Starke Zuwanderung schwächt Österreichs Binnenkonsum

Eine Wifo-Analyse zeigt auf, dass die Kaufkraft der Österreicher schwächelt. Als Grund wird auch die starke Zuwanderung im Zuge der Arbeitsmarktöffnung für Osteuropäer genannt. Weitere Aspekte sind die vergleichsweise hohe Inflationsrate und die kalte Progression.

Von Marco Maier

Das Wifo wollte untersuchen, ob der starke Zuzug von Arbeitnehmern aus Osteuropa der österreichischen Wirtschaft mehr genutzt oder geschadet hat. Das Ergebnis der am Donnerstag veröffentlichten Analyse wirkt ernüchternd. Zwar stiegen seit dem Jahr 2012 die Exporte und die Investitionen, doch – inflationsbereinigt – stagnierte der Privatkonsum von Gütern im Inland.

Der Wifo-Ökonom Stefan Schiman führt dies auf die schwache Lohnentwicklung zurück, die auf zwei Ursachen beruhe: Einerseits weist Österreich im Vergleich zu den anderen Euro-Ländern eine recht hohe Inflation auf, andererseits führt der starke Andrang von Arbeitskräften zu einer wachsenden Arbeitslosigkeit, was auch die Verhandlungsbasis der Gewerkschaften bei den Lohnverhandlungen schwäche. Hinzu kommt – was Schiman nicht berücksichtigt – die stark ausgeprägte "kalte Progression", die sich ebenfalls negativ auf die Nettoeinkommen in Österreich auswirkt.

Inzwischen arbeiten rund 230.000 Menschen aus den östlichen EU-Ländern nach Österreich. In Deutschland – welches einen in etwa zehnmal so großen Arbeitsmarkt aufweist – arbeiten hingegen lediglich rund eine Million Osteuropäer. Gleichzeitig weist die Bundesrepublik eine sinkende Arbeitslosigkeit auf, während sie in Österreich ständig ansteigt.

Doch auch wenn Einwände erhoben werden, dass Österreich ja von der EU-Osterweiterung profitiert habe, zumal allein im vergangenen Jahr Produkte im Wert von über 20 Milliarden Euro in diese Region exportiert wurden, kann man dies gewiss nicht pauschal behaupten. Denn über kurz oder lang muss sich eine Volkswirtschaft vor allem auf den Binnenmarkt verlassen können, will sie nicht zum Spielball der internationalen Märkte avancieren. Je mehr man sich nämlich auf die Exportmärkte verlassen muss, umso anfälliger wird die eigene Binnenwirtschaft von den globalen Schwankungen.

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Inzwischen zeigt es sich jedoch auch, dass die Flüchtlingskrise und die große Anzahl an Asylberechtigten die Arbeitslosenrate weiter ansteigen lässt – und somit den Druck auf die Arbeitnehmer weiter erhöht. Vor allem in jenen Berufen, die eine geringere berufliche Qualifikation erfordern, dürfte der Lohndruck massiv ansteigen, was auch die Armut in Österreich noch weiter einzementieren dürfte. Keine guten Aussichten also für all jene, die mit ohnehin schon schlecht bezahlten Jobs ihr Auskommen finden müssen.

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6 Kommentare

  1. Leute, denkt hier irgendjemand in den Staaten Firmen auch einmal an das (eigene) eigentliche Volk oder nur an den Profit bzw. an die Wirtschaft ?!

    1. Meine Meinung ist, daß wir nicht als Volk sondern einfach nur als "Verfügungsmasse" wahrgenommen werden. So wie Hühner in der Legebatterie.

  2. Solche Verdrängungseffekte hat schon ein Max Weber vor über hundert Jahren beschrieben, als es um den Einsatz polnischer Landarbeiter in D ging.

  3. Wenn die Ergebnisse einer Volkswirtschaft …

    den Erzeugern zugutekommen und die Ex- und Importe sich die Waage haltenm ist das gut und vernünftig.

    Unter diesem Aspekt sind Exportüberschüsse mit Ausnahme von Grundstoffen Diebstahl an der arbeitenden Bevölkerung – die Arbeitsergebnisse werden ins Ausland geschafft, ohne dass die Erzeuger davon einen Vorteil hätten.

    Ganz extrem kann man das an Deutschland sehen : Die Deutschen sind inzwischen die Chinesen Europas und außerdem noch tributpflichtig, nämlich überall da, wo ihre Exporte nicht bezahlt werden, und aus diesem Grunde fallen immer weitere Bevölkerungsschichten der Armut anheim

  4. Österreich hat wie Deutschland eine Regierung die linke Subversionspolitik gegen das eigene Volk betreibt, abgemildert nur durch zwei rechte Oppositionsparteien (FPÖ und Team Stronach). 

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