Jeder weiß von den plündernden afrikanischen Despoten. Doch sie sind nicht die einzigen, die den Kontinent ausbeuten. Auch die multinationalen Konzerne sind voll dabei. Und wir wundern uns über den Migrationsdruck aus Afrika.

Von Marco Maier

Egal ob in Südafrika, Nigeria, Kenia oder sonst einem der afrikanischen Staaten – fast jedes der Länder auf dem "Schwarzen Kontinent" leidet unter der finanziellen Plünderung durch die einheimischen Eliten, während die eigene Bevölkerung (wie früher jene in Europa) arm und dumm gehalten werden soll. Zig Milliarden Dollar sind es, die nicht wieder in die afrikanische Wirtschaft flossen und dort für Investitionen und Wachstum sorgten, sondern auf Offshore-Konten landeten.

So zeigt alleine das Beispiel Kenia, wo von den offiziell rund 40.000 Reichen überhaupt nur um die 100 eine Steuernummer haben. In Südafrika fehlen dem Staat etwa 11 Milliarden Dollar an Steuereinnahmen, weil die mehr als 100.000 Wohlhabenden ihre Steuern nicht bezahlen. Ähnliche Beispiele ziehen sich quer durch den ganzen Kontinent.

Doch nicht nur die einheimischen Eliten bereichern sich schamlos an den Ressourcen im Land. Auch viele internationale Konzerne agieren in Afrika nicht anders als in Europa oder in Amerika – sie nutzen die Schwachstellen der Steuergesetzgebung aus, fälschen wenn es sein muss sogar die Bilanzen (und regeln den Rest dann via Bestechung), leiten das Geld dann auf Steueroasen um und führen mit diesem Geld dann auch noch "Neuinvestitionen" in den jeweiligen Staaten durch, für die sie dann diverse staatliche Vergünstigungen erhalten – welche es für Reinvestitionen aus den dort erwirtschafteten Gewinnen nicht gäbe.

Der durch die von den internationalen Unternehmen geübte Praxis entstehende finanzielle Schaden für die afrikanischen Länder wird mit Schätzungen von 50 bis 150 Milliarden Dollar jährlich angegeben. Das sind enorme Summen, welche in die Taschen der Aktionäre (und damit über Steuern teilweise auch in die nationalen Haushalte der reichen Länder) fließen, während sich immer mehr Afrikaner auf den Weg nach Europa machen, weil sie sich dort ein besseres Leben erhoffen. Die (vor allem US-amerikanischen und europäischen) Konzerne tragen mit dazu bei.

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8 thoughts on “Afrika: Nicht nur Despoten plündern, auch die Konzerne”

  1. ………..genau diese Firmen und die daran beteiligten Politverbrecher sollen die Kosten tragen, die jetzt durch die Invasionsflut für die EU-Okupierten Länder entsteht, jeder Nutznießer dieser Verbrechen ob aus den USA oder den EU-Raffkes  sollte sein zusammengerafftes Vermögen diesen Leuten spenden, denen er vorher die Zukunft zerstört hat.Wir sind diesen Verbrecherfirmen,, Spekulanten, Rüstungsfirmen, Globalplayern , Bankenund korrupten Despoten aus Wirtschaft und Politik nicht,s schuldig, gar nicht,s.

  2. Richtig, sehe da auch keinen Unterschied.

    Diese Despoten gibt es in Deutschland,Europa und auf der ganzen Welt. Gab es schon immer, aber die heutigen Despoten übertrumpfen mit ihrer Geldgierheit -auch nach Macht, alle die es je gegeben hat.

    Allerdings wurde es ihnen auch noch nie so leicht gemacht wie seit den letzten Jahren,dank des weltweiten korrupten Finanzsystem,wie auch "BLACK ROCK".

    Jedem normalen Arbeitnehmer werden monatlich Steuern und Abgaben automatisch abgezogen,muß eine Steuererklärung abgeben. Aber bei den REICHEN wird weggeguckt und nichts, aber auch gar nichts wird kontrolliert, weder vom Finanzamt noch von Steuerprüfer und erst recht gibt es so gut wie keine Betriebsprüfungen von Konzerne, die z.B in Bayern alle 100 Jahre mal vorkommen ( 2 Generationen lachen sich ins Fäustchen).

    Kontrolliert wird nur der kleine Mann/Frau und der kleine Handwerkerbetrieb.

    Und wehe es gibt mal Politiker die höhere Steuern für REICHE fordern – dann ist das Geschrei groß.

    Und was Landesteile von Afrika betrifft, sollte einfach mal gezielter und kontrollierter geholfen werden,bevor Millionen im Sand gesetzt werden und in falsche Taschen landen. 

  3. Nachtrag: In manchen Ecken von Afrika sind z.B. "Fahrräder" von großen Wert und Luxus, die sie aber auch zum arbeiten (transportieren ) brauchen und mit monatlich 4 Euro finanzieren müssen. Da kann man doch schon mal ansetzen und mit kleine Geldspenden oder Entwicklungshilfe ,helfen. Schon mit kleinere einfachen Hilfen, ist großes zu bewirken.

    Aber bin nach wie vor der Meinung, Deutschland kann nicht ALLES was auf der Welt arm ist, aufnehmen und schon gar nicht KRIMINELLE UND GEWALTTÄTIGE und die schon in ihren Ländern nichts anderes getan haben. Deswegen muß in solchen Ländern, endlich vor Ort und kontrolliert geholfen werden.

  4. Mich nervt es, wenn immer wieder den Weißen eine Schuld an den Zuständen in anderen Kulturen eingeredet werden soll. Besser wäre doch, das eigene Leben so zu gestalten, daß man es anderswo so wie wir machen möchte. Und will man es dort nicht, dann ist das nicht das Problem der Weißen.

  5. Die Plünderung ist noch viel umfangreicher.

    Postkoloniale Strukturen in den Entwicklungs- und Schwellenländern, wie ungerechte Bodenverteilung und die Herrschaft einer ausbeuterischen Klasse sind die eine Seite. Aber der Hauptansatzpunkt der Konzerne ist die Verschuldung durch das internationale Finanzkapital und dessen wirksamstes Durchsetzungs-Instrument, den IWF. Haben die Regierungen ihre Länder bei den internationalen Banken so hoch verschuldet, dass sie – oft durch unvorhergesehene Ereignisse – trotz Sparmaßnahmen und hoher Steuern den Zins- und Tilgungsdienst nicht mehr leisten können, ist der IWF als Kreditgeber letzter Instanz zur Stelle.

    Sein Kredit, der aber nicht dazu dient, dem Land, sondern den Kreditgebern zu helfen, wird an die Bedingung harter Sparmaßnahmen und Profitanpassungsprogramme gebunden. Sie beinhalten meist tiefgehende Einsparungs-Diktate  im Gesundheits- und Bildungsbereich, die unbegrenzte Öffnung des Marktes für ausländische Investoren und Waren, Ausrichtung des Exportes auf einzelne gut zu vermarktende Güter, Privatisierung von Staatsbetrieben und Staatseigentum und Abhängigkeit wesentlicher Regierungsmaßnahmen von der Zustimmung des IWF. Sie bedeuten den Verlust der Souveränität sowie Not und Elend ungeahnten Ausmaßes für die Bevölkerung, dagegen hohe Profite für die internationalen Investoren.

    Siehe: https://fassadenkratzer.wordpress.com/2015/03/03/der-welthunger-produkt-kapitalistischer-ausbeutung/

  6. Alle Verwerfungen und katastrophalen Entwicklungen Afrikas sind nur darauf zurückzuführen, daß die Realitätsverweigerung Grundlage der Politik ist. Eine grundlegende Realität ist, daß die schwarze Bevölkerung großteils nicht selbst in der Lage ist die reichen Ressourcen Afrikas zu nutzen. Wenn auf der Grundlage dieser Erkenntnis eine menschenwürdige Gesellschaftspolitik betrieben würde, würden in Afrika  a l l e  ihre existenziellen Bedürfnisse gedeihlich befriedigen können. Nirgendwo wird die Sackgasse der sozialistischen Umverteilungs- und Realitätsverweigerungspolitik so exemplarisch dokumentiert wie in Afrika. Überforderten Menschen mächtige Ressourcen in die Hände zu geben ist in Wahrheit verantwortungslos und das Gegenteil von sozial.

  7. Konzerne können nur plündern wenn eine korrupte Elite dies zulässt. Die Armen werden dann der westlichen Hilfsindustrie überlassen. Warum sollten sich diese Autokraten anders verhalten, solange sie von unserer bedingungslosen Hilfsbereitschaft wissen? Man erwartet von uns, dass wir das Wohl der Machteliten weiterhin nicht durch unbequeme Fragen nach dem Volkswohl stellen.Die heuchlerische Political Correctness wird als Knebel gegen unliebsame Kritikermeinungen missbraucht.Niemand kann Afrika retten und erneuern, außer den Afrikanern selbst.Auch mit großzügiger Arbeitsmigration werden die Probleme Afrikas nicht gelöst. Außerdem werden diesen Ländern ein Großteil ihrer jungen, aktiven Leute entzogen, ohne Grund, ohne sie zu brauchen, ohne ihnen Arbeit geben zu können.

    Volker Seitz, Buchautor "Afrika wird armregiert"/2014

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