Slowenien wirft Deutschland widersprüchliche Flüchtlingspolitik vor

Die nächste Schelte in Richtung EU und auch Deutschland kommt von Sloweniens Ministerpräsident Cerar. Die EU habe zu langsam und zögerlich auf die Flüchtlingskrise reagiert, die Kommunikation war fehlerhaft. Der Eindruck war, es könnten alle nach Europa kommen. Wir können aber nicht alle aufnehmen, das wissen wir, so Cerar. Deutschland sage die Grenze seien weiterhin offen für Flüchtlinge, es gäbe aber des öfteren Schließungen und auch Abschiebungen in Richtung Österreich. Infolge kommt es auch zu mehr Abschiebungen nach Slowenien. Deutschland müsse klarstellen, dass für illegale Einwanderer die Tore geschlossen sind. 

Von Redaktion/dts

Der slowenische Ministerpräsident Miro Cerar hat der Bundesregierung schwere Vorwürfe in der Flüchtlingskrise gemacht. "Einerseits sagt Berlin, die deutschen Grenzen blieben weiter offen für Flüchtlinge. Andererseits gibt es seit geraumer Zeit tägliche oder zeitliche Beschränkungen bei der Einreise an deutschen Grenzen", sagte Cerar im Interview mit der "Welt".

Zudem habe Deutschland seit Kurzem die Abschiebungen nach Österreich erhöht, "was wiederum mehr Abschiebungen von Österreich nach Slowenien bedeutet", so der Regierungschef. Nach Ansicht Cerars sollte die Bundesregierung unmissverständlich klarstellen: "Der Weg nach Europa für illegale Flüchtlinge ist geschlossen, und es wird auch nicht helfen, sein Geld und Leben Schmugglern anzuvertrauen." Davon unabhängig werde es weiterhin legale Möglichkeiten geben, nach Europa zu kommen.

Aber der Fokus von Deutschland und den anderen großen EU-Staaten sollte laut Cerar auf der effektiven Kontrolle der Außengrenzen liegen. In erster Linie müsse es darum gehen, "den Schleusern das Handwerk zu legen". Der Premier Sloweniens kritisierte die Europäische Union dafür, "zu langsam und zu zögerlich auf die Flüchtlingskrise reagiert" zu haben, betonte jedoch: "Der größte Fehler lag aber in der Kommunikation. Es ist zu lange der Eindruck erweckt worden, es könnten alle nach Europa kommen – egal, aus welchen Gründen sie ihre Heimat verlassen wollten. Wir wissen alle, dass das nicht möglich ist, weil wir nicht alle bei uns aufnehmen können. Besser ist es, den Menschen vor Ort in ihrer Heimat zu helfen."

Wir brauchen ihre Unterstützung!

Loading...

Liebe Leser, wenn Sie keine Premiumartikel lesen möchten, aber uns dennoch unterstützen wollen, dann können sie das auch mit einer Spende auf unser Bankkonto tun. Fragen Sie per eMail: [email protected] nach den Bankdaten oder übersenden Sie einen Unterstützungsbeitrag einfach per Paypal. Danke für Ihre Hilfe!

Loading...

Ein Kommentar

  1. Da sind die Slowenen ja mit einem großen Teil unserer Bevölkerung einer Meinung. Das hat aber nichts zu bedeuten – die Slowenen sind im Sinne der Merkel "Rechtsextremisten"!

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.