Bosnien: Arabische Milliarden für ein neues Refugium nach dem Ölgeschäft

Die arabischen Ölscheichs wissen, dass das Ölgeschäft irgendwann zu Ende ist. In ihren eigenen Ländern sehen sie kaum mehr eine Zukunft. Nun wird in Bosnien-Herzegovina vorgesorgt.

Von Marco Maier

Den Ölscheichs vom Persischen Golf ist schon längere Zeit bewusst, dass die Golfstaaten nicht ewig von den Petrodollars leben werden können. Die derzeit niedrigen Ölpreise zeigen vor was passieren wird, wenn die Ölquellen in Zukunft versiegt sind. Denn ohne die massiven Subventionen, mit denen Millionen junge Araber versorgt und ruhig gehalten werden, werden soziale Unruhen ausbrechen die für die kleine Oberschicht nicht gut ausgehen werden.

Umso verständlicher ist der Wunsch nach einem sicheren Refugium in klimatisch deutlich günstigerer Lage. Hierfür bietet sich den Investoren aus Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Katar und Kuwait Bosnien-Herzegovina an, welches wirtschaftlich zwar darnieder liegt, jedoch eine große muslimische Gemeinde beherbergt und große Flächen an günstigem Land.

So werden derzeit komplett neue Stadtteile für Sarajawo und das rund 30 Kilometer entfernte Trnovo geplant, in denen Platz für jeweils rund 40.000 Menschen sein soll. In der bosnischen Hauptstadt soll zudem noch ein weiteres Projekt hochgezogen werden: Eine Appartement-Siedlung auf einem 180.000 Quadratmeter großen Areal. In den Bergen Nahe Sarajewo mit Blick auf die Hauptstadt soll zudem ein Komplex mit 106 Villen und 224 Luxusappartements entstehen, für den 73.000 Quadratmeter veranschlagt wurden.

Einerseits freut man sich darüber, dass endlich wieder Arbeitsplätze im Land geschaffen werden, andererseits jedoch sorgt man sich jedoch auch über die zunehmende Radikalisierung der Muslime. Denn diverse Saudi-Investoren haben ihre Mitarbeiter schon dazu angehalten, ihr Leben nach den Regeln des Wahhabismus auszurichten. Auch in immer mehr Moscheen des Landes halten radikale wahhabitische und salafistische Imame Einzug. Für die vielen moderaten bosnischen Muslime ist dies eine Horrorvorstellung, zumal sie erst vor einigen Jahren die Al-Quaida nur mit großer Mühe wieder aus dem Land vertreiben konnten und nun befürchten, die Petrodollars könnten erneut zu antimuslimischen Aktionen der Serben und Kroaten führen.

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