Brain-Drain: Wenn die Auswanderung die Entwicklungschancen hemmt

Es gibt Länder, die von der Einwanderung profitieren und dann eben welche, die von der Auswanderung der fähigen Köpfe ausgeblutet werden. USA, Kanada & Co gehören zu den Gewinnern des globalen Brain-Drains, während vor allem Europa, aber auch so manche asiatische Länder ihre besten Köpfe verlieren.

Von Marco Maier

Länder wie die USA, Kanada, Australien und Neuseeland sind welche, die von ihrer Anziehungskraft für Fachkräfte leben. Wer eine gute Ausbildung mitbringt, kann dort ein durchaus gutes Einkommen erzielen. Armutsmigration gibt es dort – zumindest in den USA, aber auch in Kanada – durchaus ebenso, aber wichtiger ist die Sogwirkung auf die gebildeten Eliten anderer Länder.

Für die Zielstaaten sind solche Wanderungsbewegungen natürlich super, zumal sie von den Bildungssystemen anderer Länder profitieren. Insbesondere die gut gebildeten Europäer machen sich gerne dort hin auf den Weg – während die Zuwanderer in die europäischen Staaten selbst vorwiegend ein geringeres Bildungsniveau als die Bevölkerung in den Zielländern aufweisen. Die Zuwanderer aus den armen Ländern Afrikas und Asiens sind dafür jene, die monatlich Geld nach Hause schicken um so ihre Familien zu versorgen und vielleicht so manchem Familienmitglied auch die schulische Ausbildung.

Problematisch wird das Ganze für manche – insbesondere kleinere – Länder dann, wenn sie ihren gebildeten Schichten keine adäquaten Jobs anbieten können und diese dann gezwungen sind auszuwandern und dann anderen Ländern vielleicht sogar noch technologische und wirtschaftliche Fortschritte verschaffen.

Natürlich ist es vor allem in größeren Ländern einfacher, entsprechende finanzielle Mittel aufzutreiben, rentable Märkte zu etablieren und dergleichen, so dass auch ganze Gründerzentren (Stichwort: Silicon Valley) dort entstehen. Im Endeffekt ist es wie in der Unternehmenswelt: Große Unternehmen können sich Spitzenkräfte eher (und auch mehr davon) leisten als kleine. Allerdings könnten sich die Kleinen auch stärker vernetzen und auf kooperativer Basis arbeiten.

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Längerfristig sollte jedoch jedes Land versuchen, für die eigene gebildete Schicht attraktiv zu bleiben und eine wirtschaftliche Struktur zu forcieren, in der ein Wegzug nicht mehr so lohnend erscheint. Langfristig zahlt es sich für Staat und Gesellschaft auf jeden Fall aus.

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Ein Kommentar

  1. Die Losung lautet doch; Kooperation statt Konkurrenz! Denn Konkurrenz beinhaltet Neid, und diese 2 Eigenschaften zerstören mehr von den menschlichen Potenzialen als wie es den gemeinschaften nützt.

    Aber wenn man das so argumentiert wird man ja gleich als Kommunist beschimpft. Viele haben eben ihr Gefängnis in ihrem Kopf.

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