Als Bedingung für die "Hilfspakete" musste sich Athen dazu verpflichten, möglichst große Teile des Staatsbesitzes zu verkaufen. Ein absolutes Minusgeschäft für Griechenland. Spekulanten verdienen sich auf Kosten der griechischen Bevölkerung gerade eine goldene Nase .

Von Marco Maier

Der Ausverkauf der griechischen Infrastruktur kommt nur den "Investoren" zugute. Verkäufe massiv unter Wert sind an der Tagesordnung und längerfristig werden die Kosten für die griechische Regierung weitaus höher ausfallen als die kläglichen Einnahmen aus den "Notverkäufen". Anstatt den Griechen zu helfen, hat die Troika (neuerdings die "Quadriga") das ohnehin schon schwer strauchelnde Land noch näher an den Abgrund geführt.

Der Fraport-Deal mit den griechischen Flughäfen, der sich für die Hellenen selbst als absolutes Minusgeschäft erweist, während der Frankfurter Flughafenbetreiber sogar noch EU-Gelder abrufen kann, ist hierbei nur die Spitze des Eisbergs. Auch der Verkauf von Behörden-Immobilien, die dann von Athen teuer gemietet werden müssen, ist ein Skandal. Ein Vergleich der Verkaufspreise und der Mietsätze zeigt auf, dass die Investoren ihre Aufwendungen schon nach 5-6 Jahren wieder verdient haben – danach sprudeln die Gewinne. Zumindest sofern der griechische Staat dann überhaupt noch in der Lage ist, seine Ausgaben zu bestreiten.

Zudem fließen die Gelder aus den Privatisierungen ja noch nicht einmal in die Wirtschaft des Landes. In den ersten drei Jahren des Privatisierungsprogramms müssen die (erwarteten) Einnahmen von sechs Milliarden Euro direkt in die Schuldentilgung fließen, erst danach darf die griechische Regierung die Hälfte davon behalten und in die Entwicklung des Landes investieren. Das heißt: Es gibt nicht einmal irgendwelche positive wirtschaftliche Anreize für das Land infolge des Ausverkaufs, welche man damit begründen könnte.

Es zeigt sich damit immer mehr, dass die Griechenland-Krise nichts weiter als ein von Politikern instruiertes Bereicherungsprogramm für Spekulanten ist. Auch wenn man den Griechen genügend Fehler anlasten kann, welche sie in den letzten Jahrzehnten machten – ein solches Nachtreten auf jemanden der ohnehin schon zerstört am Boden liegt, ist moralisch jedoch nicht vertretbar. Will man das Land so lange wie möglich ausbluten lassen, bis wirklich nichts mehr geht?

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