Tierschutz in Portugal – PAN setzt Regelungen durch

Der Abgeordnete Andre Silva der PAN gab im Parlament eine Erklärung zu den angenommenen und abgelehnten Gesetzesentwürfen seiner seine Partei ab. Auch wenn Tierschutz, vor allem in ländlichen Gebieten, noch lange nicht in den Herzen der Menschen angekommen ist, so zeigt die steigende Zahl an Haustierhaltern im urbanen Umfeld eine neue Mentalität. Diese bekommen jetzt Steuererleichterungen.

Von Rui Filipe Gutschmidt

Portugals Tier- und Naturschutzpartei PAN – Pessoas, Animais e Natureza (Menschen, Tiere und Natur) – hatte bei den letzten Wahlen völlig überraschend einen Abgeordneten ins Parlament gebracht. Es mag ja sein, das die kleine aber immer schon unermüdliche Partei eine Art „Proteststimmenbonus“ hatte, doch haben die Menschen sich gezielt für eine moralisch „saubere“ und lebensbejahende Partei entschieden. Während in anderen Ländern die Protestparteien meist Hass predigen und eine menschenverachtende Politik fordern, hat ein Teil der Portugiesen für eine Partei der Liebe gestimmt, die der Natur, den Menschen und den Tieren gegenüber noch den nötigen Respekt erweisen.

Naivität? Falsch verstandene Nächstenliebe, die am Ende von den Starken ausgenutzt wird? Sind das nur dummschwätzende Gutmenschen? Nein! Es sind gute Menschen, die etwas verändern wollen und jetzt auch konnten. „Es wurden einige Vorschläge die für die Sache des Tier- und Menschenschutzes wichtig sind angenommen, aber leider erreichten wir zu wenig in Sachen Naturschutz…“ so André Silva, der einzige Abgeordnete der PAN. Doch was haben sie denn jetzt bewirken können? Welche Erfolge können sie bei dem heute angenommenen Haushalt vorweisen?

Die wichtigsten Errungenschaften sind im steuerlichem Bereich zu finden. Vegetarier und Veganer bekommen ihr Tofu-Steak und ähnliche Produkte in Zukunft zu reduzierten Preisen. Der Steuersatz für Tofu und andere Produkte dieser Art, wird auf 6 Prozent abgesenkt. Aber am meisten freut sich die in den letzten Jahren so sehr gebeutelte Mittelschicht, die jetzt ihre Tierarztkosten von der Einkommensteuer absetzen können. 15 Prozent der Spesen mit Mietzi, Wuffi und Co, bis zu einer Obergrenze von 250 Euro, kann man ab dem 1. April – und nein, es ist kein Aprilscherz – bei seiner Steuererklärung geltend machen.

Ein Anliegen, das ihnen am Herzen lag und bei der sie sich an der alten Elite der Großgrundbesitzer die Zähne ausbissen, wurde noch nicht erreicht. Der Stierkampf ist unsinnigerweise von der Mehrwertsteuer befreit und die PAN konnte nicht genügend Unterstützung für eine Abschaffung dieser beschämenden Regelung finden. Das Ziel ist aber letztendlich sowieso das Verbot dieser Tierquälerei zur Belustigung blutrünstiger Zuschauer. So wie sich die Mentalität langsam aber sicher ändert, ist es nur eine Frage der Zeit, bis Menschen, Tiere und Natur in Einklang leben.

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3 Kommentare

  1. Ab und an mal eine gute Nachricht. Und insgeheim gefallen mir auch Katzenbilder.

    Bei der Gelegenheit habe ich auch mal das portugiesische Parlament gegoogled. Falls dort gelegentlich eine 2/3 – Mehrheit nötig ist, erklärt sich das Eingehen auf Oppositionsabgeordnete zum Teil.

  2. Eine schöne Nachricht, mit der sich der Tag wie mit einer freundlichen Morgensonne beginnen lässt. Wünsche der Partei weiterhin Erfolg!

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