Angola bittet IWF um „Hilfe“ – werden Portugal und Spanien mitgerissen?

Die Portugiesen aus historischen Gründen und die Spanier durch die Verknüpfung ihrer Banken mit Portugal, laufen Gefahr in die Finanzkrise des angolanischen Staates mit hinein gezogen zu werden. Doch Angola bräuchte im Normalfall keinen Kredit vom IWF.

Von Rui Filipe Gutschmidt

Seit langem sind die Zeichen gut ersichtlich. Der Angola-Boom, der vor ein paar Jahren einsetzte und viele Portugiesen, Spanier und Menschen aus den afrikanischen Nachbarländern nach Angola lockte, ist vorbei. Seit einiger Zeit schon wurde Angolas Regierung darauf hingewiesen, dass sie nicht nur vom Öl allein leben können. Doch statt in das an Ressourcen reiche Land zu investieren, hat Angolas Machtriege lieber im Ausland – Portugal, Brasilien und Spanien – investiert. Viele haben noch nicht einmal das nötig und legten das so schwer vom Volk geraubte und die von ausländischen Unternehmern als Bestechungsgelder gezahlten Millionen Euro in Luxusyachten, private Großwild-Jagdreviere, Hubschrauber und ähnlich unnützes Zeug an.

Wenn man sich den Zusammenhang zwischen der Entwicklung des Ölpreises und des Wachstums Angolas ansieht, indem man die Grafiken übereinander legt, dann merkt man wie sehr die beiden Kurven übereinstimmen. 2009 bis 2013 stieg das Bruttoinlandsprodukt stets an.

BIP-Wachstum in Angola:

2009 – 2,4  Prozent
2012 – 5,2  Prozent
2013 – 6,8  Prozent
2015 – 3,5  Prozent

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Für 2016 werden höchstens 3,5 Prozent erwartet. Mit der Eskalation in Nahost und der Stagnation des Wachstums in China, beschleunigte sich der Ölpreisverfall und auch Portugals Wachstumsrückgang und die Euro-Krise insgesamt – allen voran die Bankenpleiten – haben auch zur prekären Lage Angolas beigetragen. Umgekehrt haben Portugals größte Investoren in Angola jetzt auch einen herben Schlag bekommen. So haben wir drei aus den Top 20 der Börse in Lissabon mit horrenden Verlusten innerhalb der ersten 5 Stunden nach Ankündigung des Hilfegesuchs an den IWF.

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Verluste von Portugals Investoren in Angola am 6. April 2016:

BPI 104,9 Millionen Euro – Bank
Millennium BCP 82,6 Millionen Euro – Bank
Motta Engil 12,1 Millionen Euro – Bauwirtschaft

Im Ganzen haben Portugals Unternehmen alleine an diesem Tag über 200 Millionen Euro verloren. Diese Tendenz zieht sich aber schon länger hin. Auch die Spanier sind in Angola engagiert und so beantwortet sich die Frage des Titels. Ja, Portugal, Spanien und Euroland werden – wenn auch in verschiedenen Abstufungen – die Auswirkungen zu spüren bekommen.

Seit Ende 2014 und besonders seit dem Regierungswechsel in Portugal, kehren massenhaft Europäer in ihre Heimat zurück. Wie immer, wenn eine Krise oder ein Krieg das Land heimsucht, kann man mit einem erneutem Zustrom an Angolanern rechnen, nachdem die Euro-Krise zunächst eine Migrationswelle in die andere Richtung verursacht hatte. Wenn wir das nächste mal abfällig und ablehnend von Afrikas Migranten reden, sollten wir daran denken, dass sich die Richtung der Migration Morgen schon umkehren kann.

Doch braucht das Volk von Angola eigentlich nicht zu emigrieren und auch keinen IWF – den braucht niemand! Den Internationalen Währungsfonds um Hilfe zu bitten oder die Camorra zu fragen ist so ziemlich das gleiche. Doch wären die Camorra, die Triaden oder die Cosa Nostra sicherlich die bessere Wahl. Die schreiben ihren „Kunden“ nicht vor wie sie ihren Haushalt führen oder welche Politik sie in Zukunft machen. Im Gegenteil. Sie würden dem Volk dabei helfen – für einen prozentualen Anteil versteht sich – den Dieben, Lügnern und Betrügern, Mördern und Despoten die das Land und das Volk in ihrer Kleptokratie versklaven, die geraubten Reichtümer wieder zurückzuholen. Angolas Volk braucht keinen IWF. Angolas Bürger, die so lange für ihre Freiheit gekämpft, gelitten und gestorben sind, müssen sich von diesen Blutsaugern, die sich an der Spitze der MPLA eingenistet haben, befreien.

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9 Kommentare

  1. Vielleicht sollten die Menschen in Angola mal jemand fragen, was passiert, wenn sie sich mit der IWF-Mafia einlassen.

    Er setzt sich dafür ein und leitet eine Regentschaft zur Plünderung der Welt. Es werden Kredite ausgeschüttet, an Staaten die angeblich keine wirtschaftlichen Schwierigkeiten haben. Was natürlich gelogen ist. Die Kredite werden trotz Schwierigkeiten an die Staaten vergeben und somit saufen die Staaten gleichfalls Regierungen in den Schulden ab.

  2. Die mächtigen des Landes im Verbund mit int. Vrebrecherorgas wie IWF, Weltbank… immer, in jedem Land, überall, bis zum Erbrechen.

    Angola ist doch das Land, das den Islam verboten hat, oder? – Ich wäre dafür, dass wir den Menschen dort helfen, schon allein deshalb. Und das heißt auch, ihnen DORT zu helfen 😉

  3. Es ist okay, manchen Menschen in ihren Ländern (vor Ort) zuhelfen, aber wir sind nicht das Sozialamt für die ganze Welt und auch Deutschland kann es sich nicht erlauben, alle nach deutschland zuholen. Denn nach nur ca.3 Jahren wird Deutschland am Boden sein ( Masseneinwanderung und Plünderei unserer Sozialkassen).

    Aber MUTTER Merkel wird es schon richten, wenn es um die Großzügigkeit und Verteilung unser Steuergelder an anderer Länder und BANKEN RETTUNGEN  geht.

  4. Nachtrag: Merkels nächstes Problem steht bevor, denn der Schuldenschnitt von Griechenland ist fällig – den aber Merkel immer abgelehnt hat (aber nur um das deutsche Volk zu täuschen). Schon 2011 hatte Merkel Griechenland aufgegeben (hinter verschlossene Türen) – hat aber trotzdem 2014 weitere HILFEN (89 Milliarden?!) zugesagt.

    Diese Milliarden sind eh alle futsch, und werden wir Steuerzahler niemals wiedersehen.

     

    1. Die Hellenen sehen davon auch keinen Cent! Die Kohle geht von der EZB und der Bundesbank ohne Umwege (gehe nicht über LOS und nicht über Athen direkt nach Frankfurt, London, New York; ziehe keine 4000 Monopolys ein und kralle dir auch nicht ein paar Milliönchen für den nächsten Wahlkampf…) in die Tresore der Deutschen Bank, Kommerz Bank usw.

      Aber Angola ist ein ganz anderes Thema, das Deutschland nur in so fern betrifft, das die Deutschen Raubtierkapitalisten verpennt haben, wie leicht man da reich werden kann. Aber den Bürgern in Deutschland bringt das eh nichts.

      Ach und die Angolaner gehen lieber nach Portugal. Da spricht man die gleiche Sprache.

      In letzter Zeitwar es aber umgekehrt – Europäer gingen auf der Suche nach Arbeit nach Angola…

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