stecken Großbanken wie die HSBC, Deutsche Bank und UBS dahinter, sowie unzählige Anwälte, Finanzjongleure und sonstige Geldwäscher im großen Stil. Bis hierhin ist das einzig neue daran, dass so ein System endlich einmal aufgedeckt wurde.

Polemik kommt erst auf, wenn wir die Namen der Verdächtigen hören, beziehungsweise manche Namen nicht hören. Messi wird die Fans vom F.C. Barcelona nerven und Putin in einem Atemzug mit Poroschenko… Ein Sakrileg! Doch auch wenn man sich bei keinem der Namen wirklich wundern muss, so gibt es doch Ungereimtheiten bei der Interpretation. Viele Namen fehlen und vor allem fragt man sich wo die Amerikaner sind. Dann haben wir noch die Zeitungen, die Wladimir Putin hervorheben und dabei wichtige Fakten unterschlagen. Schauen wir uns also den Vorwurf an, dass es sich um US-Propaganda handelt.

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Obwohl es eine Möglichkeit ist, dass mit diesen Dokumenten nur vom Sumpf des US-Amerikanischem Lobbyistensystem abgelenkt werden soll, ist doch wahrscheinlicher dass der Bush- oder der Clinton-Clan hier nicht erscheinen, weil sie einen anderen Geldwäscher ihres Vertrauens nutzen. Es ist doch glasklar, dass es nur die Spitze des Eisbergs ist. Ein König Saud, Poroschenko oder die Söhne des Präsidenten von Aserbaidschan sind zwar dort benannt, teils sogar als Leiter, Besitzer oder Drahtzieher einiger Offshorefirmen, aber die Aufmerksamkeit der Presse richtet sich voll und ganz auf Wladimir Putin.

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Für die russischen und russlandfreundlichen Medien ist es ein Propagandaangriff gegen Präsident Putin und damit gegen Russland. Der Kreml hatte bereits am 28. März auf einen bevorstehenden Angriff auf den Präsidenten und auf sein Umfeld hingewiesen. Tatsache ist, dass Putin, wie ALLE anderen auch, geheime Konten hat, die ihm und seiner Familie im Fall eines Putsches oder Bürgerkriegs als Rücklage dient. Doch haben die Panama Papers keinerlei Dokumente die Russlands Staatsoberhaupt persönlich benennen. Personen in Putins Umfeld sollen, so zumindest die Spekulation, für den charismatischen Staatschef schwarze Konten angelegt haben. Es wird also nur vermutet, dass es sich bei den Geldern – 2 Milliarden Dollar – um Putins  Privateigentum handelt.

Also eines ist klar. Die Panama-Papers werden uns noch lange beschäftigen und sind es Wert am Ball zu bleiben. Doch man muss auch genau hinschauen, wo ein politisches Ausnutzen, eine Manipulation stattfindet. Man hebt die einen hervor und kehrt andere unter den Teppich. Daher muss man wie im Fall Wladimir Putin, schon genau hinschauen. Doch es ist auch eine Bestätigung, dass es ein weltweites System ist. Es handelt sich nur um die Spitze des Eisbergs und es gibt noch viele „Lichtenstein Papers, Monaco Papers oder Caiman Islands Papers“ aufzudecken. Viele Namen werden uns missfallen und bei vielen werden wir es nicht glauben wollen, weil es nicht in unser Weltbild passt. Dennoch, müssen wir die Fakten letztlich akzeptieren. Fortsetzung folgt!

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14 Kommentare

  1. Für mich hatte sich das Thema eigentlich bereits erledigt, als die Liste der Geldgeber dieses  „Internationales Konsortium Investigativer Journalisten (ICIJ)“ aufgetaucht ist.  Wenn man es als investigativer Journalist nötig hat, von Soros, Rockefeller, Ford usw sein Geld zu erhalten, hat sich gleichzeitig das Wort "Investigativ" erledigt.

    Dazu dann noch die Weitergabe nur an die allseits bekannten Medienkonzerne, schießt jegliche Vollständigkeit und Glaubwürdigkeit in den Wind. Solange diese Dokumente nicht ALLE öffentlich gemacht werden, können sie sich diese an einen allseits bekannten und sehr dunklen Ort kleben.

    1. Ich frage mich ehrlich wo das GERÜCHT von den Soros und Rockefeller als Geldgeber aufgetaucht ist. Ist doch immer das selbe. Wenn man die Mächtigen mal am Arsch zu greifen bekommt, dann stellt einer die Behauptung ins Netz das DIE dahinter stecken. Also echt jetzt. manche plappern jedem VST nach, was er sich mal wieder ausgedacht hat um auf seinem BLOG die Leserzahlen in die Höhe zu treiben. Ach ja, und die Böse Süddeutsche steckt ja auch dahinter! Klar, dass man nicht alles schlucken darf aber bei der ganzen Contrainformation braucht man schon etwas Intelligenz um zu sehen was Wahrheit und was Lüge ist und wie was genutzt wird. Russlandspropagandamaschiene läuft auf hochturen obwohl sie doch nur die Tatsachen unterstreichen müssen. Wenn das jetzt abgetan wird als Zeitungsente, dann können die anderen gerade mal so weiter machen! Cui bono? Eben die Soros, Bush, Clinton, Rockefeller und Co. Indem man behauptet das DIE das finanziert haben, lenkt man davon ab, dass DIE an anderer Stelle das Geld waschen. Deskreditieren wie den Klimawandel und das Ozonloch. Wacht auf und glaubt nicht jedem 0815 Blogger. Seit wenigsten kritisch. Der Expresso und TVI haben ein Interesse am Aufklären von diesem Sumpf, aber das jetzt vielen der Arsch geht die jetzt alles tun um das ganze unter den Tisch zu kehren! Was hat man Julien oder Edward nicht alles angedichtet? 

      1. Guckst Du hier: "Die Sueddeutsche hat die Informationen an das "International Consortium for Investigative Journalists" (ICIJ) die in Washington sitzen weitergeleitet und die ICIJ koordiniert die Datenweitergabe und Enthüllungen mit zahlreichen Zeitungen. Wenn man sich anschaut, wer finanziell hinter der ICIJ steht, wer die grössten Geldgeber sind, dann sind es die üblichen Verdächtigen, wie die Ford Foundation und die Open Society Foundation." Aha, also George Soros

        Hier der ganze Artikel: http://alles-schallundrauch.blogspot.de/2016/04/die-panama-papiere-sind-eine-cia.html
         

         

         

        1. Sehr seriös dein "Alles Schall und Rauch BLOGSPOT" Damit hast du mir gerade recht gegeben. Diese Anwaltskanzlei, Mossack Fonseca ist nur eine von vielen. Wenn das also Unglaubwürdig ist, dann wird keiner auf die Idee kommen die Geldwäscher der Ford und Rockefeller, Bush oder Clintons zu verpfeifen. Die sagen dann Danke, indem sie "Alles Schall und Rauch" eine Spende überweisen.

  2. Nebelbombe

    Wenn ein Staat wie der unsere 70% der Einkommen abgreift, damit er unser Geld mit vollen Händen zum Fenster hinauswerfen kann, um lausige Drittweltpotentaten und deren Völker mit unserem Geld zu beglückrn, darf er sich nicht wundern, wenn die Fleißigen dieser Gesellschaft ein wenig von ihren Erträgnissen zu retten versuchen.

    Das ganze Geheule ist eine Nebelbombe, um davon abzulenken dass die Eliten unsere Rentner z.B. eiskalt verhungern und erfrieren lassen, während sie sich selbst im Luxus wälzen.

  3. Die NSA rühmt sich jedes Ding der Internetwelt ausspähen zu können. Und diese Kanzlei in Panama ist nun rein zufällig von einem kleinen Datenspion geleakt worden – na wer das glaubt….

    Dem transatlantischen Käseblatt "Süddeutsche Zeitung" wurde nun die grosse Huld zuteil (natürlich) im Konjunktiv Putin Korruption und private Geldwäsche zu unterstellen. Man ist der Hoffnung, dass der Pöbel nun brüllt: "Haltet den Dieb".

    Doch in Wahrheit stecken vorrangig jedoch US-Finanzinteressen dahinter. Die Ford Foundation, Carnegie-Stiftung, Rockefeller Family, Fund WK Kellogg Foundation, Open Society Foundation (George Soros) … und viele andere mehr. Alles "ehrenwerte" Seilschaften.
    Das US Anliegen ist es in erste Linie die ausländischen Steueroasen trocken zu legen und die entsprechenden Geldströme in ihre eigenen Häfen zu lotsen. Die neuen Steuerparadise liegen in den USA. z.B. im Staat Delaware, Soth Dakota Wyoming und Newada. Die dortigen Banken bieten 100%iges Bankgeheimnis für Auslandsanleger.
    Die USA fordern von Anderen Offenlegung ihrer Finanzen, sind aber im Gegenzug nicht bereit Vergleichbares zu bieten.
    So sind sie ggf. in der Lage ausländische Einlagen mittels ihrer sehr sonderbaren Gerichtsbarkeit jedezeit zu enteignen. Eine "wunderbare" Geldquelle mit der sie ihre verbrecherischen Kriege fortan zusätzlich finanzieren können.

     

    1. Genau. Die eigenheit bei us-amerikanischen Finanzinitituten ist dass diese sofort meinen dass wenn man dort als nicht-us Geld deponiert dieses automatisch ihnen selber gehört. Ich habe das schon selber erlebt….

      Und da rasseln die landläufigen Schmierblätter immer noch mit dem dummen slogan die VSA wäre das "land of the free and the land of the brave". Passender ist die Bezeichnung das Land der Diebe und Dummköpfe.

  4. @Shmidt

    Sie schreiben: "Tatsache ist, dass Putin…"

    Später dann: "Es wird also nur vermutet…"

    Tatsachen, Vermutungen, Spekulationen… Was denn nun?

    Den Widerspruch darin sehen Sie nicht, oder?

    Sicher halte ich es für möglich, daß auch Putin "vorgesorgt" hat, aber so etwas zu schreiben ist einfach nur Müll.

    Also entweder die Daten veröffentlichen oder den Mischer nicht so weit aufreißen.

    Ich glaube Ihrem Geschriebenen grundsätzlich genauso wenig wie der Mainstreampresse oder den "Alternativen"- oder alles was sich dafür hält.

    Angesehen davon haben ich auch kein Interesse an 1000en Artikel von den "investigativen Journalisten" verstreut über Monate, wenn nicht gar Jahre, nur damit die so ihre Arbeitsplätze sichern können.

    1. @Rico

      Nein da ist kein Widerspruch, da Freund Vladimir IRGENDWO seine geheimen Rücklagen hat. HIER aber geht es um eine Spekulation, dass die Gelder die von seinem Mitarbeitern über Mossack und Fonseca auf Konten in Steuerparadiesen verbracht wurden (schönes Amtsdeutsch),in Wahrheit ihm gehören.

      Tatsache: Er hat schwarze Konten.

      Spekulation: Die 2 Mrd.$ von dem die Rede ist laufen NICHT auf seinen Namen.

      Zum Thema Arbeitsplätze. Lesen und informiert sein wollen alle. Dass die Menschen für ihre Arbeit bezahlt werden ist aber nicht ok. Contra bekommt KEINE Gelder, die mit redaktionellen Auflagen verknüpft sind. Diese Unabhängigkeit hat einen erheblichen Nachteil. Die Autoren schreiben für sehr SEHR wenig Geld. Aus Überzeugung eben. Dennoch ist eine gesunde Skepsis immer gut. Schliesslich kann im Internet oder sonstwo alles behaupten was man will. Aber wer wie wir vernünftig legalisiert ist, kann bei groben Rechtsbrüchen verklagt werden.

      1. Das ist aber schon irreführend, oder?

        Schwarze Konten haben die großen und ganz großen Fische vermutlich alle, aber im Artikel wird unzweifelhaft suggeriert, daß dies -was Putin betrifft- im Zusammenhang mit PP steht. Deswegen ist es eine Irreführung und der Rest eben Spekulation. Dazu braucht man diese PP-"Enthüllungen" nicht als Aufhänger.

        Das mit der Bezahlung ist schon richtig aber WER kann denn mal eben 400 Journalisten 1 Jahr lang finanzieren?

        Und ich soll glauben, daß diese "Investigativen" die Hände beißen, die Sie füttern?

        Und nichts sickert durch?

        Das sind alles nur die Anständigsten der Anständigen, die keine befreundeten Politker, Wirtschaftsbosse, Richter, Anwälte etc. haben, die sie vorwarnen können.

        Entschuldigung, aber das kaufe ich nicht.

        Wir wäre es vollkommen egal, wenn sämtliche Mainstreamblätter vor die Hunde gehen, auch mit dem Wissen, das da sicher einige dabei sind, die nicht so können, wie sie vielleicht gerne wollen. Für mich haben diese Blätter jedes Vertrauen verspielt – bis in alle Ewigkeit. Da können die jetzt noch soviel "aufdecken".

        Interessant wäre z.B. eine Auflistung dieser ganzen "Investigativen Journalisten" und in welchen Lobbyvereinen (z.B. Atlantikbrücke) oder gar in welchen Logen die tätig sind. Man bräuchte dann sozusagen investigative Journalisten um diese "Investigativen" mal abzuklopfen.

        1. Nun, die Journalisten arbeiten für Publikationen aus aller Welt. Manche haben Putin aufs Titelblatt geholt, andere fragen nach den Amis. In Portugal – traditionsgemäß eine Presse, die ihre Freiheit gegen alle Manipulationsversuch verteidigt – gibt es die einhellige Meinung, dass es nur ein Kratzen an der Oberfläche ist. Wie ich mir dachte, wird jetzt tiefer gegraben – in alle Richtungen!! Wenn jemand damit ausgerechnet Putin schaden wollte, wo doch jeder weiß, dass der Sumpf Weltweit, aber am tiefsten in den USA ist, dann hat er wohl ein Eigentor geschossen! Niemand ist mehr sicher, jetzt wo nicht 400 sondern 400.000 und mehr ihnen am Arsch hängen!

  5. Wenn diese Affäre durch ist, weiß ich jetzt schon ganz genau wem sie genützt und wem sie geschadet hat. Ich schätze 95% der User hier auf Contra wissen dass auch.

    Die Leute da draußen müssen es erfahren! Mindestens 2 Genarationen sind im Dornröschenschlaf.

  6. Prinzipiell ist es der Neid der Angelsachsen aus Übersee weil sie vieles eben doch nicht so gut gebacken kriegen wie die technisch und sozial schon viel weiter entwickelten Völker Europas. Deshalb müssen auch asoziale und undemokratische Knebelbedingungen wie TTIP oder CETA durch ihre zahlreichen Lobbyisten im demokratisch niemals legitimierten €/U-Plapperhaus (das als Parlament zu bezeichnen wäre der blanke Hohn!) mit aller Kraft durchgedrückt werden.

    Das einzige worin die us-amerikaner sehr kreativ und hartnäckig sind, ist es fortlaufend fremde Nationen und Völker zu überfallen (232! Jahre seit dem act 1779) oder Plünderungskriege gegen ihre selben "Feinde" zu führen.

    Dabei stimmt da offensichtlich in ihrem Kopf vieles nicht so richtig.

    Die NSA rühmt sich jedes Ding der Internetwelt ausspähen zu können. Und diese Kanzlei in Panama ist nun rein zufällig von einem kleinen Datenspion geleakt worden – na wer das glaubt….

    Die NSA sollte besser ihre eigenen notorischen Unruhestifter wie Soros oder Rockefeller überwachen, dann wäre schnell wieder ruhe.

    Das ist wieder dasselbe dreckige Spiel wie vorher schon bei den Liechtensteiner- oder Schweizer -Privatbanken. Ich wette dass dahinter die selben Kreise stecken wie hinter diesem Panama-dingsbums.

    Ihr könnt es einfach nicht lassen, ihr kranken Arschlöcher!

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