Contra Magazin: Firmensitz auf den Seychellen – eine Briefkastenfirma?

Ein paar mehr oder weniger böse Mails haben wir schon bekommen. Ihr seid doch auch auf den Seychellen, besitzt doch auch eine ominöse Briefkastenfirma – das war der einhellige Tenor. Die folgenden Zeilen sollen einfach alles einmal aufklären und natürlich würde ich mir als Herausgeber des Contra Magazins wünschen, dass man sich auch als Leser informiert, bevor man uns in einem Topf mit etwaigen kriminellen Machenschaften international agierenden Unternehmen wirft.

Von Andre Eric Keller

Die Panama Papers schlugen förmlich Tsunamis im Laufe der letzten Woche. Jedoch wusste man ziemlich bald, wer der Urheber deses angeblichen Skandals war, wem er dienen und wem er schaden sollte. Kurz, die Auftraggeber, die Vereinigten Staaten von Amerika wollten unter anderem Putin damit ans Bein pinkeln, obwohl Putin selbst keine Briefkastenfirma besitzt. Es wird hier leider immer öfters vergessen, dass im Informationszeitalter auch allen die Informationen zugänglich gemacht werden. Von daher sind viele Menschen heute in der Lage, blitzschnell ebenfalls an die benötigten Daten heranzukommen. Bei den Panama Papers muss man gar nicht lang suchen, sondern einfach nach den Sponsoren der Journalistenvereinigung ICIJ suchen, dann weiß man woher der Wind weht.

Wenn von großangelegten Steuerhinterziehungen die Rede ist, dann ist damit nicht immer auch wirklich von Steuerhinterziehungen laut dem Gesetz die Rede. Denn eine IBC (International Business Company) kann überall auf der Welt legal eröffnet und der Firmensitz dorthin verlegt werden. Davon profitiert z.B. auch der amerikanische Bundesstaat Delaware. Diese Offshore-Gebiete haben meist einen sehr niedrigen Steuersatz vor Ort, Einkünfte aus aller Welt sind meist völlig steuerfrei. Hier geht es nur um die Firma, nicht um Personen. Einkünfte der Personen die bei der Gesellschaft beschäftigt sind, müssen am Wohnsitz versteuert werden. Dass man auch die Gesellschafter und Besitzer einer Offshore-Firma verschleiern kann, indem man bevollmächtige Personen einsetzt, ist wieder eine andere Sache. Es gibt aber auch durchaus gute Gründe dafür. 

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Was hat das mit dem Contra Magazin zu tun? 

Wir, Andre Eric Keller und Marco Maier, haben Österreich Ende Jänner verlassen, haben unseren Wohnsitz in Österreich also aufgegeben. Wir leben nun seit über zwei Monaten auf den Philippinen. Für uns stellte sich die Frage, was wir mit der Firma "Contra Media Online OG" machen. Würden wir den Firmensitz weiterhin in Österreich belassen, müssten wir auch dort weiterhin Steuern und auch Krankenversicherungsbeiträge ect. bezahlen. Für uns war aber klar, dass wir keinesfallls unser hart erarbeitetes Geld Österreich und somit der EU in den Rachen werfen, denn diese würden mit unserem Steuergeld deren wahnwitzigen "Projekte" finanzieren. Auch die staatlich geförderten Mainstreammedien (Stichwort: Presseförderung in Österreich) wollen wir nicht weiterhin unterstützen.

Darum kam für uns eine Offshore-Firma, eine IBC, wie gelegen. Der Firmensitz auf den Seychellen ist für unsere Tätigkeit unerheblich. Soll heißen, der Firmensitz wirkt sich nicht auf unsere Artikel aus. Wir sind in vielerlei Hinsicht sogar unabhängiger geworden, weil wir jetzt weniger Geld aufbringen müssen um Steuern und Gebühren zu berappen. Für uns ist unsere Offshore-Firma eine gute Sache. Auch wenn es eine Briefkastenfirma ist: Wenn es sich um Onlinemedien handelt – also um moderne Medien – braucht es ohnehin nicht mehr.

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10 Kommentare

  1. So eine Briefkastenfirma wäre mir persönlich viel zu gefährlich. Meistens obliegt es einem anonymisierten "Treuhänder" über mein verschleirtes oder steuerlich hinterzogenes Vermögen  zu entscheiden. Ich meine man  müßte diese  Steuerhinterzieher nur partiell bestrafen, da sie sich dem Prinzip "Lohn der Angst" unterworfen haben, da nämlich der treuhänderische angebliche Rechtsanwalt auch mir dem Geld forever verschwinden kann. So siehts aus.

      1. Mal gaaanz langsam mit den jungen Pferden 🙂

        Bitte vergesst nicht, dass eine "Briefkastenfirma" gesetzlich nicht verboten ist und wenn man es genau nimmt, dann ist mein eigener Firmenstandort (mit Wissen des Gewerbeamts) auch ein Briefkasten. Leider liegt der aber in Österreich und im Gegensatz zu Marco Maier und Eric Keller, muss ich weiter den Irrsinn hier mitfinanzieren und glaubt mir, da schmerzt mich jeder Euro der in dieses korrupte System geht.

        Es gibt Berufe welche keine Standort benötigen, jedoch von den Gewerbe-u.Finanzbehörden eine Adresse gefordert wird. Dieser Standort kann also auch ein sogenannter "Briefkasten" sein, da ich natürlich keine Lust hatte meine Privatadresse dazu zu verwenden.

        1. Das mit der Firmenadresse gleich Privatadresse und gleicher Telefonnummer hatte ich fast 30 Jahre das Problem. Da hat so manch einer gedacht er müßte einem zu jeder Zeit belästigen können wegen jedem kleinsten Problem. Aber es ging nicht anders.

          Nach der Betriebsschließung bin ich umgezogen und habe nirgens meine neue Adresse hinterlassen. Wollte mir auch für die Zeit danach einen Briefkasten mieten, für die Übergangszeit, als ich gesehen hatte an einem leeren Grundstück mit einer Baubude hingen 10 Briefkästen. Hatte aber dann meine Firmenhomepage im Netz gelassen wo noch meine e-Mail Adresse und eine Postbox Nummer für AB SMS und Fax zu sehen war, so das ich entscheiden konnte mit wem ich noch sprechen will, muß. Pfiffige Kenner hätten natürlich auf Umwegen auch meine neue Adresse rausbekommen, aber es gab so Einen nicht. Nach Abschaltung der Homepage waren noch lange Teile im Netz zu finden, nach 10 Jahren taucht immer noch meine alte Firma in irgendwelchen dubiosen Branchenbüchern auf und da geht nichts um das löschen zu lassen.

          Meine private Homepage ist auch nicht voll frei zugänglich.

          Jeder der mit seinen Daten ins Netz geht soll sich vorher gut überlegen was er preis geben muß und was er lieber nicht zeigen sollte. Hatte anfänglich auch Erstaunliches erlebt was da so automatisch passiert.

          Also Gewerbe und Privat immer trennen wenn es machbar ist.

  2. Abgesehen davon, wenn ich in Österreich schon bevormundet werde, was und  wie ich um mein Taaschengels kaufen darf und wie ich es anzuegen habe, etc.  bleibt jedem Jungen tatsächlich nur mehr die Chance mit  seinen Aktivitäten auszuwandern, das heißt aber nicht, dass man damit seiner Heimat  Österreich ade sagen muss.   Es ist einfach die faschistoide Macht der Staatsgewalt und deren Besitzer, sich wie weiland der Landvogt über seine Untertanen genüsslich herzumachen und über alles und jeden willkürlich zu bestimmen.

    In Deutschland ist die besonders deutlich, dass jeder Zwangsabgabe für die Staatsmedien zu bezahlen hat und diese mittels Gefängnisstrafe eingetrieben werden. Als nächstes droht bereits Bargeldverbot und Zwangsreligion, als auch dieses Zwangsabkommen , namens TTIP.  Daher ist solch völlig legale Ausweiche nach Übersee volkommen in Ordnung.

    Ist nun auch für einen Umzug nach Russland in Sichtweite!

  3. Internet Service Provider kann man auf der Erde machen wo man will.
    Am besten, wenn man eh nicht in der EU wohnt, nicht in einen Steuerknast für globale Zwecke.
    Habe damit kein Problem.
    Frau Kahane hat da bestimmt keinen Zugriff?

  4. Früher gab es mal Piratensender, warum soll es so etwas Ähnliches nicht auch im Internet geben. So lange bis irgendwelche Mächte das verhindern und dann über Satellit die Informationen laufen  Teletext und e-Mail z.B. wie anfänglich über Sat1, wo ich auch eine Zeit lang Kurzkommentare schrieb und wenn das unterbunden wird gibt es ja noch die gute alte Kurzwelle wo ich im Urlaub im Ausland früher mal Informationen auf deutsch gesucht habe. Radio China International sendet heute noch auf deutsch. Welchen Zweck contra-magazin noch nebenbei erfüllt deutete ich vor einiger Zeit schon mal an über seltsame Kommentare?

  5. Wichtig für mich ist ,daß unsere offenen und kritischen Meinungen nicht an die Geheimdienste weitergegeben werden. Denn 2017 werden die Bereicherer die BRD übernehmen und erhalten von unserem schleimigen Geheimdienst die Aufzeichnungen. Die Scharia wird dann die einzige Gerichtsbarkeit im arabischen Deutschland sein. 

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