Wer braucht noch die SPD?

In einer sozialdemokratisierten Parteienlandschaft braucht niemand mehr das "Original", wenn es doch überall schon "Sozialdemokratie mit Extras" gibt. Man könnte auch sagen: Die großen Zeiten der SPD sind vorbei.

Von Marco Maier

Die Jahre von 1965 bis 1987 sind Zeiten, bei denen die Sozialdemokraten in Deutschland ins Schwärmen kommen. Wahlergebnisse von 37 bis fast 46 Prozent auf Bundesebene waren zu dieser Zeit drin. Die Ära von Willy Brandt und Helmut Schmidt dürfte wohl zu den besten Zeiten der bundesrepublikanischen Sozialdemokratie gehören. Doch diese Zeiten sind vorbei.

Zwar konnte Gerhard Schröder damals 1998 nochmal 40,9 Prozent der Wählerstimmen holen und vier Jahre später immerhin noch 38,5 Prozent – doch seit dem historisch schlechtestens Wahlergebnis im Jahr 2009, als mit knapp 10 Millionen Wählern gerade noch 23 Prozent der Wähler ihr Kreuz bei der SPD machten, wird klar: Die Zeiten haben sich dramatisch geändert. Denn irgendwie braucht niemand mehr die SPD. Wozu auch?

Mit ein Grund dafür ist nämlich auch der CDU-Linksrutsch unter Angela Merkel. Programmatisch mag die Union ja noch rechtskonservativ sein (die SPD ist dem Programm nach übrigens auch eher zentristisch-rechtskonservativ), doch realpolitisch hat sie sich sozialdemokratisiert. Für die SPD selbst ist dies fatal, denn ein "linkeres Profil" will man sich nicht geben – weil man "die Mitte" nicht verlieren möchte und dort theoretisch weniger Stimmen zu holen sind. Gleichzeitig rückt jedoch die CDU (auch als Folge der "großen Koalition") stetig nach links und wird so auch für die Konservativeren unter den Sozialdemokraten wählbar. Das Ergebnis zeigen die aktuellen Umfragen, wo die SPD zur Mittelpartei degradiert wird und die Union nach wie vor stark bleibt.

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So bleibt in diesem Parteiensystem, wo es neben der SPD noch "Sozialdemokraten mit Extras" (Union, Grüne, Linke) gibt, bleibt für die SPD selbst nicht mehr viel übrig. Damit wird es zudem durchaus wahrscheinlich, dass die SPD bei den kommenden Bundestagswahlen sogar auf unter 20 Prozent fallen wird. Keine guten Aussichten für Sigmar Gabriel, bei dem es auch fraglich ist, ob er überhaupt als Spitzenkandidat antreten wird.

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25 Kommentare

  1. Die erste Halbierung des Wählerpotentials gab es für den Verrat mit der Agenda 2010. Die zweite Halbierung gab es für die Kumpanei mit der asozialen CDU. Und bei der dritten Halbierung wird es demnächst schon um die 5-Prozent-Hürde gehen. Das unfähige Führungspersonal muß abgesetzt und die Partei muß neu ausgerichtet werden.

    1. Das ist richtig, die Agenda-Politik und die Kumpanei mit der CDU spielen eine Rolle, aber auch die Planung von Angriffskriegen wie im Kosovo und Afghanistan, bzw. dieses Anbiedern an die NATO! Dazu kommt dann noch die Unterstützung einer rechtsradikalen Putschistenregierung in Kiew! Dann ist da noch die Besetzung des Amtes des Bundesjustizministers, mit einem linksradikalen, vollkommen unseriösen AntiFa-Aktivisten! Und allgemein das Brandmarken und Verfolgen anderer Meinungen, als wären wir im Dritten Reich! Ich kann nur hoffen, dass sich diese SPD niemals wieder von dieser Schlappe erholt!

  2. Hinfort mit allen Parteien der Bundesrepublik Deutschland Finanzagentur GmbH, die die deutschen Völker spalten! Zurück zu den ehrenvollen Werten der deutschen Bundesstaaten!

    1. Ja, Das Parteiensystem muss weg! Die Rechtsprechung nach Firmenrecht muss weg, die Feindstaatenklausel muss getilgt werden und der Friedensvertrag muss endlich her!

  3. Wahlslogan von Lügenbaron Schröder war damals "Mit mir keinen Euro".
    Den Rest kann man sich sparen.
    Auch der korruppte Peter Hartz sagte das Hartz 4 ein Fehler war.

    http://www.abendblatt.de/politik/deutschland/article107221150/Peter-Hartz-zu-Hartz-IV-Ein-grosser-Fehler.html

    Schröder stellte mit Agenda 2010 die Globalisierung mit allen Konsequenzen gegen sozial Schwache in den Vordergrund.
    Ein herber Schlag gegen den Mittelstand in Deutschland und Weg für Viele in die Armut.
     

    1. Einhundertprozent Pro. Trifft voll den Nagel auf den Kopf.

      Was das Schlimme ist, das die aus den Landtagwahlen am Sonntag nicht daraus gelernt haben und im Jahr 2014, die EU-Wahlen speziell, das viele "Rechtspopilisten" recht hohe Stimmenanteile hatte. Diese Idioten werden niemals daraus lernen und wir werden keine Tränen nachweinen, wenn die in Nimmersankt….. verschwinden, denn da gehören die auch hin. Schade das unser Altkanzler Helmut Schmidt verstorben ist, der hätte ordentlich die Meinung gegeigt.

  4. "Wer braucht noch die SPD?"  –  Berechtigte Frage, die sich beliebig erweitern ließe (FDP, Grüne….). Ich bin zudem der Auffassung, wir Deutschen brauchen auch keine 620 Milliarden verschlingende Abnicker im Bundestag, die nach Erkennen ihrer Ohnmacht, nur noch um Sicherung der eigenen Pfünde bemüht sind.

  5. In den Jahren von 1965 bis 1987 verfraß, versoff und verhurten SPD samt Gerwerkschaft, das entstandene deutsche Volksvermögen, welches sich die Molocher am Munde und am Arsch abgespart hatten. (Ja auch am Klopapier wurde nach 1945 gespart!) 

    Jetzt ist die Kriegskasse gähnend leer und weil man in der SPD nur weiß, wie man Geld ausgibt, aber nicht, wie man Geld verdient, ist die SPD handlungsunfähig und zum Siechtum verdammt!

     

    1. Selten eine so dämliche Aneinanderreihung von Klischees gelesen. Googlen Sie mal die harten Wirtschaftsdaten aus dieser Zeit. Da müßten Ihnen als schwarze Null ganz schwindelig werden.

      Also – wieder ab in die neoliberale Restmüllverwertungstonne Gehirn (falls vorhanden) einschalten und sich mal mit faktischen Zahlen beschäftigen. Bei vielen  hilft es.

    1. Niemand!

      Doch doch.

      Ihre Bonzen.

      Ohne SPD keine Bonzifikation, zumal die Bonzenstellen dank AfD jetzt dahinschmelzen.

  6. Die SPD lebt doch nur noch wegen ihrer alten verknöcherten Wählerschaft von vor 40 Jahren. Die ewig gestrigen sind doch blind für die Zeichen der Zeit. Und den Erzengel als Kandidat ist doch nicht nur optisch eine Zumutung. Diese sogenannte Demokratie mit ihrer Parteienlandschaft ist für einen Staat nur hinderlich. Es reicht eine volksnahe Diktatur um den Wohlstand von Deutschland zu erhalten und zu mehren. Das unproduktive gelaber aus allen Ecken kotzt mich nur noch an! Von der momentanen Situation ganz abgesehen. Armes Deutschland…

  7. Wer braucht Marco Maier? Die ganze Welt rutscht nach Links, damit Merkel so bleiben kann, wie sie immer schon war?

    Marco Maier, mit Blödheit kriegt man nur den Stammtisch. Damit wird nur ein Stammtisch gegen einen anderen ausgetauscht und alles bleibt wie es war.

    Was ist denn nun mit dem befreundeten Portal “Neopresse”? Ihr Kumpel, “Die Friedenliebe” hat wieder einen anspruchsvollen Artikel verfaßt. Lesen Sie den doch mal laut vor?

    1. Kein Wort gegen Stammtische.

      Das sind die Honoratioren, die nah' am Geschehen sind – oder an den Folgen des Geschehens.

      Hätten die Stammtische mehr Einfluss, wäre D. weniger merkelisiert.

  8. Ich denke, daß dei SPD noch gebraucht wird und zwar von der Hochfinanz, denn keine Partei hat bislang unverdächtiger brutalste Sozialkürzungen oder den Ausverkauf des Volksvermögens betrieben als die SPD.

    Ich erinnere hier an die Einführung der Hedgesfonds durch Peer Steinbrück, an die Privatisierung der Rentensystem durch dei Riester und Rürup Maschmaier AG, an dei Hartz 4 Versklavung und die 1 Euro Jobs, an die stetig unter SPD Regentschaft gestiegenden Staatsverschuldungen angefangen von Bilderberger Helmut Schmidt bis zum heutigen Tage. Ein besonders übles Instrument sind die ÖPP, dei die Gemeinden gerade wirtschaftlich in die Knie zwingen. Das hätte man so offensichtlich nicht mit der FDP machen können auch dei CDU als Solo hätte sich damit vermutlich schwer getan zumindest bevor alles wie die Auflösung der Bankgarantien (bail inn) noch nicht alternativlos war wie die totale Versklavung genannt ESM.

    NIcht einmal der damalige BUndespräsident Wulff hätte das der Bevölkerung zugemutet bei seinem SPD Nachfolger gab es da nicht so viel Überlegungen.

  9. Niemand braucht die SPD (sowie alle Bundestagsparteien)! Der internationale Sozialismus ist hauptverantwortlich für die sich in Europa anbahnende Katastrophe. Alle linken Parteien in den Ländern sind Hauptprotagonisten dieser Entwicklung. Sie sind es die den verursachenden globalen politischen Kräften (Turbokapitalistischen Finanzspekulanten durch Schuldenpolitik, finnanzielle Ausblutung der Länder etc.) in die Hände spielen. Wenn ihnen nicht Einhalt geboten werden kann, werden die Folgen alles was die Kommentare an Problemen erwähnen als Lappalien erscheinen lassen.

  10. Und wie sie gebraucht wird!! Jenseits des Atlantiks, als Steigbügelhalter der  Merke`lschen Macht ! Sie sind bei den selben Hochgradfreimaurerlogen wie die Vertreter der CDU. Das ist ein und dieselbe Bagage, in ganz Europa! Sie dient nur der Illusion, eine angebliche Wahl zu haben. Als angebliches Korrektiv. In Wirklichkeit gibt es die schon lange nicht mehr! Die Völker Europas  brauchen schon lange keine eingesessenen Parteien mehr! Sie haben ihren Auftrag und das Vertrauen, das in sie gesetzt wurde seit dem Ausbau der EEG zur EU, schon lange veruntreut!!!! Fast wäre man versucht, das Logo der Fabian Society zu verwenden, um sie zu beschreiben, aber besser man verwendet den Vergleich, bei dem sie Parasiten in einem Wirt sind! Am Ende ist der Wirt tot oder siecht dahin!

  11. Die Riester  und Zocker-Animations-Partei hat bald ausgedient ! " Nehmt es den Armen und gebt es den Reichen"-, seit Schröder salonfähig geworden. Da überlegen einige noch: Wie kann das sein, dass man uns nicht mehr will. Wer die SPD wählt,der wählt Maschmeyers und Ackermänner. Vieleicht tendiert die AfD auch in diese Richtung-, aber sie hat auch nicht das soziale in ihrem Logo.

  12. weg mit dieser dummdreisten fettfressmurmel,und sein "machmal"steinmeier soll gleich mitgehen.eine partei weniger auf deren lügen und hetze man dann nicht mehr hören muss.und kreuzchen nur auf deren gräber

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