Riza Altun, Kommandant der PKK, kündigte "neue Taktiken und Strategien" im Kampf gegen die türkische Armee an. Der Konflikt würde in einem "großen Krieg" enden, wenn Erdogan und die AKP den bisherigen Kurs fortführen. Man würde aber auch ein föderales, demokratisches System akzeptieren und dafür auf ein freies Kurdistan verzichten.

Von Marco Maier

Im Gespräch mit der österreichischen Tageszeitung "Kurier" zeigt sich die kurdische separatistische Guerilla kämpferisch. Schuld an der Zuspitzung der Lage habe der Kurs Erdogans und der AKP gegenüber den Kurden. "Die AKP wusste, dass sie nur gewinnen kann, wenn sie antikurdische, rassistische Gefühle schürt", so PKK-Kommandant Riza Altun bezüglich des Wahlerfolgs der islamisch-konservativen Partei Erdogans.

Altun bezeichnet dies als "zivilen Putsch" gegen die Kurden und als Krieg. "Ungeachtet aller Repressionen haben die Kurden versucht, in Bezirken und Dörfern ihre Selbstverwaltung aufzubauen. Erdogan hat das als Vorwand verwendet, sie anzugreifen. Städte wurden in Grund und Boden gebombt", so der Kommandant auf die Frage, ob es nun einen offenen Krieg gebe. Allerdings habe sich die PKK bislang nicht in diesen Konflikt eingemischt. Die türkische Führung hingegen verkündete erst am Montag, dass man bereits über 5.000 PKK-Kämpfer getötet habe. Altun beharrt darauf, dass der Widerstand gegen die türkischen Sicherheitskräfte "von jungen Leuten und anderen Teilen der Gesellschaft" käme.

Der Guerillaführer, der sich derzeit im Nordirak aufhält, will die PKK jedoch aktiv in den Krieg gegen die Türkei führen: "Die Guerilla war bisher nicht involviert. Aber als Verteidigungskräfte können wir nicht stillhalten angesichts dieser Aktionen. Wir sehen es als unsere historische Verantwortung, unsere Leute und unser Land zu verteidigen. Aufgrund gewisser Umstände, es war Winter, konnten wir nicht aktiv sein, aber mit Beginn des Frühlings ist es sehr wahrscheinlich, dass wir als Volksverteidigungskräfte aktiver werden."

Er betont, dass die PKK eine Demokratisierung der Türkei und eine Lösung für die Kurden anstrebe. Es würde aber an Erdogan und der AKP liegen, dies umzusetzen. "Wir wollen keinen Konflikt. Wir verteidigen uns. Dieser Krieg wurde uns diktiert", sagte er daraufhin. Zwar habe die PKK bislang nicht aktiv in den Konflikt eingegriffen, "Aber wie ich gesagt habe, mit Frühlingsbeginn werden wir eine andere Position diesem Krieg gegenüber haben, und wir werden neue Taktiken und Strategien anwenden. Wir tun das, weil wir keine Alternative haben." Dabei kritisierte er das Vorgehen der türkischen Armee, die während des Winters "viele Städte in Kurdistan dem Erdboden gleichgemacht" habe. "Wir können uns ergeben, oder wir leisten Widerstand. Wir werden nicht aufgeben. Und unser Widerstand wird in einen großen Konflikt, in einen großen Krieg münden."

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Dabei wirft Altun Erdogan und der AKP vor, der türkische IS zu sein: "Man muss das gesamte Bild sehen. Wir haben unser Image verbessert, nachdem wir den IS in Syrien und im Irak bekämpft haben. Okay. Aber jetzt bekämpfen wir den IS in der Türkei. Die AKP und Erdogan sind doch die Essenz dieser Kräfte in der Türkei." Auf die Frage, ob er Erdogan mit dem IS und der Al-Kaida vergleiche, sagte er: "Es ist ein Faktum, dass sie Verbindungen unterhalten. Es geht darum, was Erdogan tut oder was der IS tut. Erdogan und der IS agieren gleich, wenn es um die Forderungen von Intellektuellen oder der Opposition geht, es ist Faschismus."

Allerdings scheint es in der PKK selbst einen Gesinnungswandel zu geben. War früher noch der bedinungslose Kampf für ein freies Kurdistan die oberste Prämisse, so wollen sich die Kämpfer heute auch mit einem demokratischen, föderalen System zufriedengeben. Angesichts dessen, dass die Kurden in Syrien eine Selbstverwaltung ausgerufen haben und bislang noch nicht von den syrischen Regierungstruppen angegriffen wurden, könnte auch eine andere Lösung möglich sein. "Wir fordern die Demokratisierung der Staaten und regionale Selbstbestimmung. Die derzeitige syrische Form, die in ein föderales System münden könnte, ist vielleicht das beste Modell, das wir uns für eine Lösung der Kurdenfrage vorstellen können", antwortete er auf die Frage, ob denn die Forderung nach einem unabhängigen Staat wieder aktuell werden könnte.

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28 thoughts on “PKK kündigt „großen Krieg“ an”

  1. Ich hoffe die PKK hält den wahnsinnigen Diktator Erdogan auf.  Der wahre Kalif heißt Erdogan, nicht Baghdadi. Das ist auch den Geheimdiensten im Westen klar. Erdogan hat 4 tage vor den Anschlägen in Brüssel gedroht das Bomben auch in Brüssel oder anderen europäischen Städten hochgehen könnten… 

    1. Dieser Honk macht sich jeden Tag lächerlicher. Man betrachte nur mal seine letzte "Aktion", da hat er den deutschen Botschafter eingestellt, wegen einer Satire,die irgendwo im FS gelaufen ist. Ja, großer "Kalif", greine nur weiter…

    2. Ich wünsche der PKK So viele Siege wie nur möglich gegen diesen Türkenterror. Wehrt Euch, sonst geht es Euch wie seinerzeit den Armeniern

  2. Auch diesen Krieg hat Merkel mit ihrer Unfähigkeit eingeleitet. Sie hätte niemals mit Erdogan verandeln sollen, sonden mit Griechenland um eine australische Lösung. Die Wohlstandsschnorrer aus dem Süden werden weiter Europa mit ihren Selbstmord erpressen!

     

    1. Türken – geht dahin zurück, woher ihr kommt. Tut das, solange es für euchnoch möglich ist. Meint ihr denn wirklich, die Deutschen schlafen, bis ihr sie ganz leicht umbringen könnt?

      Keci sikmet!!!

      1. Bravo Ottavan, Deine Einstellung in Ehren. Aber im Moment sieht es wirklich danach aus, dass die Deutschen schlafen. Passt bloss auf, dass Ihr Eure Hinrichtung nicht verschlaft.

    2. Für Türken in D. gibt es diese Benes Dekrete!  Das heißt binnen 15 Minuten mit einem Koffer voll Klamotten aus D. verschwinden iund Abmarsch.

    3. Wenn Du das sagst, dann komme ich gleich auf eine bessere Idee: Die Türken sollten alle nach Hause gehen. Erdowahn wird sich freuen Euch wieder in der Nähe zu haben. Also, ab in die Anadolla.

  3. syrien soll wohl auseinanderrgenommen werden – insofern finde ich das statement, dass die pkk ein föderales, demokratisches system akzeptieren würde einsame spitze! kein kurdistan in der türkei – kein kurdistan in syrien! einen esthetischeren strich durch die rechnung der yankees, kann ich mir nur schwer vorstellen. 

    1. Zum "Auseinandernehmen" des syrischen Staates gehört (nach dem, was in kritischen, alternativen (US)-Medien) zu hören ist, die Gründung eines kurdischen Staates. Erdogan macht sich mit seinem Krieg gegen die Kurden momentan mächtig unbeliebt bei Obama.

  4. 1-Unnnötige Toten von jeder Seite.Verhandlungen .Pkk gibt die Waffen ab.Die Türkei verhandelt.Wwnn auch zeitlich dauert,immerhin wird keine Tote geben.

    2-Die Türkei erklärt ein Befreiungskrieg geht gewaltsamt gegen Kurden ohne Unterschied zu machen.Mit Tausende Toten.(was die Nationalisten wünschen) Türken gegen Kurden.Allein im Westen der Türkei leben Millionen Kurden.

    Ich bin für Punkt 1.

     

     

  5. Wer versucht, sich mit Waffengewalt irgendein Recht raus zu nehmen, hat gar nichts verdient. Damit meine ich die sowohl die PKK als auch die Erdogan Fanatiker.

    Nur schlimm, dass die ferngelenkte deutsche Führung bewusst das eigene Land verrät und die Bevölkerung leider zum großen Teil komplett verblödet oder viel zu träge ist. Unsere großartige Regierung bezahl (mit unserem Geld) sogar noch dafür, dass der bewaffnete Konflikt zwischen Kurden und Türken hier in Deutschland ausgetragen wird. 

    An alle Kurden bzw. Türken hier in Deutschland: Bereitet Euch vor, die Kurden bzw. Türken packen schon die Koffer. Die Zeit des Friedens scheint vorbei zu sein.  

    1. Als ob das immer so einfach wäre! Die Berliner Mauer würde heute noch stehen, wenn die oberstere Führung nicht schon Jahre vorher den Fall des eisernen Vorhangs beschloss, bzw. hinnahm; andernfalls hätte die Rote Armee wie am 17. Juni 1953 die Demonstranten wieder blutig hindergeschlagen.

      1. Da bin ich anderer Meinung, die Lage in den beiden dt. Staaten einschl der Geopolitik war doch grundlegend anders, nicht zu vergessen, die instabile Lage innerhalb der UdSSR, einschl. der Politik von M. Gorbatschow.

  6. Die CIA wünscht, dass die BRiD bis 2020 unregierbar wird. Nachdem Putin die Massenmigrationswaffe in Syrien neutralisiert und €uropa mind. weitere 10 Mill. Flüchtende erspart hat, wird der nahende Bürgerkrieg des Irren vom Bosporus dank Visafreiheit für Al-Kaida, Pkk, Graue-Wölfe & Co. diese Lücke füllen. Die VSvA scheinen umzuschwenken und gemeinsam mit RU gegen die Bestrebungen des neuosmanischen Wahnes zu agieren. Der heutige Zwischenfall mit einer entführten ägyptischen Maschine sehe ich als gescheiterten Versuch der Islamisten, in €uropa eine Flugbombe zu platzieren. Russland hat auf Zypern eine Militärbasis, genau wie die Türken. Der Krieg geht weiter, die Front rückt gen Kernland.

  7. Erst wird Syrien von den Edogan-Terroisten gesäubert, dann sieht die Welt wieder freundlicher aus. Die Kurden im Norden werden mit den Syrern lernen gemeinsame Sache zu machen, dann haben beide was sie wollen.und Erdogan wird in der Versenkung verschwinden.

  8. Ja, super Idee. In Deutschland leben Hunderttausende Kurden. Wenn ihr so Mitleid mit der Pkk habt, warum gibt ihr den Kurden keine autonome Region. Am besten Ost Deutschland den Kurden geben. Dann sind wir zwei Probleme los. Die armen ossis und den solidaritätszuschlag. 

    1. wer sich schon Kurt (türk. Wolf) nennt, lässt durchscheinen, wes geistes kind er/sie ist. graue wölfe sind rassisten (halten sich selbst für überlegen, andere für minderwertig), wollen andere ethnien in der türkei entweder assimilieren, vertreiben oder töten. nichts anderes tut erdogan derzeit. er folgt einer ultranationalistischen politik, die auch vor völkermord (heute kurden, damals armenier, aramäer, syrische christen, pontus-griechen, uam.) nicht halt macht. einer "politik", der sich deutsche regierungen willig angeschlossen haben (die idee vom völkermord geht auf einen deutschen autor aus dem 19. jhdt. zurück; deutsche militärs und diplomaten waren aktiv am morden beteiligt, die reichsregierung deckte die hauptverantwortliche "jungtürkische" regierung und bot diesen völkermördern asyl, etc…).

    1. so, so…

      und wer steht deiner meinung nach hinter Erdowahn und seiner durchgeknallten rassistentruppe?

      geheime kommandos aus IS-schlächtern morden in den kurdischen wohnvierteln der südosttürkei, während die armee die zivilisten bombardiert. ein menschenrechtsverbrechen jagt das nächste und der bundesuhu steinmeier kriegt nichtmal wegen erdogans forderung wegen dem extra-3-video die zähne auseinander?!

      das ist übrigens ein echter ohrwurm 😉

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