„Der Gehörnte“ – das entscheidende Argument in Syrien?

Die Befreiung der altertümlichen Stadt Palmyra wurde der erste ganz wichtige Sieg, nachdem sich Russland in den syrischen Krieg aktiv eingereiht hat, die Sache sozusagen in die Hand genommen hat. Worin besteht der besondere Wert dieses Erfolges?

Von Thomas Roth

Die Bedeutung von Palmyra

Palmyra ("die Stadt der Palmen"), heutzutage Tadmor, ist nicht die größte Stadt in Syrien. Bis zum Krieg lebten hier gerade mal 60.000 Einwohner. Aber es ist vom strategischen Plan her sehr wichtig – ringsumher befinden sich die Erdöl- und Erdgasvorkommen und die Knoten der Rohrleitungen. Dazu führten schon seit dem Altertum eine Menge Karawanenwege über diese Stadt, die später von Autostraßen ersetzt wurden.

Durch Palmyra führt eine Strasse in das seit mehr als einem Jahr blockierte Deir-ez-Zor. Dort verteidigen sich erfolgreich – und greifen sogar von Zeit zu Zeit an – die Truppen unter der Führung des "Meisters der Verteidigung", des Fallschirmjägergenerals, Issam Zahreddine, einem Drusen mit dem Spitznamen Großvater Issam. Zwischen Palmyra und Deir-ez-Zor liegen ungefähr 200 Kilometer, aber es gibt keine Orte, die für eine Verteidigung einigermaßen geeignet wären.

Die Ruinen und die Museen Palmyras brachten bis zum Krieg einen großen Ertrag in den Staatsschatz Syriens. Die Befreiung eines so wertvollen Erbes, das ist ganz natürlich, fügt dem Gewicht von Damaskus sogar in den Augen der westlichen Länder etwas hinzu. Nicht umsonst haben Veränderungen im Ton der westlichen Massenmedien im Bezug auf die Schlacht von Palmyra an die Geschichte mit den Pariser Zeitungen im Jahr 1815, nach der Flucht Napoleons von Elba, erinnert. Erstens nannte man ihn "Untier und Kannibale", später war vom "Usurpator", von "Bonaparte", und dann von seiner "kaiserlichen Majestät Napoleon dem I." die Rede, der das richtige und ihn verehrende Paris betritt. Genauso war es mit den Streitkräften der SAR. Am Anfang der Operation nannte man sie "die Kräfte des Regimes Assad" und am Ende sagte man korrekt "die syrische Armee". So das Palmyra auch ein großer moralischer Sieg ist.

Das entscheidende russische Argument

Die Experten haben die offensichtlichen Merkmale der Teilnahme der russischen Berater und der Truppenteile der Sondertruppen an der Operation zur Befreiung von Palmyra – einschließlich des Kommandos der Kräfte für Speziellen Operationen (SSO) – sofort zur Kenntnis genommen. Das Ergebnis ihre Anwesenheit in Syrien wurde offiziell anerkannt. Einer der Fliegerleitoffiziere der vordersten Linie ist dabei heldenhaft umgekommen. Nach der offiziellen Mitteilung hat er das Feuer der Artillerie auf sich selbst gelenkt. Es wird berichtet, dass es Leutnant Sergej Prochorenko war.

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Das Hauptverdienst beim Angriff der Sturmgruppen gehört der russischen Luftflotte. In diesen speziellen Tagen wurden mehr als 40 Kampfabflüge nur der Sturmflugzeuge gezählt. Aber die Hauptarbeit erledigten die Kampfhubschrauber Mi-24R, Mi-35M und in der abschließenden Etappe der Operation die neuesten Mi-28N, die vor kurzem zusammen mit den Ka-52 nach Syrien geliefert worden sind. Sie arbeiteten an den IS-Terroristen wie am "endlosen Fließband" von den Fliegerhorsten "Shayrat" (38 km südöstlich von Homs) und "Tiyas" (gleiche Entfernung von Palmyra, westl. gelegen). Die entscheidende Rolle bei der Erringung des Sieges haben die 152mm-Haubitzen "Msta-B", die RS-30 "Windhose" und "Orkan", sowie die schweren Flammenwerfersysteme TOS-1A "Solnzepjok/Sonnenhitze" gespielt.

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