USA – umtriebige Bösewichte

Jeder von uns weiß, dass die Vereinigten Staaten schon bessere Zeiten gesehen haben. Darauf will ich heute aber nicht im Detail eingehen. Ich schildere einzelne Vorgänge. Möge sich jeder seine Meinung selbst bilden.

Von Thomas Roth

a) Der dritte irakische Krieg der USA 2016 bis …

Die ersten Verluste im neuen irakischen Krieg der USA gab es schon vor seinem "offiziellen" Beginn. Am 19. März wurde die amerikanische Artilleriebasis im Raum der Stadt Mossul von drei Raketen vom Typ "Grad" beschossen. Dabei kam ein Militärangehöriger um und weitere erlitten Verwundungen. Schon am nächsten Tag erklärte Barack Obama offiziell, dass im Irak eine Brigade der Marineinfanterie der USA für den Kampf mit dem IS entfaltet werden wird. So begann die dritte irakische Kampagne der USA in den letzten 30 Jahren.

Der dritte Irakische Krieg: das Präludium

Obwohl, wenn man ganz genau sein will, dann hat sie schon im Dezember 2014 angefangen, als die USA Militärausbilder für die Wiederherstellung der Kampffähigkeit der Regierungstruppenteile in den Irak schickte. Die Zerschlagung der neuen irakischen Armee  (geschaffen mit amerikanischem Geld und nach amerikanischem Vorbild) durch den IS hat viele Militärexperten überrascht. Die Kampfgruppen der Terroristen haben innerhalb weniger Wochen  bedeutende Teile des Landes besetzt und haben die reguläre Armee zerschlagen. Das Personal ließ die Technik in den Garagen stehen, warf die Waffen weg und lief nach dem ersten IS-Angriff vom Gefechtsfeld auf schnellstem Wege direkt nach Hause. Übrigens, gerade wie auch die georgische Armee 2008. Nur die Einmischung der Luftwaffe der USA und die Bildung einer schiitischen Landwehr hat die vollständige Katastrophe verhindert. Am 29. Juni 2014 wurde nach der Vollendung der Offensive im Irak das Kalifat ausgerufen und eigentlich ist unmittelbar danach der Krieg gegen den Terrorismus im Nahen Osten auf ein neues Niveau übergegangen.

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Man muss verstehen, dass der IS im Irak aus dem Vollen schöpfen konnte. Seine Offiziere sind die ehemaligen Kommandeure der Armee Saddam Husseins, die im neuem Irak keinen Platz finden konnten.  Die Erfolge des IS entstanden im Ergebnis der gedankenlosen Politik Bagdads in Bezug auf die sunnitische Minderheit im Irak. Sie fühlte sich unterdrückt und wartete auf ihre "Befreier".

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Der Versuch mit den Alteingesessenen zu arbeiten ging schief

Es gelang in der ersten Hälfte 2015 allmählich damit zu beginnen, die IS-Terroristen aus den besetzten Städten herauszudrängen. Aber, ungeachtet der offensichtlichen Erfolge, wurde schon bis zum Jahresende klar, dass man auf einen schnellen Sieg nicht zu warten brauchte.

Erstens weil der IS sich auch weiter entwickelt hat. Er vervollkommnete schnell seine Streitkräfte, führte Mobilmachungen durch und konnte den Angriff der Regierungstruppen aufhalten.
Zweitens, weil die Armee die Terroristen in erster Linie von jenen Territorien vertrieben hat, wo ihre Unterstützung von der lokalen Bevölkerung unbedeutend war. Die weiteren Kämpfe sollten um ein vielfaches hartnäckiger und blutiger werden.

Bestätigung dafür wurden die mehrwöchentlichen Kämpfe um Ramadi, als 25.000 Mann der irakischen Armee unter Leitung der amerikanischen Ausbilder es lange nicht schafften, die Stadt unter volle Kontrolle zu nehmen. Die Armee und die schiitische Landwehr haben sich als schwach geschult und versorgt gezeigt, was der Partisanentaktik des IS in städtischer Bebauung nicht viel entgegensetzen konnte, wo die Schläge der Flugzeuge der Luftwaffe der USA wirkungslos waren.

Und das war nur eine Stadt. Und noch steht der Kampf um Mossul, die Hauptstadt des Nordiraks, bevor. Die Kurden haben den ersten Angriff auf Mossul im Januar-Februar 2015 unternommen, aber sie waren nicht erfolgreich. Das ganze folgende Jahr bereiteten sich beide Seiten auf den entscheidenden Kampf vor und Anfang März d. J. hat die Koalition unter Leitung der USA die Angriffsoperation im Raum der Stadt Mossul begonnen.

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Damit es klar ist und nicht verwirrend

Die Brigade der Marineinfanterie der USA hat eine zweifache Struktur. Eine für die Friedenszeit. Sie gewährleistet die Ausbildung und die Kampfvorbereitung der Truppen. Für die Führung von Gefechtshandlungen außerhalb der USA kann die Struktur je nach der gestellten Aufgabe und den Besonderheiten des Kriegsschauplatzes gebildet werden, die von Bataillonsstärke bis zur ganzen Division gehen kann. Deshalb kann die Expeditionsbrigade von 1.500-2.000 (was sie für gewöhnlich mindestens sind), bis zu 20.000 Mann stark sein (einschließlich des Vietnam gab es so eine Stärke schon einmal 1991 während der ersten Irakischen Kampagne).

Die Schlacht um Mossul

Die Basis neben Mossul war eine der führenden Basen dieser entfalteten Brigade. Nach der beiläufig erwähnten Anzahl an Personal von 1.500 Menschen wird es ein Bataillon Marineinfanterie sein, das von einigen Abteilungen schwerer Artillerie verstärkt ist, oder andersherum. Wahrscheinlich wird eine der Hauptaufgaben der Infanteristen die Sicherung der Artilleristen sein, die die Hauptaufgabe haben, den irakischen und kurdischen Verbündeten zu helfen. Am 19. März hat der IS einen Schlag mit "Grad" aufgetragen, der sich als erfolgreich erwiesen hat.

Übrigens, wenn wir die Entscheidungen und die Handlungen der Amerikaner im Irak analysieren, sehen wir ein Plagiat. Sie hatten es nicht geschafft, eine wirksame Wechselwirkung zwischen ihrer gelobten Luftwaffe und der lokalen Infanterie zu schaffen. Im Ergebnis starben anstelle der Terroristen oft friedliche Bürger und manchmal sogar die Soldaten der Verbündeten. Also haben die Amerikaner hastig begonnen, die Taktik der Russen zu kopieren. Es wurden eilig Fluggliederung auf der Basis der alten, leichten und schon im Vietnam-Krieg bewährten Jagdbombern OV-10A "Bronco" für die unmittelbare Unterstützung der angreifenden Truppen geschaffen. Gleichzeitig wurden auch Artilleriestoßgruppen geschaffen, die von der Infanterie geschützt werden. Und das ist genau das, was die Kämpfe in Syrien letzten Endes gelehrt haben.

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Welche Ergebnisse die Amerikaner erzielen werden – wir werden es erleben. Sehr wahrscheinlich werden wir bald den Generalangriff der östlichen Front des IS erwarten dürfen und dann …

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5 Kommentare

  1. Unter der Federführung der USA und NATO ist es seit 1980 nicht möglich geworden, in Afghanistan für Ruhe und Frieden zu sorgen. Statt dessen wurde uns das Geschichtl vom toten Osama bin Laden erzählt, das ich bis heute nicht glauben mag.

    Denn eines Tages erzählte ein hoher Offizier zur Freilassung eines afghanischen Gefangenen aus Guantanamo, daß die Menschen unter Folter fantasieren, aber nicht unbedingt die Wahrheit sagen. So war es vermutlich auch mit dem "Versteck" Osamas, der vermutlich noch heute in seinem wahren Versteck in den Bergen lebt.

    Seit Guantanamo und den Entführungen freier Bürger aus souveränen Ländern und den Folterungen in Abu Ghraib hatte sich die USA mit Wissen der NATO und UN aus der westlichen Welt verabschiedet. Was sie seit 9/11 taten, ist in höchstem Maße kriminell. Auch ein Kniefall Obamas könnte das Leid nicht mehr ungeschen machen. Die Welt hat versagt, weil sie das alles geschehen ließ.

    Ich wünsche den USA in allen Kriegen Erfolg und ein schnelles Ende. Und daß sie sich aus dem Weltgeschehen verabscieden! Europa sollte übernehmen?

  2. "Die Vereinigten Staaten wollen aus Libyen nicht weggehen, wo sie nach den von ihnen 2001 provozierten Unruhen fest zu denen gehören…" – Das muss wohl 2011 heißen.

  3. In seiner Rolle als "Weltpolizist" hat das US-Militär unter Nutzung von ca. 800 (!!!) Militärstützpunkten im Ausland in der Vergangenheit versucht , jederzeit und an jedem Ort auf unserem Planeten mit überwältigender Feuerkraft die Dominanz von US-Handel und US-Dollar aufrechtzuerhalten. Die USA führten bislang keinen Krieg ohne Überlegenheit ihrer Luftstreitkräfte, während die Landstreitkräfte eine eher untergeordnete Rolle spielten. Eine effiziente Koordination beider Heeresteile ist ihnen nie gelungen, oft genug kamen bei sog. "friendly fire" mehr US-Soldaten um, als durch Feindeinwirkung. –  Nach ihren Erfahrungen in Syrien mit der sehr wirksamen Vorgehensweise russischer Streitkräfte und ihrem bröckelndem globalen Dollar-Öl-Währungssystem, wäre es wohl an der Zeit für den "großen Cowboy" die Militär-Doktrin zu ändern, denn in Zukunft wird sich wohl auch ein (mangels Masse) schlankerer Verteidigungshaushalt auf die Strategie auswirken müssen. – Ich denke, so nach und nach muss die USA ihren globalen Machtanspruch etwas "eintüten", der Rest der Welt wäre gut beraten, diese  auch notwendige Entwicklung mit Einigkeit und vereinten Kräften zu forcieren.

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